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Hitzige Diskussion im Netz: Wird YouTube gelöscht?

08.11.2018 | 13:00 Uhr

Unter Kindern und Jugendlichen gibt es gerade ein ganz großes Thema: Angeblich soll es YouTube, so wie es jetzt ist, im nächsten Jahr nicht mehr geben. Was steckt dahinter?

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Klar, die Videoplattform YouTube ist beliebt. Stundenlang kann man sich darin verlieren: Musikvideos, Tutorials oder Spaßfilmchen schauen. Da kann die Nachricht aufschrecken, dass das soziale Netzwerk bald weg sein soll. Mehrere bekannte YouTuber sprechen von einer drohenden "Löschung". Aber der Reihe nach...

EU-Urheberrechtsreform

Noch immer verhandeln das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten über die geplante EU-Urheberrechtsreform. Für besonders viel Wirbel sorgt der Artikel 13 des Gesetzes. Der besagt, dass große Firmen wie YouTube oder auch Instagram dafür sorgen müssen, dass dort keine Musik, Texte, Bilder oder Videos ohne das Einverständnis der Urheber veröffentlicht werden.

Im Moment ist es so, wenn ein Nutzer ein urheberrechtlich geschütztes Werk bei YouTube hochlädt und der Urheber merkt das irgendwann, dann kann der an YouTube herantreten und sagen, lösch das bitte. Dann prüft YouTube das und wenn die feststellen, dass das stimmt, wird der Film wieder aus dem Angebot entfernt. Zukünftig soll es so sein, dass alles was Nutzer dort hochladen, gilt dann als von YouTube veröffentlicht.

Rechtsanwältin Ann-Christin Herr

Bedeutet: Begeht ein Nutzer einen Urheberrechtsverstoß, haftet YouTube. "Dann müsste YouTube vielleicht Schadensersatz oder Lizenzgebühren zahlen. Das kann richtig teuer weden", erläutert Anwältin Ann-Christin Herr im Gespräch mit MDR JUMP.

Um solche Urheberrechtsverletzungen zu verhindern, sollen deshalb Filter eingebaut werden. Diese sollen urheberrechtlich geschütztes Material erkennen und den Upload verhindern. Schon jetzt gibt es diesen Filter, aber er funktioniert noch nicht ganz reibungslos.

Wichtig: Ziel der Reform sollen es sein, die Rechte der Kreativen zu stärken, die Inhalte, wie Videos, Bilder oder Musik produzieren.

Unmut unter YouTubern und Nutzern

Sollte der Artikel 13 so verabschiedet werden, könnten sehr vielen Klagen auf die Video-Plattform YouTube zukommen. Deshalb wäre die Video-Plattform dann wohl gezwungen, Kanäle, die nicht zu großen Medienunternehmen gehören zu löschen. Das behauptet zumindest das YouTube-Video „Warum es YouTube nächstes Jahr nicht mehr gibt“ auf dem Kanal Wissenswert.

Über 3,5 Millionen Mal wurde das Video schon aufgerufen, obwohl es erst Anfang November 2018 online gestellt wurde. Inzwischen gibt es immer mehr Videos, die sich um den Artikel 13 drehen und YouTuber tauschen ihre Profilbilder gegen Bilder mit den Aufschriften: „Gegen Artikel 13“ und „Rettet das Internet“.

EU-Kommission spricht von "Panik"

Auch die EU-Kommission hat sich zu dem Thema geäußert und schreibt von „Panik“:

YouTube muss 2019 NICHT schließen. YouTuber bzw. Nutzer von Online-Plattformen werden auch in Zukunft weiterhin das tun dürfen, was sie heute tun, nämlich kreative Inhalte hochladen.

Wie genau der Artikel 13 lautet wird, steht noch nicht fest. Der nächste Verhandlungstermin ist der 26. November 2018. Sobald ein Gesetzestext für Artikel 13 feststeht, muss das EU-Parlament ihn noch annehmen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 07. November 2018 | 19:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. November 2018, 12:57 Uhr

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