Eine Frau kniet im Schnee, den Kopf auf eine Hand gestützt
Bildrechte: Colourbox.de

Schlechte Stimmung Wann der Winterblues zur Depression wird

Schlechte Stimmung gehört fast so sehr zu Herbst und Winter, wie fallende Blätter oder Schnee. Aber wann ist schlechte Laune eine richtige Winterdepression?

Eine Frau kniet im Schnee, den Kopf auf eine Hand gestützt
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"Richtige Winterdepression ist selten", sagt Ulrich Hegerl, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Depressionshilfe. Winterdepression gibt es zwar tatsächlich als Krankheit (und heißt dann "saisonal-affektive Störung"), aber die meisten Menschen leiden eher am Winterblues. Dieser Blues ist keine Erkrankung, sondern zeichnet sich vor allem durch eine etwas melancholischere Stimmung aus.

Der Winterblues ist nicht nur unangenehm, sondern manche können dem auch etwas Positives abgewinnen.

Winterdepression ist dagegen eine ernsthafte Krankheit. Zu den Symptomen gehören, dass man sich nicht mehr für seine Hobbys interessiert, ruhelos und reizbar ist oder sich hoffnungslos fühlt. Aber in manchen Punkten unterscheidet sich die Winterdepression von der "normalen" Depression:

Winterdepression geht nicht der Unfähigkeit einher, ein- oder durchzuschlafen. Man hat stattdessen eine vermehrte Schlafneigung und auch einen gesteigerten Appetit.

Diese Sonderform der Depression tritt ausschließlich im Herbst und Winter auf und ist nicht so schwer, wie die "richtige" Depression, erzählt Ulrich Hegerl.

Licht hilft

Welche Ursachen Winterblues und Winterdepression haben, ist nicht genau klar. Der gängigste Ansatz besagt, dass die kurzen Tage und das fehlende direkte Sonnenlicht dafür sorgen, dass im Körper Hormone ausgeschüttet werden, die das Schlafbedürfnis erhöhen.

Dem kann man ganz gut beikommen, indem man tagsüber rausgeht, Sport macht und sich mit Freunden trifft. Manche empfehlen auch Tageslichtlampen. Die sollen ebenfalls die Stimmung verbessern. Ulrich Hegerl hält wenig von den Lampen, wenn man keine Winterdepression hat.

Also da kann man auch rausgehen und sich bewegen. Da hat man wahrscheinlich sogar mehr davon, als wenn man zu Hause vor dieser Lampe sitzt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 17. November 2017 | 16:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. November 2017, 15:37 Uhr

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