Weihnachtsgeschenke für Kinder: Wie viel ist zu viel?

Eine Playstation, ein Pferd, ein Puppenhaus... Wie umgehen mit endlos langen Wunschzetteln der Kinder an den Weihnachtsmann oder überzogenen Geschenkvorschlägen der Großeltern?

Ein Kind freut sich über sein Weihnachtsgeschenk
Bildrechte: imago/Westend61

Weihnachten ist das Größte für Kinder: ein geschmückter Baum, viel Süßes und - natürlich - Geschenke. Manche werkeln schon lange vor dem Fest an ihren Wunschzetteln. Und Eltern wollen ihren Kindern natürlich eine Freude machen und ihnen ihre Wünsche erfüllen. Manchmal kann das allerdings etwas ausarten.

Erziehungsexpertin Diana Jentzsch aus Dresden hat da ein paar Tipps. Bei kleineren Kindern lautet die Devise: weniger ist mehr. Kindergartenkinder können mit fünf Geschenken bereits völlig überfordert sein. Oft reiche sogar nur ein Geschenk, denn das könne die Aufmerksamkeit des Kindes schon so sehr in Anspruch nehmen, dass alle anderen Päckchen ungeöffnet liegen blieben. Das wiederum sorge bei Erwachsenen zu Frust, weil sie dem Kind ja eine Freude machen wollen, sagt Jentzsch.

Enttäuschungen im Vorfeld vermeiden

Umgekehrt können die Kinder auch enttäuscht sein, wenn nicht alles, was sie sich gewünscht haben, unterm Weihnachtsbaum liegt. Aber da lautet der Rat von Diana Jentzsch, dass sich die Eltern klar machen:

Ein Wunschzettel ist kein Bestellzettel. Ich würde Eltern empfehlen, zu schauen, was denn der Herzenswunsch der Kinder ist. Den würde ich unbedingt erfüllen, wenn es geht und keine Altersbeschränkungen dagegen sprechen oder keine anderen Grundsätze, die in der Familie gelten.

Gespräche im Vorfeld können hilfreich sein, um den Herzenswunsch herauszufinden oder gerade auch bei älteren Kindern, die schon sehr konkrete Vorstellungen haben, gewisse Grenzen zu ziehen.

Ein heißes Thema in vielen Familien ist das Smartphone. Deshalb ist es ganz wichtig: Positionieren Sie sich als Eltern. Schauen Sie, wie es Ihnen mit diesem Wunsch geht. Und dann kann man auch gut dem Kind gegenüber argumentieren, warum es jetzt in dem Alter vielleicht noch kein Smartphone gibt.

Wenn Oma und Opa die Spendierhosen anhaben

Manche Großeltern wollen ihre Enkel mit Geschenken geradezu überhäufen. Das könne unter anderem daran liegen, dass die Großeltern ihren eigenen Kindern, gerade in der DDR, nicht so großartige Geschenke machen konnten und das jetzt bei ihren Enkelkindern nachholen wollen, meint Erziehungsexpertin Diana Jentzsch. Es erfordere viel Geduld und Fingerspitzengefühl, Oma und Opa klarzumachen, dass man übermäßiges Verwöhnen nicht möchte. Die Erziehungsexpertin empfiehlt auf jeden Fall, bestimmte Geschenke im Zweifel auch offen abzulehnen:

Als Eltern hat man ja immer die Verantwortung. Die kann uns auch keiner wegnehmen oder abnehmen. Aber manchmal nehmen die Großeltern nicht so viel Rücksicht darauf, weil es ihnen wichtig ist, den Wunsch zu erfüllen. Und spätestens an der Stelle müssen wir sagen: Tut mir Leid, das geht nicht.

So etwas zu sagen sei erlaubt, führe aber natürlich auch schnell zu Frust, sagt Diana Jentzsch. Langfristig ist es aber besser, klare Grenzen zu ziehen. Nur so haben Eltern, Kinder und Großeltern ein schönes Weihnachtsfest mit strahlenden Gesichtern.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 26. November 2020 | 15:40 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP