Wie viel Süßes ist für Kinder noch okay?

Die Schule hat wieder angefangen, auch die Kleinsten sind nun eingeschult. Und in die eine oder andere Brotdose würde man auch gerne mal was Süßes reinpacken. Wir haben eine Expertin gefragt, wie viel Süßes es sein darf.

Kind isst etwas Süßes
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Könnt ihr euch daran erinnern? Man macht in der Schule die Brotdose auf und der Blick fällt auf einen Keks oder einen Lolli. Schon ist der Schultag gerettet! Die meisten Kinder essen gerne Süßes. Und weil die Eltern ihren Kids eine Freude bereiten wollen, kommen eben nicht nur Obst und Gemüse mit zur Schule. Prof. Dr. Mathilde Kersting vom Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund (FKE) erklärt im MDR JUMP Interview, warum Kinder gerne Süßes essen und wie viel noch im Rahmen ist.

Warum essen Kinder gerne Süßigkeiten?

Die Vorliebe nach Süßem ist schon bei Neugeborenen nachweisbar, sagt Prof. Dr. Kersting. Wenn sie süßes Wasser bekommen, dann lächeln sie. Saures oder bitteres Wasser kommt dagegen nicht so gut an.

Als unsere Vorfahren noch Jäger und Sammler waren, da galten Kalorien und Zucker als Überlebensvorteil. Heute brauchen wir diese Kalorien nicht mehr, weil wir mit allem was wir brauchen gut versorgt sind.

Was macht zu viel Zucker mit Kindern?

Dass zu viel Zucker zu Übergewicht führen kann, wissen wir wohl mittlerweile.

Kleines Kind trinkt Orangensaft
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Das beste Beispiel ist der Zucker in Getränken, also Limonaden und auch Obstsaft. Wenn Kinder diese in großen Mengen trinken, nehmen sie Kalorien auf - und zwar ganz schnell. Der Körper kann dann gar keine Sättigungssignale mehr wahrnehmen.

Wie viel Süßes ist für Kinder empfehlenswert?

Süßigkeiten gehören zur Ernährung von Kindern dazu und das ist auch okay so, sagt Prof. Dr. Kersting:

Wenn man die Zuckermenge begrenzt, dann spricht überhaupt nichts dagegen, dass in einer gemischten Kost auch Süßigkeiten und Zucker enthalten sind. Die Ernährung wird dadurch nicht ungesünder.

Anhand Ernährungs- und Nährwerttabellen kann man sagen, wie hoch der tägliche Bedarf sein kann:

Kleiner Junge isst ein Nutellabrot
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Wenn man als Beispiel ein Grundschulkind nimmt: Das dürfte 10 Prozent der Kalorien in Form von Zucker aufnehmen. Das wäre zum Beispiel ein großes Glas Limonade, ein Stückchen Zucker oder drei Riegel Schokolade.

So genau muss man den Süßigkeitenverzehr aber nicht jeden Tag kontrollieren:

Wichtig ist, dass man keinen Zirkus um den Zucker macht und keine Verbote ausspricht. Die machen die Lebensmittel für Kinder natürlich erst recht attraktiv. Ebenso wichtig ist das Vorbild der Eltern. Die sollten nicht heimlich etwas essen, das die Kinder nicht sehen sollen. Wenn sie sich gesundheitsfördernd verhalten, kann man damit ganz locker umgehen.

Zähne putzen nicht vergessen!

Zucker gehört also zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. Wenn man den Verzehr begrenzt, dann brauchen sich Eltern keine Sorgen zu machen. Wichtig ist aber:

Nach Zuckerverzehr sollte immer eine Möglichkeit bestehen, sich die Zähne zu putzen, weil der sonst zu Zahnverfall führen kann. Das Brot mit der Nougatcreme oder Marmelade sollte also zum Frühstück zu Hause gegessen werden und nicht in der Brotdose landen. In der Schule sollte es dann lieber Brot mit Tomate und Gurke geben, oder was das Kind eben gerne mag.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 10. September 2021 | 15:15 Uhr

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