Wird der Sommerurlaub unbezahlbar?

Für die Reisebranche führt die Corona-Pandemie zu großen Schwierigkeiten. Die Nachfrage sinkt, kostspielige Hygienemaßnahmen müssen ergriffen werden. Könnte das dazu führen, dass der Sommerurlaub richtig teuer wird?

Ein orange-farbener Sonnenschirm steht an einem einsamen Strand, dahinter das blaue Meer.
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Urlaub in Corona-Zeiten ist ein schwieriges Unterfangen. Regionen, in denen die Inzidenzen heute noch gut aussehen, können in ein paar Wochen schon wieder Risikogebiet sein. Hotels und Reiseanbieter müssen Hygienemaßnahmen ergreifen. Und dazu kommt, dass die Nachfrage vor allem nach bestimmten Regionen massiv steigt. Vor allem Urlaub in Deutschland steht hoch im Kurs.

Diese Gemengelage führt angeblich zu horrenden Preisen für den Urlaub. In der MDR JUMP-Redaktion kursierte etwa die Geschichte einer Frau, die für ihren Urlaub in Österreich sage und schreibe 6.000 Euro hinlegen sollte. Wird der Sommerurlaub also dieses Jahr also unbezahlbar?

Vereinzelt höhere Preise

Wir sind der Sache auf den Grund gegangen: Ein Sprecher des Portals HometoGo erklärt etwa, dass es zwar vereinzelt zu höheren Preisen kommen könne, weil die Hygieneanforderungen an Unterkünfte gestiegen seien, insgesamt könne man aber keine Preiserhöhungen beobachten. Im Gegenteil, für viele Reiseziele ist sind die Übernachtungspreise nach Angaben des Portals im Schnitt sogar gesunken.

Ähnliches berichtet auch der Deutsche Ferienhausverband. Eine Sprecherin schrieb auf Anfrage von MDR JUMP:

Die Mehrheit der Vermieter hat die Preise nicht verändert oder falls doch, weil sie in Ausstattung und Qualität investiert haben.

Schätzungsweise ein Drittel hätten ihre Preise angepasst, um zukünftig die Kosten und den Mehraufwand für Hygienemaßnahmen zu decken. Diese Preissteigerung falle aber moderat aus und liege bei rund fünf Prozent. Allerdings sei der deutsche Markt extrem kleinteilig. deshalb seien genaue Zahlen schwer zu bekommen.

Wenig Buchungen

Insgesamt seien die Deutschen bisher recht zurückhaltend, was Urlaubsbuchungen angeht, heißt es vom Deutschen Reiseverband. Im März habe das Buchungsvolumen ein Fünftel von dem des Vorjahres betragen. Immerhin, im Sommer sind laut Verband dann doch Flugreisen gefragt. Vor allem Pauschalreisen in die Türkei und nach Griechenland stünden hoch im Kurs.

Wie sich das Jahr entwickelt, sei allerdings schwer zu prognostizieren. Verbandspräsident Norbert Fiebig rechnet außerdem mit einem Nachholeffekt, "da viele Menschen im vergangenen Jahr keinen Urlaub machen konnten und diesen auf 2021 verschoben haben".

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 21. April 2021 | 15:15 Uhr

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