Wie schlau sind Hunde wirklich?

Spüren Hunde tatsächlich, ob ihre Besitzer glücklich oder traurig sind? Haben sie ein Zeitgefühl? Wir haben eine Expertin gefragt, wie schlau Hunde wirklich sind.

Junger Mann, der mit seinem Hund in den Dünen sitzt
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Manchmal hat man das Gefühl, dass im eigenen Hund eigentlich ein Mensch steckt: Wenn man traurig ist und sie sich rankuscheln oder wenn man mit ihnen redet und sie mit großen Augen hochgucken. Aber wie schlau sind Hunde nun wirklich? Wir haben Expertin Franziska Herre, Hundetrainerin aus Erfurt und Mitglied im Martin Rütter-Team, gefragt.

Spüren Hunde tatsächlich, ob ihre Besitzer glücklich oder traurig sind?

Laut Franziska Herre können Hunde tatsächlich einschätzen, wie es uns geht. Zum einen erkennen sie es an unserer Körpersprache und Stimmlage. Aber auch Hormone spielen eine große Rolle:

Hunde merken, dass ein Mensch gestresst ist, noch bevor es im eigenen Kopf ankommt. Wenn ich bei Hundebegegnungen nicht entspannt bin, dann merkt der Hund das sofort. Weil die das riechen können.

Wenn wir weinen und traurig sind, dann merken die Vierbeiner das auch, obwohl sie es nicht direkt nachempfinden können.

Franziska Herre von der Martin Rütter DOGS Hundeschule in Weimar / Erfurt / Eisenach
Bildrechte: Martin Rütter DOGS Hundeschule in Weimar / Erfurt / Eisenach

Sie merken natürlich, dass wir traurig sind und wollen auf eine gewisse Art da sein und gefallen. Also können wir schon, wenn wir es menschlich emotional betrachten wollen, von trösten sprechen.

Ob den Hunden viel daran liegt uns glücklich zu sehen, ist abhängig von der Bindung zum Menschen und der Rasse.

Woran merken Hunde, dass Herrchen oder Frauchen nach Hause kommen?

Man kommt durch die Haustür und der Hund oder die Hündin stehen schon vor der Tür und wedeln mit dem Schwanz. Woher wissen sie, dass die Zeit gekommen ist?

Die merken das hauptsächlich über Geräusche. Und dann haben die natürlich einen gewissen Tagesablauf. Und je strukturierter der ist, umso mehr fühlen die auch, dass es jetzt bald soweit sein könnte.

Hunde können auch das Auto oder die Schrittabfolge von Herrchen und Frauchen differenzieren.

Haben Hunde ein Zeitgefühl?

Auf welche Art für Hunde die Zeit verstreicht, das weiß niemand so genau. Doch ein paar Erkenntnisse kann man aus Erfahrung gewinnen, so Franziska Herre:

Junge Frau mit Hund
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Ich gehe stark davon aus, dass ein Hund keine 8 oder 6 Stunden abschätzen kann. Was eher der Fall ist, dass einfach ein gewisses Hungergefühl entsteht oder sie sich lösen müssen und dadurch eine Unruhe da ist. Und wenn wir eine Struktur haben, dann stellt sich der Hund darauf ein.

Gibt es intelligentere und weniger intelligentere Hunderassen?

Laut Herre kann man das so nicht pauschalisieren:

Ganz grundsätzlich möchte ich mal sagen, dass in jeder Rasse alles vorhanden ist. Es gibt natürlich verschiedene Rassen, die einem sehr viel anbieten und sehr schnell lernen, wie zum Beispiel die Hütehund-Rassen.

Je selbstständiger Hunde arbeiten müssen, desto mehr kann meine eigene Intelligenz überhaupt erst erkennen. Wie bei den Herdenschutzhunden zum Beispiel, so die Hundetrainerin. Dazu kommt, dass es natürlich auch verschiedene Arten von Intelligenz gibt.

Es gibt Hunde die vorausdenken, wo ich als Mensch dann schon pfiffig sein muss. Und dann gibt es die andere Form: Dass ich einem Hund sehr schnell Tricks beibringen kann und er sie wahnsinnig schnell lernt und verinnerlicht. Aber das Letzte ist natürlich eine Trainingssache.

Am Ende kommt es darauf an, dass der Hund sich selbst ausprobiert, um über eigene Ideen an ein Ziel zu kommen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 25. August 2021 | 15:15 Uhr

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