Depeche Mode hatten mit "People Are People", "Dream On" und "Dreaming Of Mine" gleich mehrere Nummer-1-Hits in den deutschen Charts
Depeche Mode hatten mit "People Are People", "Dream On" und "Dreaming Of Mine" gleich mehrere Nummer-1-Hits in den deutschen Charts. Bildrechte: IMAGO/Seliger

Wie wird ein Nummer-1-Hit gemacht?

07.08.2019 | 15:30 Uhr

Für viele Musiker und Bands ist es das Größte: Einmal ganz oben in den Charts zu stehen. Auch wenn die im digitalen Zeitalter immer mehr an Bedeutung verlieren, hat ein Nummer-1-Hit immer noch etwas Magisches. Wirklich planbar ist so ein Erfolg nur selten, wie uns Stars und Sternchen erzählt haben. Am 7. August feiert MDR JUMP mit euch den Nummer-1-Hit-Tag!

Depeche Mode hatten mit "People Are People", "Dream On" und "Dreaming Of Mine" gleich mehrere Nummer-1-Hits in den deutschen Charts
Depeche Mode hatten mit "People Are People", "Dream On" und "Dreaming Of Mine" gleich mehrere Nummer-1-Hits in den deutschen Charts. Bildrechte: IMAGO/Seliger

Der kanadische Popsänger und Songschreiber Shawn Mendes hat es geschafft: Sein Latin-Pop-Ohrwurm "Señorita" mit Camila Cabello hält sich seit drei Wochen an der Spitze der deutschen Charts. Der Nummer-1-Hit wurde vom Marktforschungsunternehmen GfK Entertainment zudem zum deutschen Sommerhit 2019 gekürt. Auch in zahlreichen anderen Ländern wie Großbritannien, Schweden und Italien hat es der Song ganz nach oben geschafft.

"Die Melodie ist das Schwierigste"

Wie viele andere Künstler mit Nummer-1-Hits auch sagt Shawn Mendes ganz offen: So einen Riesenerfolg könne man überhaupt nicht planen oder kontrollieren. Er sagte MDR JUMP:

Shawn Mendes
Bildrechte: Universal Music

Was alle Hits gemeinsam haben ist eine Melodie, die einem bekannt vorkommt, aber man weiß nicht woher. So eine Melodie zu schreiben, ohne jemanden zu kopieren, ist das Schwierigste.

Wichtig sei auch, beim Songschreiben immer auch ehrlich zu sich selbst zu sein. Habe man als Künstler nur den Hauch eines Zweifels, sollte man den Song besser gar nicht veröffentlichen.

Schreib ehrliche Texte über deine echten Gefühle. Wenn es dann kein Hit wird, wird er dann wenigstens bestimmten Menschen etwas bedeuten.

 "Ihr habt mir aus der Seele gesprochen"

Die Fantastischen Vier landeten 1995 ihren bisher einzigen Nummer-1-Hit, nachdem sie vorher ein paar Mal kurz vor der Spitze gescheitert waren. In "Sie ist weg" beschreibt Michi Beck seinen Schmerz nach seiner Trennung und welche Fehler er in der Beziehung gemacht hatte. Offenbar berührte er mit seinen offenen Worten damals sehr viele Musikfans. Michi Beck erzählte MDR JUMP:

Ich habe da so oft wie bei keinem anderen Lied von der ganzen Band gehört: Eh, das ging mir genauso! Als das rauskam, das hatte ich genau das und ihr habt mir aus der Seele gesprochen.

Ganz großer Zufall

Eine absolut eingängige Melodie und ganz viel Glück: So lässt sich das Erfolgsrezept für Roxettes Nummer-1-Hit "The Look" zusammenfassen. Per Gessle sagte MDR JUMP:

Sonntagstalk mit Per Gessle von Roxette
Bildrechte: MDR JUMP

Dean Cushman war ein Austauschstudent und der hatte in seiner Heimat Minneapolis eine Radiostation, bei der die Hörer für eine spezielle Show ihre eigenen Platten mitbringen. Und Dean war in seinem Austausch-Jahr in Schweden Roxette-Fan geworden und brachte unser Album "Look Sharp!" mit zu der Radiostation.

Doch dort wurde die Platte gar nicht gespielt. Als aber Dean das Album wieder abholen wollte, stand zufällig der Programmdirektor des Senders an der Rezeption.

Der Mann hörte rein und hörte als erstes den Song "The Look", der damals nirgendwo auf der Welt eine Single war. Der Direktor ließ den Song im Radio spielen und von da ist das Ding explodiert.

"The Look" landete außer in den USA auch noch in zahlreichen anderen Ländern 1989 auf dem ersten Platz der Charts und machte Roxette nach einigen holprigen Anfangsjahren über Nacht zu Stars.

Viele Fans in der DDR

Auch Depeche Mode sind sich nicht ganz sicher, warum ihre Songs "People Are People" (1984) und später "Dream On" (2001) in Deutschland zu Nummer-1-Hits wurden. Vielleicht lag es auch daran, dass die englischen Synthie-Helden hinter dem Eisernen Vorhang in der DDR so viele Fans hatten. Auch wenn die vor dem Fall der Mauer eher selten an Platten ihrer Idole kamen. Martin Gore sagte im MDR JUMP-Interview:

Wir haben oft versucht herauszufinden, woran das liegt und keine definitive Antwort bekommen. Liegt es am düsteren Sound, der dort so gut ankommt oder daran, dass wir im Osten gespielt haben, bevor der Eiserne Vorhang fiel.

Das hatten viele andere Bands nicht gemacht.

Aus Sicht des britischen Kunst- und Techno-Duos The KLF sind Nummer-1-Hits kein Zufallsprodukt sondern planbar. Bill Drummond und Jimmy Cauty brachten Ende der 80er ihr "Das Handbuch – Der schnelle Weg zum Nr. 1-Hit" heraus. Das erklärt, wie das Pop-Business funktioniert und wie man dieses Wissen für sich nutzen kann. The KLF bewiesen die Wirksamkeit ihrer Tipps gleich mit der Single "Doctorin' the Tardis". Der schräge und sperrige Mix aus gesampelten Melodien, Chören, Weltraumsounds und Martinshörnern landete prompt 1988 an der Spitze der britischen Charts.

Dieses Thema im Programm DIE MDR JUMP MORNINGSHOW | 08. August 2019 | 05:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. August 2019, 15:30 Uhr

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