Finger weist auf ein WhatsApp-Icon auf einem Smartphone-Display
Bildrechte: imago/wolterfoto

WhatsApp: Wegen Falschmeldungen werden Funktionen eingeschränkt

22.01.2019 | 10:55 Uhr

Messenger-Apps wie WhatsApp, Telegram oder Threema sind praktisch. Unkompliziert kann man damit den Familienalltag organisieren. Aber auch Falschmeldungen verbreiten. Damit das schwieriger wird, schränkt WhatsApp bestimmte Funktionen ein.

Finger weist auf ein WhatsApp-Icon auf einem Smartphone-Display
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Drei von vier Smartphone-Nutzern verwenden täglich oder fast täglich Messenger-Dienste wie WhatsApp (73 Prozent), wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab. Dagegen sagt nur jeder Dritte von sich, dass er quasi täglich SMS sendet oder empfängt (34 Prozent).

Fakt ist: Messenger-Dienste erfreuen sich großer Beliebtheit. Aber nicht nur, um mit der Familie und Freunden über den Alltag zu sprechen. Offenbar werden darüber auch im großen Stil Falschmeldungen verbreitet.

Um die massenhafte Verbreitung von Falschnachrichten zu unterbinden, schränkt WhatsApp jetzt das Weiterleiten von Botschaften ein. Mit der neuesten Version der App können Nachrichten nur noch an fünf Empfänger gleichzeitig weitergeleitet werden, wie das Unternehmen mitteilte

In Sachen Falschmeldungen auf die Bremse treten

Zuletzt konnten Nutzer der App Nachrichten noch an bis zu 20 Personen oder Gruppen weiterleiten. Das ist so nun wohl nicht mehr möglich. Damit soll erreicht werden, dass sich die Nutzer auf den privaten Austausch von Botschaften konzentrieren, heißt es aus dem Unternehmen. Die Nutzer sollen sich auf ihre "engen Kontakte" beschränken. Ziel sei es, die Geschwindigkeit zu reduzieren, mit der sich Falschmeldungen verbreiten. Die Änderung hatte das Unternehmen bereits im Dezember angekündigt.

Bereits im letzten Jahr führte WhatsApp diese Funktion in Indien ein. Zuletzt gab es dort eine Reihe von Lynchmorden an Fremden durch aufgebrachte Mobs. Auslöser waren Gerüchte über Kindesentführer, die sich über WhatsApp verbreiten hatten.

Mit mehr als 200 Millionen Nutzern ist Indien der größte Markt für WhatsApp, und die Facebook-Tochter blieb nicht tatenlos: sie führte unter anderem eine neue Funktion ein, mit der weitergeleitete Nachrichten als solche gekennzeichnet werden - zunächst in Indien, etwas später weltweit. Dann gab WhatsApp bekannt, dass das Weiterleiten von Nachrichten testweise eingeschränkt werden wird - besonders in Indien, wo mehr geteilt werde als sonst irgendwo.

Vorreiter Indien

WhatsApp schaltete zudem in indischen Zeitungen eine ganzseitige Anzeige, in der es erklärte, wie man durch das sorgfältige Prüfen empfangener Nachrichten vermeiden kann, "Fake News" auf den Leim zu gehen. "Zusammen können wir Falschinformationen bekämpfen", lautete die Überschrift.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 22. Januar 2019 | 17:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2019, 11:31 Uhr

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