Whatsapp stellt Nutzern ein Ultimatum

Auch wenn man Whatsapp vielleicht nicht unbedingt mag, organisieren viele von uns mittlerweile gute Teile ihres Lebens damit, von der Laufgemeinschaft bis zur Elterngruppe in Kita oder Schule. Nun gibt es Änderungen – und viel Aufregung.

WhatsApp auf einem iPhone
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Ungefähr 58 Millionen Menschen in Deutschland nutzen regelmäßig den Messenger Whatsapp. Doch in den vergangenen Tagen erlebten Alternativen wie Threema, Telegram und Signal einen regelrechten Boom. Das hat damit zu tun, dass Whatsapp neue Geschäftsbedingungen einführt – und seinen Usern ein Ultimatum bis zum 8. Februar gestellt hat, um diese anzuerkennen.

Wer von euch die App aufruft, hat die entsprechende Nachricht zum Start sicher schon bemerkt. Einstweilen kann man sie noch wegdrücken und das Programm trotzdem nutzen – aber nicht mehr lange. Statt auf „Zustimmen“ kann man auf „Nicht jetzt“ klicken. Noch. Doch am zweiten Montag im Februar wird es dann ernst: Dann muss man zustimmen – oder man bleibt draußen und kann die Software nicht mehr nutzen. Seit Tagen steht der Messengerdienst wegen der neuen Bestimmungen unter Druck. Viele verweigern das Update und wechseln zu anderen Anbietern. Deshalb wurde die Zustimmungsfrist bist zum 15. Mai verlängert.

Wichtigste Änderungen gelten nur außerhalb Europas

Und auch wenn man Whatsapp vielleicht nicht unbedingt mag, organisieren ja viele von uns mittlerweile gute Teile ihres Lebens damit – von der Laufgemeinschaft über die virtuelle Skatrunde bis hin zur Elterngruppe in Kita oder Schule.

Die anstehenden Änderungen haben durchaus das Ding zum Aufreger. Das hat damit zu tun, dass Whatsapp seit geraumer Zeit zum Facebook-Konzern gehört. Und der will sich, so ist zu hören, jetzt mehr Zugriffsrechte auf die Daten der Whatsapp-Nutzer sichern. So soll zum Beispiel die Werbung in dem sozialen Netzwerk optimiert werden.

Und weil das viele natürlich nicht wollen, sorgen die neuen Geschäftsbedingungen jetzt für Unruhe. Dabei ist die gar nicht so richtig berechtigt. Für Menschen außerhalb Europas kommen zwar tatsächlich grundsätzlichen Änderungen. Aber für uns hier ändert sich eigentlich kaum etwas. Das hat damit zu tun, dass Facebook zwischen Nutzern in Europa und im Rest der Welt unterscheidet.

Für Europa gibt es eine eigene Datenschutzerklärung. Die legt fest, dass Whatsapp deutlich weniger Daten mit Facebook teilt als bei Usern aus dem Rest der Welt. Hintergrund dürften die strengeren europäischen Datenschutzregeln sein.

So hat das Unternehmen auch zum neuen Update der Nutzungsbedingungen klargestellt: „Um jeden Zweifel auszuschließen: Es bleibt dabei, dass Whatsapp in der europäischen Region keine Whatsapp-Nutzerdaten mit Facebook zur Verbesserung von Facebook-Produkten oder Werbung teilt." Allerdings heißt das nicht, dass das in Zukunft nicht doch noch passieren könnte. Nur jetzt ist es – auch wenn es vielleicht so aussieht – für uns noch nicht soweit.

Richtig löschen ist gar nicht so einfach

Wer jetzt Whatsapp trotzdem löschen möchte, der muss es auch richtig machen. Es reicht nämlich in diesem Fall nicht, die App nur vom Handy zu werfen. Stattdessen muss der Account komplett gelöscht werden. Dafür muss man im Programm in das Menü „Einstellungen“ gehen, wo es den Unterpunkt „Account“ gibt. Hat man die Löschung einmal angeklickt, gibt es kein zurück mehr. Wissen sollte man aber noch eines: Facebook sagt, dass es ab dem Start des Löschprozesses bis zu 90 Tage dauern kann, bis alle Whatsapp-Informationen dann auch tatsächlich gelöscht wurden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 17. Januar 2021 | 17:40 Uhr

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