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Zugverspätungen, Schneeverwehungen, Blutschnee: Wintereinbruch in Mitteldeutschland

Zugverspätungen, Schneeverwehungen, Blutschnee: Wintereinbruch in Mitteldeutschland

Stand: 08. Februar 2021, 07:49 Uhr

Bis zu 40 cm Neuschnee, Zugausfälle und Glätte auf den Straßen - der große Wintereinbruch hat Mitteldeutschland fest im Griff.

Ein Blick aus dem Fenster hat heute gereicht, um zu wissen, dass der Winter uns noch nicht verlassen will. Während einige von uns sich fühlen wie in einem Wintermärchen und vergnügt durch den Schnee stapfen, sind andere verärgert. Dazu gehören auch die Berufspendler.

Zugausfälle

Der Deutsche Wetterdienst rät, wenn möglich am Wochenende zuhause bleiben. Doch das kann sich nicht jeder leisten. Denn ob Schnee liegt oder nicht, Pendler müssen es trotzdem zur Arbeit schaffen.

Aufgrund von extremem Unwetter kommt es in weiten Teilen des Landes zu Verspätungen und Zugausfällen.

Der Winterdienst hat alle Hände voll zu tun. Bildrechte: imago images/ Christian Grube

Kann man auf der Seite der Deutschen Bahn lesen. Der Fernverkehr zwischen Berlin, Leipzig/Halle und Erfurt sowie zwischen Dresden, Leipzig und Erfurt ist mindestens bis zum Nachmittag eingestellt. Auch der Fernverkehr zwischen Köln/Dortmund, Hannover, Magdeburg, Leipzig und Dresden ist vorerst eingestellt. Doch auch beim Nahverkehr gab es am Sonntag Vormittag Probleme. Busse, Trams und S-Bahnen kamen nicht gegen den Schnee an. So kann man der Webseite der Leipziger Verkehrsbetriebe folgende Information entnehmen:

Aufgrund der starken Schneefälle und -verwehungen im Stadtgebiet Leipzig und Umland können TRAM 2, 3, 4, 8, 9, 10, 12, 14 und 16 sowie alle Buslinien nicht verkehren.

Vorsicht auf den Straßen ist geboten

Auch wenn das erwartete Verkehrschaos vielerorts ausgeblieben ist, stehen Staus und Unfälle wegen Schneeglätte seit Samstagnachmittag auf dem Programm. Die Polizei appeliert an die Autofahrer, sich den Witterungsverhältnissen anzupassen. Fahrer seien auf den glatten Straßen oft zu schnell unterwegs. Eine Liste der aktuellen Verkehrsbehinderungen könnt ihr dem MDR JUMP Verkehrszentrum entnehmen.

Seltenes Naturphänomen: Blutschnee

Laut Deutschem Wetterdienst gibt es starke Schneeverwehungen in Thüringen bis zum Harzvorland bzw. Westsachsen. Dabei verbreitet 10 bis 20, lokal bis zu 40 cm Neuschnee. Diese sollen bis Montag anhalten.

Der Harzer Nationalpark warnte bereits am Freitag vor dem Betreten der Wälder.

Durch starken Schneefall und Wind kann es zu massiven Sichtbeeinträchtigungen und Orientierungslosigkeit kommen. Bei hohen Minusgraden können Erfrierungen und Erschöpfung drohen, wenn nicht zeitnah Hilfe kommt. Die Rettungskräfte haben aber mit denselben Problemen zu kämpfen. Außerdem besteht die Gefahr abbrechender und umbrechender Bäume durch Sturm und Schneelast. Durch das Tauwetter der letzten Tage hat sich zudem auf vielen Wegen Eis gebildetet. Es ist teilweise extrem glatt und unter Neuschnee eventuell nicht erkennbar.

Und als ob die riesige Menge an Neuschnee nicht reicht, gibt es noch etwas zu bestaunen: Blutschnee. Vor allem Thüringer staunten am Sonntag Morgen nicht schlecht als sie den rötlich-braun gefärbten Schnee sahen. Blutschnee entsteht, wenn der Staub aus der Sahara über das Mittelmeer kommt und auf die arktische Kaltluft aus dem Norden trifft. Auch in Teilen von Sachsen und Sachsen-Anhalt konnte man das Phänomen sehen, wie wir auf den Fotos sehen konnten, die ihr uns geschickt habt!

Dieses Thema im ProgrammMDR JUMP Nachrichten | 07. Februar 2021 | 10:00 Uhr

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