Mitteldeutsche Flughäfen machen sich über BER lustig

05.03.2019 | 15:40 Uhr

"Lieber 2 Stunden fahren, als 13 Jahre warten" oder: "Hauptstadtflughafen auf Sächsisch: Fertsch!" - mit diesen Seitenhieben Richtung Berlin werben aktuell zwei mitteldeutsche Flughäfen.

Werbeplakat
Bildrechte: Mitteldeutsche Flughafen AG

Pünktlich zur weltgrößten Tourismusmesse ITB in Berlin, starten zwei mitteldeutsche Flughäfen eine Werbekampagne, die Airports als Alternative zu Berlin bewerben. Freche Sticheleinen gegen die ewige Baustelle des BER sind da vorprogrammiert.

"Besser fliegen ab Leipzig/Halle"

Auf den Werbeplakaten sieht man junge Menschen mit Bauarbeiterhelm. "Fliegen ohne wenn und aBER", steht auf dem einen Plakat, wobei das BER - das Kürzel des unfertigen Hauptstadtflughafens - von "aber" gelb eingefärbt ist.

„Wir wissen, dass viele Fluggäste aus Mitteldeutschland ab Berlin fliegen, das muss aber keine Einbahnstraße sein. Unsere Flughäfen bieten schon heute auch für Fluggäste aus Berlin/Brandenburg kurze Wege, kostengünstiges Parken und stressfreies Fliegen“, erklärt Götz Ahmelmann, Vorstandsvorsitzender der Mitteldeutschen Flughafen AG in einer Pressemitteilung.

Die Kampagne soll den kompletten März über in Berlin die ostdeutschen Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden bewerben. Die Motive wurden von der in Chemnitz ansässigen Agentur Zebra entworfen.

Die Flughäfen in Zahlen

Nach Angaben der Mitteldeutschen Flughafen AG wurden am Flughafen Leipzig/Halle im Jahr 2018 rund 2,57 Millionen Fluggäste und rund 1,22 Millionen Tonnen Luftfracht registriert. Damit sei der Airport der zweitgrößte Frachtflughafen in Deutschland. Der Flughafen Dresden zählte 2018 rund 1,76 Millionen Fluggäste.

Über diese Zahlen kann Berlin nur müde lächeln. Der Flughafen Tegel fertigte rund 1,6 Millionen Fluggäste ab, Schönefeld immerhin etwas über 800.000 - und das allein nur im Monat Januar. „Auch wenn der BER noch nicht fertig ist, starten und landen bei uns jährlich fast 35 Millionen Passagiere, während es in Dresden und Leipzig jeweils um die zwei Millionen sind", zitiert der "Tagesspiegel" den Sprecher der Hauptstadtflughäfen. So gesehen, sieht man in Berlin die mitteldeutschen Flughäfen nicht als große Konkurrenz.

Vielleicht können die Berliner über die frechen Werbeplakate aus Sachsen ja ein wenig schmunzeln - immerhin ist man in der Hauptstadt selbst auch davon genervt, dass der Flughafen nicht fertig wird.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 05. März 2019 | 17:50 Uhr

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