Wie es ist, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt

In Deutschland gibt es drei Millionen Paare, die sich ein Kind wünschen, aber keins bekommen können. Alex und seine Freundin sind eines davon. Sie sind in einer Kinderwunschklinik in Behandlung.

Unter einem Mikroskop werden Spermien des Vaters in eine Eizelle der Mutter injiziert.
Bildrechte: imago/Jochen Tack

Seit drei Jahren wünschen sich Alex* und seine Freundin ein Kind. Bisher ist jeder Versuch erfolglos geblieben, sodass die beiden in einer Kinderwunschklinik Hilfe gesucht haben. Woran genau es liegt ist nicht ganz klar, aber das Paar hat zumindest eine Ausschlussdiagnose bekommen. Das heißt, sie haben keine andere Erklärung für die Kinderlosigkeit, als die Endometriose bei Alex' Freundin.

Damit müssen wir jetzt irgendwie umgehen.

Ihr Weg hat die beiden in eine Kinderwunschklinik geführt. Seit eineinhalb Jahren sind die beiden dort in Behandlung. Weil sie nicht verheiratet sind, sondern nur in einer sogenannten "eheähnlichen Gemeinschaft" leben, ist das für die beiden ein teurer Spaß. Denn für unverheiratete Paare übernehmen die Krankenkassen die Kosten der Behandlung nicht. Bisher haben sie etwa 6.000 Euro investiert.

Dazu kommen Notarkosten. Denn weil die beiden nicht verheiratet sind, muss Alex von vornherein die Vaterschaft für ein mögliches Kind anerkennen. Das geschieht mit einer notariellen Urkunde, erklärt Alex.

Wenn man nicht verheiratet ist, muss man das juristisch vorher tatsächlich festmachen.

Ob die Behandlung im Kinderwunschzentrum überhaupt klappt, ist noch offen. Und wenn die Behandlung gar nicht klappt?

Soweit haben wir ehrlich gesagt noch gar nicht gedacht.

Alex hat sich auf jeden Fall darauf eingestellt, dass es nicht beim ersten Versuch klappen könnte. Drei Versuche seien die Zahl, von der alle sprächen, sagt er. Aber selbt auf natürlichem Wege ende auch nur jeder zehnte Versuch mit einer befruchteten Eizelle. Ob Alex und seine Freundin so viele Versuche wagen, bezweifelt er.

Es ist einfach sehr anstrengend, auch von den psychischen Faktoren her.

Immerhin, Alex und seine Freudin versuchen, offen mit dem Thema umzugehen. Es hilft, das alles mit anderen Menschen zu teilen, sagt er.

* Alex möchte anonym bleiben. Deshalb haben wir seinen Namen geändert.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 30. Juni 2020 | 12:45 Uhr

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