Weihnachtsmärkte und Corona: Dresdner Striezelmarkt dieses Jahr abgesagt

Bis Weihnachten ist es nicht mehr lange und die Vorbereitungen für die Weihnachtsmarktsaison laufen auf Hochtouren. Ganz oben auf der Liste: der Schutz vor Corona. Denn davon hängt ab, ob Märkte überhaupt stattfinden können.

Lage mehrerer Weihnachtsmärkte noch offen

In den vergangenen Wochen hat sich viel bei den Planungen der Weihnachtsmärkte in Mitteldeutschland getan. Hygienekonzepte wurden ausgearbeitet, Bäume aufgestellt und Entscheidungen getroffen. Ob die geplanten Weihnachtsmärkte wirklich stattfinden, ist nicht überall geklärt. Magdeburg macht seine Lichterwelt von den Infektionszahlen abhängig.

In Dresden wurde lange um den Striezelmarkt gekämpft. Am Freitag wurde er nun doch abgesagt. Die Stadt sehe keine realistische Option mehr, den Markt doch noch durchzuführen, sagte der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert am Freitag. Das Infektionsgeschehen in Dresden, aber auch gerade in den umliegenden Landkreisen lasse keine andere Entscheidung zu.

In anderen Regionen hingegen sieht es jedoch anders aus. Nach wochenlanger Planung und Anpassung der Märkte geben Veranstalter ihre Weihnachtsmärkte auf. Grund sind die Corona-Schutzvorschriften, die wegen steigender Fallzahlen in den vergangenen Wochen noch einmal verschärft wurden.

An Corona angepasste Bedingungen

Herrnhuter Weihnachtssterne werden an einem Verkaufsstand angeboten
Bildrechte: dpa

Wenn Weihnachtsmärkte stattfinden, werden sie in diesem Jahr wohl anders aussehen, als wir sie kennen. Dichtes Gedränge, wie es auf großen Weihnachtsmärkten oft herrscht, könnte zum Problem werden. Auch die Einhaltung der Hygienemaßnahmen, wie Abstand halten und Maske tragen, muss geprüft werden.

Der aktuelle Stand in Mitteldeutschland

Sachsen

Auf dem Dresdner Striezelmarkt sollen Besucherströme besser gelenkt werden. Der Markt soll erweitert werden. Erstmals soll es Stände am Altmarkt als auch am Terassenufer geben. Grundlage dafür ist aber, dass ab Dezember auch wirklich wieder Weihnachtsmärkte zulässig sind. Die ursprüngliche Eröffnung Ende November ist aufgeschoben worden.

In Chemnitz ist bereits die Bergparade abgesagt worden. Der Weihnachtsmarkt soll aber nicht auch noch gestrichen werden. Geplant ist ein weihnachtliches Geschehen in Chemnitz im Dezember. Den ganz klassischen Weihnachtsmarkt wird es so aber nicht geben. Genauere Informationen liegen noch nicht vor.

In der Stadt Borna wird am Weihnachtsmarkt festgehalten. Dazu arbeitet die Stadt derzeit an einem Hygienekonzept.

In den folgenden Städten ist es noch unklar, ob ein Weihnachtsmarkt stattfinden kann. Dazu finden gerade Absprachen statt oder es wird auf eine weitere Entwicklung der Corona-Vorschriften gewartet.

Betroffen sind der Christkindelmarkt in Görlitz, sowie die Weihnachtsmärkte in Bischofswerda, Kamenz, Niesky, Hoyerswerda, Reichenbach im Vogtland, Zwönitz, Pirna, Sebnitz, Radebeul, Dippoldiswalde, Grimma, Eilenburg, Wurzen und Torgau.

Die Liste der abgesagten Weihnachtsmärkte in Sachsen ist leider länger. Die abgesagten Märkte sind nach Regionen geordnet:

- Abgesagte Märkte in der Region Bautzen: Bautzener Wenzelsmarkt, Pulsnitzer Pfefferkuchenmarkt, Bad Muskau, Löbau
- Abgesagte Märkte in der Region Chemnitz: Seiffen, Zwickau, Marienberg, Olbernhau, Aue-Bad Schlema, Schneeberg, Werdau, Plauen, Annaberg-Buchholz, Schwarzenberg, Glauchau, Meerane, Penig, Thum, Geyer, Mittweida, Frankenberg, Lunzenau, Hainichen, Rochlitz, Zschopau, Thalheim, Lößnitz, Gornau, Ehrenfriedersdorf
- Abgesagte Märkte in der Region Dresden: Lohmen, Nossen, Stolpen, Neustadt, Freital, Dohna, Radeburg
- Abgesagte Märkte in der Region Leipzig: Leipzig, Groitzsch, Bad Düben, Markkleeberg, Mügeln, Oschatz, Delitzsch, Taucha, Frohburg, Kohren-Salis

Sachsen-Anhalt

Magdeburg will abhängig von den Corona-Zahlen eine Weihnachtswelt im Dezember eröffnen. Damit Abstände eingehalten werden können, werden dazu Stände auf die ganze Stadt verteilt. Die ursprüngliche Eröffnung im November ist verschoben worden.

Ähnliches Bild auch in Halberstadt. Die Eröffnung im November kann nicht stattfinden, die Betreiber hoffen aber, am 1. Dezember täglich bis Heiligabend die Stände im Stadtzentrum öffnen zu dürfen.

In Halle hält Oberbürgermeister Wiegand an einem Weihnachtsmarkt im Dezember fest. Alkohol soll es dort aber nicht geben.

In Haldensleben ist der Sternenmarkt vom 5. bis 20. Dezember geplant. Dabei steigt der Weihnachtsmann jeden Tag am Markt auf einer Leiter zu den Fenstern der Markthäuser und öffnet ein Türchen des Adventskalenders.

Die Gemeinde Genthin plant einen Weihnachtsmakt. Der soll drei Tage vom 18. bis 20. Dezember durchgeführt werden. Auch in Ilsenburg ist vom 7. bis 9. Dezember ein kurzer Weihnachtsmarkt vorgesehen. In Elbingerode sind Stände vom 4. bis 6. Dezember auf dem Kirchplatz geplant. Auch Thale will einen 3-Tage-Weihnachtsmarkt stattfinden lassen. Dieser ist vom 18. bis 20. Dezember angesetzt.

Auch in Bismark (29. November), Egeln (13.Dezember) und Hecklingen (5. Dezember) sollen kurze Weihnachtsmärkte durchgeführt werden.

In den folgenden Städten ist noch keine Entscheidung getroffen worden, ob die Märkte stattfinden können. 

Betroffen sind Alsleben, Gröningen, Güsten. Staßfurt, Arendsee, Gardelegen, Osterburg, Salzwedel, Stendal, Blankenburg, Allstedt, Bad Dürrenberg, Braunsbedra, Eisleben, Freyburg, Gerbstedt, Hohenmölsen, Kelbra-Kyffhäuser, Landsberg, Laucha, Mansfeld, Merseburg, Osterfeld, Querfurt, Sangerhausen, Weißenfels, Zeitz, Aken, Bad Schmiedeberg, Jessen, Wittenberg

Die Liste der abgesagten Weihnachtsmärkte in Sachsen-Anhalt ist nach Regionen geordnet:

- Abgesagte Märkte in der Region Magdeburg: Aschersleben, Barby, Bernburg, Calbe, Nienburg, Schönebeck, Wanzleben, Wolmirstedt
- Abgesagte Märkte in der Altmark: Havelberg, Kalbe/Milde, Klötze, Sandau, Seehauen, Tangerhütte, Tangermünde, Werben
- Abgesagte Märkte im Harz: Ballenstedt, Falkenstein, Osterwieck, Quedlinburg, Schwanebeck, Wernigerode, Wegeleben
- Abgesagte Märkte in der Region Halle: Arnstein, Bad Bibra, Bad Lauchstädt, Hettstedt, Leuna, Lützen, Mücheln, Naumburg, Teuchern, Wettin
- Abgesagte Märkte in der Region Anhalt-Dessau-Wittenberg: Annaburg,Bitterfeld-Wolfen, Coswig, Dessau, Gräfenhainichen, Kemburg, Köthen, Oranienburg-Wörlitz, Raguhn-Jeßnitz, Sandersdorf-Brehna, Zahna-Elster, Zerbst, Zörbig

Thüringen

In Heiligenstadt ist ein Weihnachtsmarkt "light" geplant. Laut Bürgermeister Spielmann werden nur einzelne Stände erlaubt. Diese dürfen nur während der Ladenöffnungszeiten öffnen und bleiben sonntags geschlossen.

Auch in Schmölln gibt es besondere Hygienevorschriften. Dort ist eine Schleuse geplant, in der Besucher vor Eintritt registriert werden und die Temperatur gemessen bekommen. Auch die richtig sitzende Maske wird kontrolliert und die Hände desinfiziert.

Weimar streicht den Alkohol ganz auf ihrem Weihnachtsmarkt. Vom 01. bis 22. Dezember sollen gastronomische Betriebe vorwiegend aus Weimar ihre Speisen und Getränke anbieten können.

In Bad Langensalza, Ilmenau, Meiningen ist über die Ausrichtung eines Weihnachtsmarktes noch nicht entschieden worden.

Die Liste der abgesagten Weihnachtsmärkte in Thüringen: Altenburg, Bad Berka, Bad Salzungen, Eisenach, Erfurt, Gotha, Jena, Leinefelde-Worbis, Mühlhausen, Neustadt an der Orla, Schleiz, Sondershausen. Auch Gera, Suhl und Saalfeld haben angekündigt, auf ihre traditionellen Weihnachtsmärkte in diesem Jahr zu verzichten.

Mit Material der Nachrichtenagenturen epd und dpa.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 04. November 2020 | 08:00 Uhr

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