Weihnachtsgeschenke und Weihnachtskugeln
Bildrechte: Colourbox.de

Psychologie Was tun, wenn das Weihnachtsgeschenk nicht gefällt?

Lächeln und Danke sagen. Eine Knigge-Expertin gibt Tipps, wie man sich verhalten sollte, wenn einem seine Geschenke, die unterm Weihnachtsbaum liegen, so überhaupt nicht gefallen.

Weihnachtsgeschenke und Weihnachtskugeln
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Was tun, wenn die Oma einem den hässlichsten Pulli zu Weihnachten schenkt, den man je gesehen hat und der zu allem Überfluss auch noch kratzt? Auf jeden Fall keinen Streit unterm Weihnachtsbaum anfangen, rät Linda Kaiser, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen-Knigge-Gesellschaft e.V.

Bitte kein Drama unterm Weihnachtsbaum! Das ist die allerwichtigste Regel überhaupt, die wir allen mitgeben wollen für die Festtage. Wenn das Geschenk überhaupt nicht gefällt, bewahren Sie möglichst eine gute Miene, lächeln sie und denken sie, die Schenkende - in dem Fall die Oma - hat sich Gedanken gemacht, hat sich Mühe gegeben, um Ihnen eine Freude zu machen. 

Diese guten Gedanken und Absichten sollte man wertschätzen und sich dafür bedanken. Auch wenn das Geschenk überhaupt nicht den eigenen Geschmack trifft. Zu viel Wahrheit unterm Baum trägt eben nicht unbedingt zur guten Stimmung bei:

Es geht ja nicht nur darum eine kleine Notlüge los zu werden, sondern den Blickwinkel zu ändern. Es geht nicht um das Produkt, sondern um die Geste dahinter. Und über die Geste kann man sich immer freuen, egal welches Produkt man in den Händen hält.

Nicht heimlich umtauschen

Wenn die Feiertage dann vorbei sind, muss sich der Beschenkte überlegen, wie er mit dem Geschenk umgehen will. Möchte er seiner Oma beichten, dass der Pulli nicht gefällt und sie fragen, ob man ihn gemeinsam in der Stadt umtauschen kann? Oder beißt man lieber die Zähne zusammen und trägt den scheußlichen Pullover einmal im Jahr zur Freude der Oma, den Rest des Jahres liegt er dann ganz hinten im Schrank? Wie man es auch macht, man sollte sich gegen Heimlichkeiten entscheiden, rät Linda Kaiser, denn das führt nur zu unangenehmen Situationen:

Das heimliche Umtauschen ist immer etwas schwierig. Der Gegenstand fehlt dann natürlich und vielleicht fragt irgendwann derjenige, der Ihnen das Geschenk gemacht hat, nach und dann kommen Sie in Schwierigkeiten. Deswegen immer lieber mit offenen Karten spielen und nach den Feiertagen das Gespräch suchen.

Auch ungeliebte Geschenke einfach weiter zu verschenken, ist nicht unbedingt die beste Idee:

Wenn Sie Geschenke, die Sie selbst bekommen haben, weiter verschenken, müssen Sie entweder einen guten Plan haben oder mit der Schmach leben, dass dem anderem das aufgefallen ist. Da hilft dann auch kein entschuldigen mehr. Da müssen Sie dann durch und mit dem schlechten Gewissen leben.

Lieber nach den Wünschen fragen

Die Wunschzettelvariante ist immer eine ganz sichere Bank und laut Knigge-Expertin völlig legitim. Es ist dann zwar nicht unbedingt mehr eine große Überraschung, aber man kann sich sicher sein, dass sich der andere freut. Wer doch lieber eine Überraschung besorgen möchte, kann auch einfach den Kassenzettel behalten und im Zweifel als Schenker offensiv anbieten, dass man das Geschenk auch noch mal gemeinsam umtauschen kann.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 19. Dezember 2017 | 18:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2017, 14:45 Uhr

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