Ein kleines Kätzchen mit einer roten Schleife
Bildrechte: Colourbox.de

Verstoßene Haustiere Tiere sind keine guten Weihnachtsgeschenke

So ein kleines Kätzchen kann ganz schön süß sein, ein Hund ein guter Kamerad und mit einem Kaninchen lässt sich gut schmusen - trotzdem sollten Haustiere auf keinen Fall als Weihnachtsgeschenk unterm Baum landen, warnen Tierschützer.

Ein kleines Kätzchen mit einer roten Schleife
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Vor allem Kinder wünschen sich zu Weihnachten oft ein Haustier. Doch egal, wie süß das Tier ist und wie groß der Wunsch des Kindes: Ein Haustier ist kein gutes Weihnachtsgeschenk. "Uns angeschlossene Tierheime nehmen jedes Jahr etwa 300.000 neue Tiere auf.", sagt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund im MDR JUMP Interview. Viele davon werden nach Weihnachten abgegeben. Viele weitere würden ausgesetzt.

Ein Haustier ist ein weiteres Mitglied in der Familie

Da ein Haustier ein weiterer Mitbewohner ist, der viel und individuelle Pflege benötigt, sollte ein Tierkauf gut überlegt sein. Familien, die ein Tier haben möchten, sollten sich vorher gut informieren und beraten lassen, welches Tier in die Familie passt. Ist man bereit, täglich mit einem Hund rauszugehen? Ist die Wohnung groß genug für ein oder mehrere Kätzchen? Und hat man überhaupt genug Zeit, sich artgerecht und täglich um das Tier zu kümmern? All diese Fragen gelten aber nicht nur für Familien, wie Lea Schmitz betont:

Ein anderes klassisches Beispiel ist der Freund, der seiner Freundin ein Kätzchen schenkt. In jedem Fall ist es wichtig, das vorher gemeinsam zu besprechen um klarzustellen, dass der Beschenkte das Tier auch wirklich haben will.

Tiere kosten Geld - auch Jahre später noch

Kätzchen
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Auch sollte man sich bewusst machen, welche Kosten auf einen zukommen. Denn Zubehör für das Tier (z. B. einen Kletterbaum und Katzenklo für eine Katze), Tierfutter, Tierarztbesuche oder Hundesteuer sind nicht billig. Und auch, ob ein Familienmitglied eventuell Allergien hat und deswegen mit einem Haustier gar nicht zusammenleben kann, sollte man im Vorfeld abklären. Des weiteren rät der Deutsche Tierschutzbund ein neues Haustier nicht im Trubel der Weihnachtstage in eine Familie zu integrieren, da an diesen Tagen oft besonders viel Besuch anwesend ist, ein Tannenbaum im Wohnzimmer steht, der nicht umfallen darf und vieles anders ist als im Alltag. Am besten sei es, ein Tier an die neue Umgebung zu gewöhnen, wenn die Aufregung der Weihnachtstage vorbei ist.

Keine "Test"-Tiere kaufen

Oft schaffen Eltern, bevor über Katze oder Hund nachgedacht wird, weniger langlebige Kleintiere wie Mäuse oder Kaninchen für ihre Kinder an. So lässt sich mit weniger Risiko testen, ob sich der Nachwuchs auch wirklich wie besprochen um das Haustier kümmert. Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund hält davon aber nichts:

Das ist etwas, wovon wir abraten, weil auch Kleintiere Ansprüche haben und Geld kosten. Ein kleiner, handelsüblicher Käfig in der Ecke reicht nicht. Kaninchen und Meerschweinchen zum Beispiel sind soziale Tiere, davon braucht man immer mindestens zwei. Dann muss der Käfig gereinigt werden und damit sind Kinder auch schnell überfordert. Außerdem sind das keine Knuddeltiere, Kleintiere sind eher für Kinder geeignet, die etwas älter sind.

So alt werden beliebte Haustiere

So alt können Haustiere werden

Ein Haustier ist schnell angeschafft, doch einige typische Haustiere können Jahrzehnte alt werden! Selbst einige Kleintiere schaffen mühelos die zehn Jahre. Eine Auswahl haben wir zusammengestellt.

Rennmaus
Niedlich, aber nicht als Kuscheltier geeignet: Mäuse. Die kleinen Nager werden etwa 1-2 Jahre alt. Bildrechte: IMAGO
Rennmaus
Niedlich, aber nicht als Kuscheltier geeignet: Mäuse. Die kleinen Nager werden etwa 1-2 Jahre alt. Bildrechte: IMAGO
Hamster
Hamster halten etwas länger durch, sie werden im Schnitt etwa 3 Jahre alt. Bildrechte: colourbox
mehrere Kaninchen im Schnee
Etwas größer, aber auch recht anfällig und nicht besonders kuschel-geeignet: Kaninchen werden nur um die 3 Jahre alt. Bildrechte: Colourbox
Ein Meerschweinchen sitzt auf der Schulter eines Mädchens.
Meerschweinchen dagegen schaffen in der Regel 4-8 Jahre. Diese Tiere sollten übrigens nicht alleine gehalten werden, sie vereinsamen schnell Bildrechte: Colourbox.com
Wellensittich
Ein Wellensittich kann 5 bis 10 Jahre alt werden. Auch Wellensittiche fühlen sich am wohlsten, wenn sie nicht alleine sind. Darum sollte man am besten immer zwei Tiere gemeinsam halten. Bildrechte: Colourbox.de
Hund
Der beste Freund des Menschen wird, je nach Rasse, um die 13 Jahre alt. Bildrechte: Colourbox
Kätzchen
Katzen leben meist etwas länger. Bis zu 18 Jahre alt können die Stubentiger werden. Bildrechte: Colourbox
Ein Goldfisch
Bekommt das Kind einen Goldfisch, nimmt es ihn mit großer Sicherheit noch mit in die erste, eigene Wohnung. In Gefangenschaft erreichen die Fische ein Alter von bis zu 30 Jahren. Bildrechte: colourbox
Kakadu Mausi badet ein einer Eisschale
Noch länger leben etwas exotischere Haustiere: Kakadus können um die 40 Jahre alt werden. Bestimmte Arten wie der Weißhaubenkakadu werden sogar 60 Jahre oder älter. Bildrechte: Ramona Demuth
Eine Schildkröte an ihrem Fressnapf
Auch Schildkröten werden ganz schön alt. Um die 40 Jahre schaffen sie auf jeden Fall. Besondere Schilkrötenarten, wie die großen Galápagos-Schildkröten, können sogar ein Alter zwischen 150 und 200 Jahren erreichen. Das ist allerdings keine Schildkrötenart, die man sich als Haustier hält. Bildrechte: colourbox
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Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 17. Dezember 2017 | 17:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Dezember 2017, 10:59 Uhr