Wäsche in Waschmaschine stopfen
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Tipps vom Profi Wäsche waschen leicht gemacht

Wäsche in Waschmaschine stopfen
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Das Thema Wäsche waschen ist eine Wissenschaft für sich: Was bei welcher Temperatur? Wie oft? Wie viel? Pulver oder Flüssig? Unser Experte klärt die häufigsten Fragen.

Auch Waschgänge unter 60°C sind hygienisch

Von Mama haben viele von uns gelernt, dass Bettwäsche, Handtücher und Unterwäsche bei mindestens 60°C gewaschen werden – besser aber gekocht. Laut Markus Gast vom Umweltbundesamt ist das aber zu viel des Guten – auch Waschgänge unter 60°C sind hygienisch.

„Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen dazu, dass Keime – ähnlich wie Schmutz – auch bei geringeren Temperaturen aus den Textilien ausgewaschen werden. Es ist allerdings empfehlenswert, dass einmal im Monat mit einem Vollwaschmittel (das Bleichmittel enthält) bei 60 °C gewaschen wird. Das Bleichmittel und die hohen Temperaturen töten Bakterien, die in der Waschmaschine wachsen, ab.“

Ausleiern statt Einlaufen

Drehknopf an Waschmaschine.
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Tatsächlich schadet ihr eurer Kleidung, wenn ihr sie zu heiß wascht. Unterwäsche zum Beispiel ist heute häufig nur bei 30°C waschbar. Höhere Temperaturen beschädigen die Fasern.

„Das betrifft in erster Linie das Elasthan, das häufig in den Geweben drin ist. Das Elasthan sorgt dafür, dass sich das Textil richtig anschmiegt.“

Wer also zu heiß wäscht, sorgt dafür, dass die Kleidung ausleiert.

Pulver- oder Flüssigwaschmittel?

Es scheint eine Glaubensfrage zu sein, ob flüssiges oder pulvriges Waschmittel in die Maschine kommt. Experte Markus Gast hat eine klare Haltung:

„Aus Sicht des Umweltbundesamtes ist immer die Verwendung von pulverförmigen Waschmitteln besser. Zum einen haben wir bei Flüssigprodukten das Problem, dass keine Bleichmittel im Vollwaschmittel enthalten sind. Dafür sind wesentlich mehr optische Aufheller drin – das sind schwer abbaubare Stoffe – die das Textil dann sauber aussehen lassen.“

Außerdem, so der Experte, weist die Stiftung Warentest regelmäßig nach, dass die pulverförmigen Waschmittel besser waschen.

Bleiche und farbige Shirts – passt das?

Umwelt-Experte Gast hat die Wichtigkeit von Bleiche im Waschmittel betont. Das steht aber im Widerspruch zu den leuchtenden Farben, die wir bei Kleidern, T-Shirts und Hosen erhalten wollen. Darum gibt es eine einfache Regel:

„Das Vollwaschmittel ist nur für helle oder weiße Textilien geeignet. Darum sollte man immer die Wäsche sortieren!“

Farbige Sachen also immer aussortieren und mit Colorwaschmittel behandeln.

Wie viele Produkte brauche ich?

Flüssigwaschmittel wird in eine Waschmaschine gegeben
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Im Supermarkt gibt es Gänge voller Waschmittel und Zusätze – Color- und Vollwaschmittel, Hygienereiniger, Weichspüler, Farbfangtücher etc. Von all diesen Produkten brauchen wir aber nur einen Bruchteil, erklärt Markus Gast:

„Sie brauchen im Schnitt drei Waschmittel: Ein Vollwaschmittel, ein Colorwaschmittel und ein Woll- oder Feinwaschmittel.“

Verschiedene Waschgänge sind sinnvoll

Mal ehrlich, wie viele von den fünf bis zehn Programmen, die die Waschmaschine zur Verfügung hat, nutzt man wirklich? Laut Experte Gast kann es aber durchaus sinnvoll sein, von der gewohnten Routine und dem Standardprogramm abzuweichen. Denn die verschiedenen Waschgänge sind abgestimmt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Textilien.

„Das betrifft ein Jeans-Programm, das dafür sorgt, dass mit mehr Wasser gespült wird. In den meisten Fällen ist aber das Pflegeleicht-Programm geeignet. Das wird auch in den Textilien immer angezeigt. Man sollte sich generell an der Textilkennzeichnung orientieren und danach die Waschprogramme auswählen.“

Caps, Tabs und Co.

Kleinkind sitzt vor Waschmaschine
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Relativ neu auf dem Markt sind Produkte, wie Wäscheperlen oder Tabs für die Waschmaschine. Die sollen sich in der Trommel irgendwann selbst auflösen und sehen aus wie übergroße Gummibärchen – und genau da liegt auch das Problem, weiß Markus Gast:

„Diese Produkte sind so attraktiv für Kinder, dass sie sofort auf ihnen rum kauen, wenn sie die in die Hände kriegen. Da gab es in den letzten Jahren verschiedene Unfälle.“

Wie auch bei anderen gefährlichen Stoffen gilt also auch hier: Immer außer Reichweite von Kindern aufbewahren!

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 27. Januar 2018 | 10:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2018, 14:40 Uhr

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