Vorbereitet auf Notfälle: Diese Vorräte sollten im Haushalt sein

Corona-Pandemie und Hochwasser: Zwei Ereignisse in letzter Zeit haben gezeigt, dass wir besser auf den Ernstfall vorbereitet sind. Egal, ob wir dafür zu Hause ausharren oder schnell die Wohnung verlassen müssen.

Vater und Tochter packen Rucksäcke unter anderem mit Wasser (Symbolfoto)
Vater und Tochter packen Rucksäcke unter anderem mit Wasser (Symbolfoto) Bildrechte: IMAGO / PhotoAlto

Eine große und gut gefüllte Plastikbox, ein Kasten mit Wasser, ein paar Rucksäcke und gute Absprachen: Viel mehr braucht es nicht, um möglichst gut auf einen wirklichen Ernstfall vorbereitet zu sein.

Für den Fall, dass wir unser Zuhause nicht verlassen können

Wasser hat das Haus eingeschlossen, wegen Corona muss die Familie in die Quarantäne, ein Sturm hat die Verbindungen zur Außenwelt abgeschnitten: Für solche und andere Notfälle empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), einen Vorrat anzulegen. Der sollte laut BBK mindestens reichen, um zehn Tage ohne Einkaufen gut zu überstehen. In den Vorrat gehören:

  • Lebensmittel, die auch ohne Kühlung lange haltbar sind wie Nudeln, Reis, Kartoffeln, Nüsse, Fleisch und Gemüse in Dosen und Milch
  • Wasserflaschen
  • pro Tag und Person sollten rund 2.200 Kalorien und zwei Liter Wasser eingeplant werden
  • Kerzen und Taschenlampen
  • alle nötigen Medikamente, ein Erste-Hilfe-Kit und Hygieneartikel wie Seife, Toilettenpapier oder Müllbeutel

Eine Plastikbox mit lange haltbaren Lebensmitteln, ein Kasten Wasser: Viel mehr ist als Notfallvorrat für den Katastrophenfall gar nicht nötig
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Dafür empfiehlt sich eine große Plastikbox, wie sie Möbelmärkte und Baumärkte verkaufen. Die hält im Ernstfall auch etwas Wasser ab. Die Flutkatastrophe hat auch gezeigt, dass die Notvorräte vielleicht besser nicht im Keller gelagert werden. So muss sich im Ernstfall niemand in Gefahr begeben und die Vorräte nach oben holen. Für die Vorräte gibt es hier die Checkliste vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zum Ausdrucken.

Für den Fall, dass wir unser Zuhause schnell verlassen müssen

Nach einem Bombenfund muss das Wohngebiet evakuiert werden. Bei einem Hochwasser steigt der Pegel so schnell, dass man sich besser in Sicherheit bringt. Für diese und andere Fälle empfiehlt das BBK einen Notfallrucksack. Der ist praktischer als ein Koffer, weil er auf dem Rücken getragen werden kann und die Hände frei sind. In den Notfallrucksack packt man am besten:

  • Wasser und Lebensmittel für zwei Tage
  • wichtige persönliche Medikamente und Vorsorge für Durchfall oder Schmerzen
  • Hygieneartikel und Corona-Masken
  • Erste-Hilfe-Kit
  • warme Kleidung
  • Schlafsacke oder Decke
  • Essgeschirr
  • Taschenlampe
  • wichtige Dokumente wie Geburts- und Familienurkunden, Sparbücher, Impfpässe, Führerschein, Ausweise und Reisepässe, Bankkarten und wichtige Verträge, Zeugnisse
  • Handy und Ladegerät
  • Taschenmesser
  • UKW-Radio zum Kurbeln oder mit Batterie, um Notfallmeldungen verfolgen zu können

Auch Warnapps wie NINA oder Katwarn sollten schon auf dem Handy sein. Die Experten raten zudem, in der Familie vorab wichtige Absprachen zu treffen: Wer ist im Ernstfall für was verantwortlich? Wo liegen wichtige Dokumente? Wo treffen sich Familienmitglieder, wenn sie auf verschiedenen Wegen evakuiert werden?

Neben dem BBK hat auch das Umweltbundesamt Tipps dazu zusammengestellt, wie sich Menschen am besten auf den Notfall vorbereiten und wie sie bei steigenden Wasserpegeln richtig und sicher handeln.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 22. Juli 2021 | 09:00 Uhr

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