Das sind die Voraussetzungen für Zebrastreifen oder Ampel auf dem Schulweg

Das neue Schuljahr hat begonnen. Für einige Schulwege wünschen den sich Lehrer und Eltern einen Zebrastreifen. Doch so einfach ist es leider nicht. Für einen Fußgängerüberweg gibt es einige Voraussetzungen.

Schüler geht über Fußgängerüberweg bzw. Zebrastreifen
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Ein "gestreifter" Fußgängerüberweg auf der Straße vor der Schule kann dafür sorgen, dass Autos langsamer und vorsichtiger fahren und Schüler sicherer zum Unterricht kommen.

Voraussetzungen für einen Zebrastreifen

Grundschülerin wartet 2007 an einem Zebrastreifen
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Welche Voraussetzungen das genau sind, hat uns das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt für Vorsicht Zuckertüte im letzten Jahr erklärt. Zuständig sind danach die Unteren Straßenverkehrsbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte. Sie können den Bau eines Fußgängerüberweges anordnen.

Grundlage für die Entscheidung über die Anlage eines Fußgängerüberwegs bildet § 26 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) und insbesondere die hierzu ergangenen Verwaltungsvorschriften (VwV-StVO).

Schulweg
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In § 26 StVO sind die Voraussetzungen für den Bau festgehalten. Auf der Straße darf beispielsweise nicht schneller als 50 km/h gefahren werden. Der Bau von Fußgängerüberwegen ist nur innerhalb geschlossener Ortschaften möglich. Ein Zebrastreifen kann nur angelegt werden, wenn auf beiden Seiten auch Gehwege vorhanden sind und es darf maximal ein Fahrstreifen pro Richtung überquert werden. Außerdem muss es erforderlich sein, dem Fußgänger Vorrang zu gewähren. Das ist dann der Fall, wenn zum Beispiel das Fußgängeraufkommen das nötig macht.

Richtlinien für Fußgängerüberwege

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und die Länder haben außerdem Richtlinien für Fußgängerüberwege festgelegt. Auf deren Grundlage wird entschieden, ob ein Zebrastreifen angelegt wird. Ist das Verkehrsaufkommen recht hoch, können auch Ampeln in Betracht gezogen werden, um Menschen beim Überqueren der Straße abzusichern.

Schulweg
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Außerdem teilt das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt auf Nachfrage von MDR JUMP mit: Die Höchstgeschwindigkeit vor Schulen oder Kindergärten könne zusätzlich auf 30 km/h beschränkt werden.

Die Voraussetzungen ergeben sich aus den Verwaltungsvorschriften zu § 41 StVO, Abschnitt XI zu Zeichen 274 (Zulässige Höchstgeschwindigkeit). Über die Anordnung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit entscheidet auf Antrag ebenfalls die Untere Straßenverkehrsbehörde.

Dieses Thema im Programm DIE MDR JUMP MORNINGSHOW | 06. September 2021 | 07:50 Uhr

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