Warum stechen Mücken und was hilft dagegen?

Mücken nerven nicht nur tagsüber, gerade nachts kann einen das Summen fast wahnsinnig machen. Im Moment hat man das Gefühl, dass die Plagegeister überall sind. Gibt es dieses Jahr besonders viele Mücken?

Eine Mücke sitzt auf der Hand einer Person und hat ihren Rüssel in die Haut gesteckt.
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Jetzt gerade im Sommer ist die Hochsaison von Mücken, erklärt Daniela Franzisi vom Naturschutzbund Deutschland:

Es gibt aktuell sehr viele Mücken. Was damit zusammenhängt, dass sehr gute Wetterbedingungen waren. Wir hatten eigentlich einen milden Winter und hatten jetzt warme Tage. Gleichzeitig aber auch immer mal wieder Regen. Das sind optimale Wetterbedingungen, damit Mücken sich entwickeln können.

Nicht mehr Mücken als in den vergangenen Jahren

Aber dass es mehr Summen um uns herum und damit mehr Mücken gibt, glaubt Daniela Franzisi nicht. Wie in jedem Jahr gibt es natürlich Gebiete, die die Mücken bevorzugen. Gerade am Wasser um Seen und Flüsse halten sie sich besonders gerne auf.

Mücken brauchen stehendes Wasser. Das heißt, wenn es im Sommer geregnet hat, dann reicht auch schon ein Pfütze oder ein kleiner Tümpel, damit die Mücken dort ihre Eier ablegen können.

Bis zu 300 Eier kann eine weibliche Stechmücke mehrmals ablegen. Damit ist die Anzahl der Mücken, die alleine eine Stechmücke hervorbringen kann, schon enorm. Für die Entwicklung vom Ei bis zur fertigen Stechmücke dauert es dann etwa zwei Wochen.

Warum werden wir von Mücken überhaupt gestochen?

Nur die weiblichen Stechmücken können stechen. Warum sie das tun, erklärt Daniela Franzisi:

Sie brauchen eine sogenannte Blutmahlzeit. Sie müssen uns stechen, um an unser Blut zu kommen, damit sich ihre Eier entwickeln. Ohne Blut können sich die Stechmücken nicht weiterentwickeln.

Aber nicht der eigentlich Stich ist das, was uns juckt. Beim Stechen gibt die Stechmücke ein Sekret ab, um die Gerinnung vom Blut zu verhindern. Und dieses Sekret ist es, was uns durchs Jucken manchmal fast verrückt macht.

Menschen sind leichte Beute

Zwar gibt es Mücken, die auch Tiere stechen, aber im allgemeinen bevorzugen Mücken uns Menschen, weiß Daniela Franzisi. Und die Insekten haben einen besonderen Trick, um uns aufzuspüren:

Stechende Stechmücke
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Durch unseren CO₂-Ausstoß können uns die Mücken aufspüren. Also durch unser Ausatmen. Und auch durch den Körpergeruch, den wir als Menschen haben. Das heißt: Verstecken ist schwierig, die Mücken finden uns auf jeden Fall.

Bestimmte Düfte schützen vor Stichen

Daniela Franzisi vom NABU empfiehlt als Schutz vor Mückenstichen lange Bekleidung und Anti-Insektensprays. Denn diese enthalten Duftstoffe, die die Mücken fernhalten.

Stechmücke
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Dazu gehören zum Beispiel Substanzen, wie Zitronenmelisse oder auch Lavendel. Diese Düfte können dann helfen. Von elektronischen Abwehrgeräten raten wir aber ab. Denn diese Anlagen haben meistens auch UV-Licht, da sie bevorzugt abends eingeschaltet werden. Und dann gehen nicht nur Stechmücken in die Falle, sondern auch viele andere Insekten. So eine Falle vernichtet zum Beispiel auch schöne Nachtfalter und andere Insekten, die unterwegs sind.

Mücken sind zwar lästig, aber wichtig

Wenn man nachts mal wieder wachliegt, weil es um einen herum summt oder der Mückenstich nicht aufhört zu jucken, fragen sich natürlich viele Menschen, wozu gibt es Mücken überhaupt. Sie sind zum Beispiel für die Nahrungskette wichtig, erklärt Daniela Franzisi:

Die Larven und die Mücken spielen eine wichtige Rolle in der Natur. Als Larven werden sie zum Beispiel von Fischen, Fröschen und Eidechsen gefressen. Auch die fertigen Mücken sind ein Proteinsnack für zum Beispiel Fledermäuse und Vögel.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Bei der Arbeit | 03. August 2020 | 13:15 Uhr

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