Gut abgesichert in den Schnee Die wichtigsten Versicherungen für den Winterurlaub

Glitzerschnee, Bergpanorama und viel Sonne: Das alles gehört zum perfekten Winterurlaub dazu. Auch die wichtigsten Versicherungen sollten immer mit dabei sein. Sonst wird der Schneespaß noch deutlich teurer als ohnehin schon.

Winterurlaub Familie
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Bei Unfällen im Winterurlaub springt zunächst die Krankenkasse ein, für Transport, Behandlung und eine eventuelle Reha. In den ersten sechs Wochen nach dem Urlaub zahlt bei Angestellten der Arbeitgeber weiter, wenn die Arbeitsunfähigkeit nicht selbst verschuldet ist. Nach dieser Zeit gibt es für maximal 78 Wochen weiter Krankengeld von der gesetzlichen Kasse. Spätfolgen eines Crashs im Winterurlaub sind allerdings nicht abgedeckt.

Berufsunfähigkeitsversicherung oder wenigstens Unfallversicherung

Weil nach einem schweren Unfall auf der Piste mit bleibenden Schäden der finanzielle Ruin droht, raten Verbraucherschützer zur Berufsunfähigkeitsversicherung (kurz: BU). Die zahlt eine monatliche Rente, wenn man nach einem Unfall oder auch nach einer Krankheit den Beruf nicht mehr voll ausüben kann. Vor allem für junge Skifahrer lohnt sich die Absicherung, weil sie kaum Rentenansprüche beim Staat angesammelt haben.  Wer sich keine BU leisten kann oder wegen einer Vorerkrankung keine bekommt, sollte wenigstens eine Unfallversicherung haben. Hermann-Josef Tenhagen von der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip sagt:

Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip
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Wenn sie gern abseits der Pisten im Tiefschnee fahren, dann sollten sie das dem Versicherer aber auch mitteilen. Das ist Teil der Vertragsbedingungen, dass sie transparent sind.

Wintersportler sollten laut Stiftung Warentest bei den Unfallversicherungen im Kleingedruckten genau nachlesen. Da sollte der so genannte „Eigenbewegungsschaden“ drin stehen. Darunter verstehen die Versicherer alle Fälle, in denen man sich selbst bei der Abfahrt Knie oder Schulter zerlegt. Ohne dass jemand anders beteiligt ist. Diese Unfallfolgen decken nicht alle Versicherer ab.

Haftpflicht ist unbedingtes Muss

Die Privathaftpflicht springt immer dann ein, wenn der Versicherte einem anderen einen Schaden zufügt. Der kann im Wintersport in unglaubliche Höhen schnellen, sagt Hermann-Josef Tenhagen:

Wenn da jemand mehrere Monate nicht arbeiten kann, zahlen sie dessen Gehalt ohne Haftpflicht selbst. Dazu kommt noch der Rettungshubschrauber für tausende Euro, Behandlungskosten und die Spätfolgen. Das werden schnell einige zehntausend Euro.

Zum Vergleich: Gute Haftpflicht-Policen kosten nicht mal einhundert Euro im Jahr. Besonders junge Familien mit kleinen Kindern sollten vor dem Winterurlaub zumindest noch einmal über eine Lebensversicherung mit Absicherung für den Todesfall nachdenken, rät Andreas Behn von der Verbraucherzentrale Thüringen. Er erinnert an den schweren Zusammenstoß des damaligen Ministerpräsidenten Dieter Althaus mit einer Skifahrerin. Die starb an den Folgen. Für solche Fälle sichert die Lebensversicherung zumindest die Hinterbliebenen ab.

Hausrat für die teure Ausrüstung

Werden Skier oder Snowboards aus einer abgeschlossenen Dachbox oder von einem Dachträger mit Schloss gestohlen, springt in der Regel die Hausrat ein. Sicherheitshalber sollten Versicherte aber vor dem Urlaub noch einmal im Kleingedruckten nachlesen, was für Wintersportausrüstung gilt. Verbraucherschützer Andreas Behn sagt:

Andreas Behn von der Verbraucherzentrale Thüringen
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Wenn ich bei einer Klausel unsicher bin, sollte ich nicht versuchen, die selbst zu interpretieren. Am besten nachfragen und zwar schriftlich. Dann kann ich das Ganze fürs nächste Jahr abheften und habe auch einen Nachweis für den Ernstfall.

Sportgeräteversicherungen selten sinnvoll

Ärgerlich für Wintersportler: Die Hausratversicherung zahlt leider nicht, wenn Skier oder Boards beim Mittagessen an der Baude gestohlen werden. Da lohnt sich die Extraausgabe für ein kleines Schloss. Zudem gibt es für solche Fälle spezielle Sportgeräteversicherungen. Die sind aus Sicht unserer Experten aber vergleichsweise teuer: Die Kosten für die Police richten sich nach dem Neuwert der Wintersportausrüstung. Das können beispielsweise für ein Paar Skier allein fünfzig Euro im Jahr sein. Häufig wird im Ernstfall auch eine Selbstbeteiligung von hundert und mehr Euro fällig. Damit lohnen sich die Sportgeräteversicherungen meist nur für sehr teures Material. Andreas Behn sagt:

Man sollte zudem im Kleingedruckten nachlesen, für welche Fälle die Police gilt. Wir kennen das von den Reisegepäckversicherungen. Da wollen viele Versicherer vereinfacht gesagt nur zahlen, wenn einem der Koffer unter dem Hintern weg geklaut wurde.

Der Verbraucherschützer rät zudem: Vor dem Winterurlaub noch einmal in Ruhe ansehen, welche Versicherungen man hat und welche Bedingungen darin für den Spaß im Schnee gelten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend | 08. Februar 2018 | 21:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Februar 2018, 13:41 Uhr

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