Ein geöffnetes Paket mit verschiedenen Medikamenten steht auf einer Computertastatur.
Bildrechte: IMAGO

Schnäppchen bei Onlineapotheken?

21.09.2018 | 12:53 Uhr

Ist man krank, holt man sich Medikamente aus der Apotheke. Aber diesen Gang kann man sich auch sparen: Mehr als 3000 Apotheken haben in Deutschland eine Genehmigung, Medikamente zu verschicken. Wie gut diese Versandapotheken sind und ob du da sparen kannst - wir haben uns die Angebote genauer angeschaut.

Ein geöffnetes Paket mit verschiedenen Medikamenten steht auf einer Computertastatur.
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Das Prinzip ist einfach: Den Online-Medikamenten-Händler seines Vertrauens auswählen und dann die Arzneimittel im Netz, per Anruf oder Fax bestellen. Die ausgesuchten Gesundmacher werden dann mit der Post direkt nach Hause geschickt. Schon innerhalb von ein paar Tagen soll alles im Briefkasten sein, so die Versprechungen.

Versandapotheken vorn bei rezeptfreien Mitteln

Ein wirtschaftlicher Riese sind Versandapotheken noch nicht. Das zeigen Zahlen der "Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände": Im gut 34 Milliarden Euro schweren Markt für verschreibungspflichtige Arzneien wurde 2016 nur rund ein Prozent des Umsatzes per Versand erzielt. Bei rezeptfreien Mitteln waren es gut 13 Prozent. Und gerade hier wächst der Markt, schließlich werben viele Apotheken mit satten Rabatten.

Mängel bei Kernkompetenz: beraten und informieren

Auf dem Papier müssen sich Versandapotheken an dieselben Regeln halten, wie niedergelassene Apotheken. Heißt: sie müssen informieren und beraten. Besonders zu Nebenwirkungen und Wechselwirkungen. Aber das klappt offenbar nicht besonders gut, erzählt Bettina Sauer von der Stiftung Warentest im MDR JUMP-Interview:

Die Kernkompetenzen wie Service, Website oder AGBs - das ist eigentlich soweit alles in Ordnung. Aber das, was eine Apotheke vor allem auszeichnet, nämlich das Fachliche, lässt leider bei manchen zu wünschen übrig und bei manchen sogar sehr stark zu wünschen übrig.

Das Problem: Die Beratung findet offenbar kaum statt. Die Tester von Stiftung Warentest haben in ihrer Untersuchung mehrere Arzneimittel bei einem Anbieter bestellt. Medikamente, die sich gegenseitig ausschließen. Testerin Bettina Sauer:

Leider hat bei einer unserer Testaufgaben nur eine Versandapotheke darauf hingewiesen, dass die Medikamente nicht zusammen eingenommen werden dürfen.

Ein weiteres Problem: Die Netz-Apotheker fragen kaum nach, welche anderen Arzneimittel der Kunde einnimmt oder welche Vorerkrankungen bestehen. "Nur mit diesem Vorwissen, kann der Apotheker einschätzen, ob das gewünschte Medikament wirklich gefahrlos eingenommen werden kann", sagt Warentesterin Sauer. Insgesamt erhielten deshalb die Onlineapotheken in dem Test nur ein "befriedigend".

Sparpotential gewaltig

Einen Vorteil haben Onlineapotheken: Sie werben um uns Kunden teilweise mit saftigen Rabatten, gerade bei rezeptfreien Medikamenten. "Preisnachlässe zwischen dreißig und siebzig Prozent haben wir festgestellt", berichtet Schauer. Zusätzlich werben Onlineapotheken aus dem europäischen Ausland mit einem so genannten "Rezeptbonus". Pro eingereichtem Rezept gibt es dann eine Gutschrift. Wichtig: Unbedingt vor der Bestellung die Preise bei unterschiedliche Anbietern vergleichen. Die schwanken teilweise erheblich.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 26. September 2018 | 17:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. September 2018, 12:53 Uhr

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