Tag der Verkehrssicherheit So klappt das Miteinander auf der Straße

15.06.2018 | 14:15 Uhr

Die Vorfahrt nehmen, drängeln, blockieren: Der Straßenverkehr sorgt oft für Unmut - bei Rad- und Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern gleichermaßen. Das kann auch gefährlich werden: alle 12 Sekunden kommt es in Deutschland zu einem Unfall. Aber gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr kann das verhinden.

Die Aggressivität im Straßenverkehr nimmt immer mehr zu, beklagen die Gewerkschaft der Polizei und der deutsche Verkehrssicherheitsrat. Mögliche Gründe sind gestiegene Arbeitsbelastung, Leistungs- und Zeitdruck hinter der Zunahme des aggressiven Verhaltens. Kay Nehm, der Präsident der Deutschen Akademie für Verkehrswissenschaft rät deshalb zu mehr Gelassenheit:

Man muss sich darauf einstellen, dass die Straßen immer voller werden. Der heutige Verkehr funktioniert nur mit Rücksichtnahme.

Gegenseitiges Verständnis bei Rad- und Autofahrern

Immer wieder kommt es auch zu Konflikten, wenn Autos und Fahrräder sich eine Fahrbahn teilen müssen. Hier ist vor allem gegenseitige Rücksichtnahme gefordert, damit es nicht zu Unfällen kommt.

Zu den Klassikern mit Aggressionspotential gehören zum Beispiel Radfahrer, die eine Einbahnstraße in der falschen Richtung befahren. Das ist laut StVO nicht erlaubt. Aber quetscht sich ein Radfahrer an einer roten Ampel noch am Auto vorbei, ist das mit mäßiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht laut Straßenverkehrsordnung okay. Da die Straßenverkehrsordnung aber die meisten Menschen nicht auswendig können, plädiert Melanie Mekula vom ADAC auf mehr Verständnis füreinander:

Man sollte nicht immer auf's Recht pochen. Auch nicht als Autofahrer, man ist zwar der Stärkere, aber man kann ja auch mal Platz machen. Man sollte beide Seiten sehen. Und als Radfahrer sollte man sich auch nicht das Recht holen wollen.

Alle 12 Sekunden ein Unfall

Doch selbst wenn alle Verkehrsteilnehmer Rücksicht aufeinander nehmen, kann es zu Unfällen kommen. In Deutschland passiert das alle 12 Sekunden. Laut Statistischen Bundesamt gab es rund 390.000 Getötete oder Verunglückte bei Verkehrsunfällen Jahr 2017 in Deutschland. Aber wenn es zu einem Unfall kommt, sollte man ein paar Dinge beachten:

Was tun nach einem Unfall?

Das solltet ihr als erstes tun

Das solltet ihr als erstes tun

Zuallerst solltet ihr nach einem Unfall euch selbst absichern, indem ihr einen Warnweste anzieht, und danach die Unfallstelle sichern, empfiehlt der ADAC. Eine eingeschaltete Warnblinkleuchte und ein aufgestelltes Warndreieck warnt den folgenden Verkehr vor der Situation. Sollte jemand verletzt sein, solltet ihr natürlich erste Hilfe leisten.

Wann muss man die Polizei rufen?

Wann muss man die Polizei rufen?

Die Polizei muss man vor allem rufen, wenn man mit einem Miet- oder Firmenwagen unterwegs ist. Denn das ist meistens in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgelegt. Johannes Boos vom ADAC erklärt: "Wenn es sich nur um einen Bagatellschaden handelt und ich mir mit dem Unfallgegner einig bin, dann muss ich nicht die Polizei rufen. Das kann ich selber klären."

Wer räumt die Scherben weg?

Wer räumt die Scherben weg?

Wenn nach einem Unfall alle wichtigen Daten und Zeugeninformationen notiert und Schäden fotografiert wurden, muss die Unfallstelle unverzüglich geräumt werden. Das gilt auch für Blechteile, Scherben und Fahrzeugteile. Diese Teile müssen von den Menschen, die in den Unfall verwickelt waren, beseitigt werden, erklärt Johannes Boos vom ADAC.

Wann kann das Auto in die Werkstatt?

Wann kann das Auto in die Werkstatt?

Johannes Boos vom ADAC empfiehlt: Nicht in die Werkstatt zu fahren, bevor die Schäden mit der Versicherung besprochen wurden. Bei Schäden, deren Beseitigung bis zu 1.000 Euro kosten, reicht der Versicherung meistens ein Kostenvoranschlag der Werkstatt. Wird die Reparatur jedoch teurer, bestellt die Versicherung meistens einen Gutachter und erst dann darf das Auto in die Werkstatt.

Erste Hilfe - so geht's!

Fakten Erste Hilfe
Im Ernstfall gelten drei ganz einfache Regeln: Prüfen, rufen und drücken. Bildrechte: IMAGO
Fakten Erste Hilfe
Im Ernstfall gelten drei ganz einfache Regeln: Prüfen, rufen und drücken. Bildrechte: IMAGO
Ein Ersthelfer zeigt Erste Hilfe bei einem Mädchen im Schwimmbad
Prüfen sie erst durch Schütteln an den Schultern, ob die Person reagiert. Dann halten sie ihr Ohr an Mund und Nase, um Atemzüge zu vernehmen. Dabei haben sie auch den Brustkorb im Blick. Den Puls messen sie mit Zeige- und Mittelfinger seitlich des Kehlkopfes am Hals des Verletzten. Bildrechte: IMAGO
Fakten Erste Hilfe
Dann rufen sie einen Krankenwagen über die Notrufnummer 112 oder bitten Umstehende, das zu tun. Bildrechte: IMAGO
Fakten Erste Hilfe
Sind Puls und Atmung da, reicht die stabile Seitenlage. Bildrechte: IMAGO
Fakten Erste Hilfe
Fehlt der Puls, muss bis zum Eintreffen der Helfer mit der Wiederbelebung begonnen werden. Dazu drücken sie auf den Brustkorb des Patienten - am besten im Takt von "Stayin' Alive" von den Bee Gees. Der entspricht der optimalen Geschwindigkeit von 100 Mal pro Minute. Nach dreißig mal drücken wird zweimal Beatmen empfohlen. Nicht zu sachte drücken! Hören sie erst auf, wenn Hilfe eintrifft. Bildrechte: IMAGO
Fakten Erste Hilfe
Keine Angst vor Fehlern haben! Bisher wurde laut ASB kein einziger Ersthelfer belangt, weil er bei seiner Hilfe einem Verletzten irgendwie geschadet haben könnte.   Bildrechte: IMAGO
Die SMS wird am 3. Dezember 2017 25 Jahre alt. Mit dem Smartphone tippt eine Frau in einer gelben Bluse eine Textnachricht.
Für iPhones und Smartphones mit Android gibt es zahlreiche kostenlose Apps, die Grundlagen der Ersten Hilfe vermitteln oder diese auffrischen sollen. Hilfsorganisationen sehen die Ratschläge fürs Handy grundsätzlich positiv, auch wenn die Anleitungen oft sehr knapp gehalten sind. Die Apps helfen dabei, gelerntes Wissen nochmal aufzufrischen. Bildrechte: Colourbox.de
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Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 16. Juni 2018 | 17:18 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2018, 14:14 Uhr

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