Tanksäulen an einer Tankstelle
Bildrechte: IMAGO

Große Unterschiede bei Spritpreisen In Sachsen-Anhalt ist Benzin derzeit am teuersten

14.03.2018 | 11:54 Uhr

Für Benzin zahlen Autofahrer in Sachsen-Anhalt am meisten. Auch in Thüringen und Sachsen sind die Spritpreise im Vergleich bis zu fünf Cent höher als in Bundesländern im Westen. Bei den Dieselpreisen liegt Mitteldeutschland im deutschlandweiten Vergleich dagegen im Mittelfeld.

Tanksäulen an einer Tankstelle
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Die Preise für Benzin und Diesel schwanken heftig: Vor allem morgens können die Spritpreise um bis zu 14 Cent in die Höhe schnellen und dann am späten Nachmittag und am Abend wieder deutlich sinken. Die Preisschwankungen haben aber nicht nur etwas mit der Tageszeit, dem Wochentag oder einem möglichen Ferienbeginn zu tun. Auch regional gibt es deutliche Unterschiede. Der ADAC vergleicht regelmäßig die Kraftstoffpreise bundesweit. Aktuell tanken Autofahrer vor allem in Sachsen-Anhalt, in Thüringen und Sachsen am teuersten. Während man in Hamburg nur 1,256 Euro für den Liter Super E10 bezahlt, kostet in Sachsen-Anhalt der Liter mit 1,326 Euro pro Liter im Schnitt gleich sieben Cent mehr.

Vergleich: Preise für Super E10 für ausgewählte Bundesländer (ADAC)
Bundesland Preise in € pro Liter Preis vom Vormonat
Hamburg 1,256 1,274
Schleswig-Holstein 1,280 1,313
Sachsen 1,301 1,318
Thüringen 1,316 1,323
Sachsen-Anhalt 1,326 1,335

Der ADAC hat bewusst die Preise für das bei Autofahrern eher unbeliebte Super E10 verglichen. Das sei an den Tankstellen bei den Benzin-Sorten am günstigsten und aufgrund des Bioanteils eine umweltfreundlichere Alternative. Bei den Dieselpreisen liegen Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen eher im Mittelfeld: Der Liter Diesel kostet im Saarland mit 1,187 Euro am meisten und ist in Hamburg mit 1,124 im Schnitt am günstigsten.

Vergleich: Preise für Diesel für ausgewählte Bundesländer (ADAC)
Bundesland Preise in € pro Liter Preis vom Vormonat
Hamburg 1,124 1,127
Schleswig-Holstein 1,144 1,154
Sachsen 1,148 1,151
Thüringen 1,160 1,157
Sachsen-Anhalt 1,168 1,167
Bayern 1,176 1,169
Saarland 1,187 1,185

Wenig Konkurrenz, höhere Preise

In beiden Vergleichen fällt auf, wie deutlich sich Hamburg und Schleswig-Holstein bei den Preisen von den anderen Bundesländern abheben. Eine mögliche Erklärung könnte die unterschiedliche Dichte beim Tankstellennetz sein, sagte Johannes Boos vom ADAC MDR JUMP:

Flächenländer wie Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen haben natürlich eine andere Konkurrenzsituation als es beispielsweise in Stadtstaaten wie Hamburg, Berlin und Bremen.

In den Stadtstaaten sei die Konkurrenz der Tankstellen untereinander größer. Daher seien diese Bundesländer im Preisvergleich meist weiter vorn zu finden.

Grundsätzlich seien die Vergleiche der Benzin- und Dieselpreise aber nur eine Momentaufnahme. Das könne sich schon innerhalb von Tagen wieder ändern. Im Herbst 2017 beispielsweise waren Saarland und Baden-Württemberg die Bundesländer, in denen das Tanken am teuersten war.

Tipps für Sparen

Auch wenn der Tipp inzwischen etwas banal klingt, sollten Autofahrer in ihrer Region die Preise für Benzin und Diesel immer vergleichen. Die können sich schon zwischen benachbarten Tankstellen um mehrere Cent unterscheiden. Beim Preisvergleich helfen Spritcheck-Apps, wie sie etwa der ADAC und Portale wie Clever-Tanken oder Mehr-Tanken anbieten. Viele Autofahrer haben sich aus Sicht von ADAC-Sprecher Boos noch nicht ganz daran gewöhnt, dass sie Preise inzwischen gut vergleichen können:

Bei vielen Autofahrern herrscht immer noch der Gedanke vor, dass es unterschiedliche Preise nach Wochentagen gibt. Dass es am Wochenende andere Preise gibt als in der Woche. Wichtiger ist, im Tagesverlauf strategisch zu tanken.

Zwischen 16 und 22 Uhr seien die Preise eher niedriger. Nachts oder am frühen Morgen dagegen könnten Benzin oder Diesel dagegen bis zu 14 Cent mehr kosten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Mittag | 14. März 2018 | 12:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2018, 11:55 Uhr

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