Reportage-Reihe: Gesucht, geklickt, gefunden?

08.02.2020 | 09:00 Uhr

Wir suchen nahezu alles online - Informationen, Reisen, die neuesten Kinofilme und auch Freunde. Das Internet hat viele Aspekte unseres Lebens verändert. Was für manche noch Neuland ist, ist für andere bereits Teil des Alltags. Doch passt offline zusammen, was sich online gefunden hat? Vier Menschen, vier Netzgeschichten.

Vier Menschen vor blauen Hintergrund.
Bildrechte: MDR JUMP

Freunde über das Internet zu finden ist heutzutage keine Seltenheit mehr. Onlinegruppen für Zugezogen zählen oft Tausende Mitglieder. Soziale Netzwerke wie Facebook und Messenger wie WhatsApp machen es leicht, neue Leute kennenzulernen und mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Und manchmal hilft der globale Kosmos des Netzes dabei, sich vor der eigenen Haustür zu engagieren.  Doch bestehen diese Online-Bekanntschaften auch den Realitäts-Check?

Auch die Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Neue Modelle sprießen aus dem Boden, weil der Job nicht mehr an einen festen Schreibtisch gebunden ist. Wie selbstverständlich sich viele im Netz bewegen, zeigt die vierteilige Reportagereihe "Verbunden".  Sie widmet sich dem digitalen Leben einer Generation, für die Online-Sein aus Alltag und Arbeitsleben nicht mehr wegzudenken ist. 

Ein Netz für Freunde

Almke Oncken ist online, um offline Gleichgesinnte zu treffen. Über Foodsharing.de kämpft sie mit anderen gegen Lebensmittelverschwendung, über Telegram-Gruppen sucht sie Kletterbegeisterte und Pflanzenliebhaber in der Nachbarschaft. Etwas, was für Almke nur online funktioniert: "Ich würde nicht auf die Idee kommen, irgendwelche Leute auf der Straße anzusprechen, ob sie Pflanzen für mich hätten." Auch ihre beste Freundin Mareike hat sie mithilfe von Couchsurfing kennengelernt. Zusammen nehmen sie gerne beim Running Dinner teil - einem Abendessen mit Fremden.

Das Netz als Arbeitsplatz

Übersetzerin Anja Müller kündigte trotz Bedenken aus ihrem Umkreis ihre Wohnung und zog in ihr Auto. Alles Hab und Gut - verstaut in 13 Kisten. Sie kann von überall aus arbeiten, vorausgesetzt sie hat Netz. "Immer mehr Menschen können unabhängiger und mobil arbeiten - ob sie nun im Camper leben oder in verschiedenen wechselnden Orten“, ist sie überzeugt. Zwischen Sonnenaufgängen, Stellplatzsuche und schlechten Empfang gründete sie die "Camper Nomads" eine Plattform für Gleichgesinnte. Doch sie träumt von Größerem. 

Vom Netz ins Krankenhaus

"Das alles klappt nur, wenn die Verbindung gut ist", lacht Afaf. Oft genug wartet sie den halben Abend darauf das ersehnte Freizeichen zu hören. Einfach mal die Eltern anrufen, das ist ihr viel zu oft vergönnt. Zwischen Emanzipation und Heimweh, ewigen Konnektivitätsproblemen beim Videotelefonat mit der Verwandtschaft und schnellen Sprüngen im eigenen Spracherwerb, Afaf ringt mit dem Netz – und gewinnt.

Ein Netz für Neue

Für Roman Topp ist das Netzwerken alles. In seinem beruflichen wie privaten Leben gibt es fast nichts und niemanden, der nichts damit zu tun hat. Der Gründe einer der größten "Neu in…"-Gruppe Facebooks nennt sich stolz "Netzwerker". "Das ist ein einzigartiger Beruf", sagt er. Über WhatsApp und Facebook hat er sich inzwischen ein Netzwerk mit weit mehr als 5.000 Kontakten aufgebaut. Doch angefangen hat all das wenig glamourös. Mit viel Einsamkeit und dem Wunsch, in einer ungewohnten Umgebung Anschluss zu finden.

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Diese Reportageserie entstand im Rahmen der Abschlussfilme des MDR Volontariatsjahrgans 2018/2020.

Dieses Thema im Programm MDR Fernsehen | 08. Februar 2020 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Februar 2020, 00:00 Uhr

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