Skipiste
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Urteil der Woche Wer haftet bei einem Ski-Unfall?

Ein Unfall auf der Skipiste kann schwere Verletzungen nach sich ziehen. Besonders kompliziert ist es, wenn die Schuld nicht eindeutig geklärt werden kann. Schließlich geht es auch oft um Schadensersatz. Ein Gericht hat jetzt festgelegt, wer bei einem Zusammenstoß Schuld ist.

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Einen solchen Fall hat das Landgericht Köln verhandelt. Ein Mann aus Köln und einer aus Bayern sind auf einer Skipiste zusammengestoßen. Der Kölner ist hinten aufgefahren, wodurch sich beide schwer verletzt haben. Sie ziehen vor Gericht, weil sie vom jeweils anderen Schmerzensgeld und Schadensersatz fordern. Sie weisen die Schuld von sich. Die Richter haben aber eine einfache Regel gefunden.

Das Urteil

Genauso wie im Straßenverkehr gilt auf der Piste ein einfacher Grundsatz:

Man kann sich darauf verlassen, dass niemand einen von hinten umfährt.

Rechtsanwalt Thomas Kinschewski

Das bedeutet, dass der Mann aus Köln die Schuld zugesprochen bekommt. Denn er ist hinten aufgefahren.

Der Bayer bekommt 6.000 Euro Schadensersatz und 2.000 Euro für seine Sachschäden oben drauf. Der Kölner, der selbst Schadensersatz haben wollte, geht leer aus.

Gilt auch "Rechts vor Links"?

Die Vermutung liegt nahe, dass die Richter dann auch andere Regeln von der Straße auf die Piste übernehmen. Zum Beispiel die Vorfahrtsregel, wenn ein Wanderweg die Piste kreuzt. Das ist aber nicht so.

Da gelten die Regeln, die der Pistenbetreiber aufstellt. In der Regel heißt das: Die Schnellpiste hat Vorrang vor kreuzenden Wegen.

Das Aktenzeichen 30 O 53/17

Rechtsanwalt Thomas Kinschewski
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Unser Experte Fast täglich werden im Gerichtssaal wichtige Urteile gesprochen, die Einfluss auf unser Leben haben können. Rechtsanwalt Thomas Kinschewski stellt jede Woche das Interessanteste in Kurzform bei MDR JUMP am Wochenende vor.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 09. Dezember 2017 | 12:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2017, 15:30 Uhr