Eine Frau zeigt aus dem Autofenster heraus jemandem den Mittelfinger
Nicht nur im Straßenverkehr können Beleidigungen teuer werden. Bildrechte: IMAGO

Diese Strafen gibt es für Beleidigungen

12.08.2018 | 12:00 Uhr

Menschen zu beleidigen ist strafbar. Die Grenzen zur Beleidigung sind aber nicht immer klar abgesteckt. Wir klären, was geht und was nicht.

Eine Frau zeigt aus dem Autofenster heraus jemandem den Mittelfinger
Nicht nur im Straßenverkehr können Beleidigungen teuer werden. Bildrechte: IMAGO

Nicht nur in der realen Welt, sondern auch in den sozialen Medien ist es immer einfach, andere Menschen zu beleidigen. Dabei sind diese Beleidigungen genauso strafbar, als würde man sie über einen Marktplatz rufen. Das kann richtig teuer werden.

Was ist eine Beleidigung?

Beleidigungen beginnen dort, wo jemand verunglimpft oder umgangssprachlich „heruntergemacht“ wird, erklärt Rechtsanwalt Thomas Kinschewski:

Der Einstieg in die Beleidigung ist auf jeden Fall auch schon das Zunge herausstrecken. Das kostet 150 Euro, der Mittelfinger kann schon 4.000 Euro kosten.

Unser Experte rät, vor dem Sprechen oder Absenden eines Kommentars eine kleine Kontrollüberlegung zu machen:

Will ich, dass man das zu mir sagt? Wenn die Antwort auf diese Frage 'Nein' lautet, sollte man sie auch nicht anderen gegenüber äußern.

Nonverbale Beleidigungen zählen genauso

Neben gesprochenen Beleidigungen, Beleidigungen im Netz oder per SMS, zählen auch der sogenannte Stinkefinger, der „Vogel“ oder die flache Hand vor dem Gesicht. Diese Gesten können genauso zu einer Geldstrafe führen, wie jedes Schimpfwort. Auch tätliche Angriffe, also beispielsweise jemanden anzuspucken oder mit Dreck zu bewerfen, zählen als Beleidigungen.

Welche Beleidigungen sind verboten?

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Einen Polizisten als "Bullen" zu bezeichnen kann mittlerweile straffrei bleiben. Das Wort sei zur Umgangssprache geworden. Aber das Wort "Bullenschwein" kann bis zu 1.500 Euro kosten.

Amtsgericht Augsburg
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Einen Polizisten als "Bullen" zu bezeichnen kann mittlerweile straffrei bleiben. Das Wort sei zur Umgangssprache geworden. Aber das Wort "Bullenschwein" kann bis zu 1.500 Euro kosten.

Amtsgericht Augsburg
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Diese beiden Wörter sollte man zwar besser nicht sagen, aber eine fristlose Kündigung rechtfertigen sie nicht, wenn man dabei betrunken ist.

Amtsgericht Köln (Az.: 210 C 148/98)
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Einen Polizisten zu beleidigen, ist generell keine gute Idee. Für das Kammergericht Berlin ist ein Clown mit einem "Spaßmacher und "Hanswurst" gleichzusetzen. Strafe in dem Fall: 225 Euro

Kammergericht Berlin (Az.: (4) 1 Ss 93/04 - 91/04)
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Sich mit dem Chef anlegen kommt auch nicht immer gut. Wer seinen Boss als "faulen Sack" bezeichnet, dem kann gekündigt werden. Aber nicht fristlos.

Arbeitsgericht Frankfurt/Main (Az.: 7 Ca 9327/07)
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Ein Stinkefinger kann locker mal 4.000 Euro kosten. Es sei denn, man wurde provoziert. In solchen Fällen gibt es kein Schmerzensgeld, befand das Gericht.

Amtsgericht Pinneberg (Az.: 63 C 124/02)
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Weitere Strafen aus dem Bußgeldkatalog
Beleidigung Strafe
"Du blödes Schwein" 475 €
"Asozialer" 550 €
"Du Holzkopf!" 750 €
"Bei dir piepts wohl!" 750 €
"Idiot" 1.500 €
"Alte Sau" 2.500 €

(Quelle: bussgeldkatalog.org; basierend auf diversen Gerichtsurteilen)

Rechtsanwalt Thomas Kinschewski
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Unser Experte Fast täglich werden im Gerichtssaal wichtige Urteile gesprochen, die Einfluss auf unser Leben haben können. Rechtsanwalt Thomas Kinschewski stellt jede Woche das Interessanteste in Kurzform bei MDR JUMP am Wochenende vor.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 12. August 2018 | 13:03 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. August 2018, 11:26 Uhr

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