Briefträger der Deutschen Post
Bildrechte: Imago/Fleig/Eibner

Überforderter Postbote ließ tausende Briefe und Päckchen verschwinden

Wer Briefe und Pakete verschickt, verlässt sich drauf, dass diese auch beim Empfänger auch ankommen. Im Raum Dresden verschwanden aber immer wieder Postsendungen – bis die ein Fußgänger in einem Waldstück bei Heidenau entdeckte. Der Postbote musste jetzt vor Gericht.

Briefträger der Deutschen Post
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Normale Briefe sind nicht versichert und eine Lieferfrist garantiert die Deutsche Post auch nicht. Trotzdem verlassen sich die Kunden darauf, dass ihre Briefe, Pakete und Karten auch sicher beim Empfänger ankommen. In auffällig vielen Fällen im Raum Dresden klappte das aber nicht.

Der Fall

Der 21-jährige hatte neben dem Studium als Postbote gearbeitet. Das funktionierte so lange gut, bis ihm eine neue Route durch die Sächsische Schweiz zugewiesen wurde. Unser Experte Rechtsanwalt Thomas Kinschewski sagt:

Die Route war ihm aber irgendwann zu anstrengend und dann hat er die Post gesammelt und nicht mehr ausgetragen. Der junge Mann hat dann 1.346 Poststücke in einem Wald versteckt. Das ist aufgeflogen und der Mann ist vor den Richter gekommen.

Das Urteil

Der ehemalige Postbote muss jetzt 1.400 Euro Strafe zahlen.

Der Richter hat gesagt: Nach mir die Sintflut, das ist auch keine Lösung. Der junge Mann kann froh sein, das hätte schlimmer ausgehen können. 1.400 Euro ist für eine solche Geschichte ein Klacks.

In einem ähnlichen Fall in Berlin vor fünf Jahren musste ein Postbote ins Gefängnis. Er hatte 1.300 Briefe behalten und zum Teil auch geöffnet. Der Mann hatte aber auch schon mehrere Vorstrafen. Im Dresdner Fall kann auf den Postboten noch einiges zukommen. Wer durch ihn einen Schaden erlitten hat, kann noch Schadenersatzansprüche geltend machen. Die verjähren frühestens in drei Jahren.

Am besten per Einschreiben

Wer wirklich sicher sein will, dass wichtige Briefe ankommen, sollte die immer als Einschreiben verschicken. Die sind mit bis zu 20 Euro Schadenersatz versichert und deren Weg kann die Post auch nachverfolgen. Bei Ärger können sich Postkunden auch an die Verbraucherzentralen wenden.

Rechtsanwalt Thomas Kinschewski
Bildrechte: Thomas Kinschewski

Unser Experte Fast täglich werden im Gerichtssaal wichtige Urteile gesprochen, die Einfluss auf unser Leben haben können. Rechtsanwalt Thomas Kinschewski stellt jede Woche das Interessanteste in Kurzform bei MDR JUMP am Wochenende vor.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 08. Dezember 2018 | 12:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2018, 16:47 Uhr

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