Last Minute Urlaub 2021: Was ist noch möglich?

Die Sommerferien stehen vor der Tür, doch bei der Urlaubsplanung waren viele bisher sehr zögerlich. Doch für Last Minute Urlaub ist es noch nicht zu spät.

Strandbesucher gehen über eine Treppe zum Strand „Praia do Camilo“ herab.
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Sollen wir den Urlaub jetzt buchen oder lieber doch noch warten? Diese Frage haben sich in den letzten Wochen und Monaten wohl viele von uns gestellt. Durch die Verbreitung der Delta-Variante macht sich Verunsicherung breit. Wie schnell sich die Situation in Urlaubsländern ändern kann, haben wir zuletzt bei Portugal und Großbritannien gesehen. Wir haben Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband gefragt, wie das Buchungsverhalten der Deutschen momentan ist und ob es noch etwas zu holen gibt.

Nachfrage steigt, Engpässe sind aber eher selten

Seit Mitte Mai nehmen die Buchungen in Reisebüros und auf Onlineportalen immer weiter zu, so Schäfer:

Wir merken, dass vor allem Familien wieder verstärkt ihren Urlaub buchen, weil die Ferien immer näher rücken.

Pauschalreisen ans Mittelmeer sind dabei besonders gefragt, aber auch in Deutschland wird in diesem Jahr gerne die Seele baumeln gelassen. Corona hat fast alle Lebensbereiche komplett auf den Kopf gestellt. Und so findet auch das Reisen unter besonderen Bedingungen statt. Viele Länder sind erst seit wenigen Wochen überhaupt wieder für den Sommerurlaub verfügbar. Dadurch, dass die Einreisebestimmungen stetig gelockert werden, wird auch das Angebot immer breiter:

Blick auf die mittelalterliche Festungsstadt Monemvasia
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Die Fluggesellschaften reaktivieren sukzessive immer mehr Flugzeuge, immer mehr Hotels öffnen. Es ist noch nicht überall das komplette Angebot verfügbar. Es werden aber auch nicht alle Deutschen in der Menge verreisen wie vor Corona. Sodass ein knapperes Angebot auf eine etwas geringere Anfrage stößt. Aber trotzdem kann es in einzelnen Bereichen und Regionen zu kleineren Engpässen kommen. Wer sich im Reisebüro oder auf Portalen erkundigt, der findet noch etwas.

Die gefragtesten Reiseziele seien dabei die deutsche Nord- und Ostseeküste, die Bayrischen Mittelgebirge, Österreich, Niederlande, Dänemark und die polnische Ostseeküste. Was Pauschalreisen angeht, stehen Spanien, Griechenland und die Türkei an erster Stelle. Die sind derzeit auch am beliebtesten. 7 von 10 gebuchten Reisen sind Pauschalreisen. Die Preisentwicklung sei dabei stabil. Je höher die Nachfrage und je länger man wartet, umso tiefer muss man eventuell in die Tasche greifen.

Flexibilität und Absicherung

Um sich noch einen Platz am Strand zu sichern, sollte man auf die Expertise der Reisebüros zurückgreifen. Torsten Schäfer empfiehlt auf die Beratung zu setzen und zu vertrauen, dann findet man für jeden Geldbeutel noch etwas:

Die Stichworte in diesem Jahr sind: Flexibilität, Absicherung und Kurzfristigkeit. Die Deutschen wollen flexibel sein, weil die Situation sich jederzeit ändern kann. Man bucht sehr kurzfristig, weil man nicht weiß, wie sich die Pandemie entwickeln wird. Und man sucht die stärkere Absicherung und sucht die Beratung im Reisebüro.

Die Experten und Expertinnen in den Reisebüros seien bestens über die Reisebestimmungen informiert und wissen mit welchen Einschränkungen gerechnet werden muss. Die Pauschalreise bietet laut Schäfer dabei die beste Absicherung. Kurz vor der Abreise kann hier noch umgebucht oder storniert werden, dafür haben die meisten Reiseveranstalter in diesem Jahr gesorgt. Die sogenannten Covid-Absicherungen sind auch immer mehr vertreten. Im Falle einer Erkrankung und der dazugehörigen Quarantäne werden zusätzliche Hotel- und Flugkosten übernommen. Wer trotz allem nicht die passende Reise findet, kann es mit ein paar Kniffen versuchen:

Man kann auf die Bundesländer ausweichen und dort abfliegen, wo noch oder schon keine Ferien mehr sind. Und vielleicht auch mal ungerade Ferienzeiten buchen. Die Dauer nicht genau auf 7, 14 oder 21 Tage legen, sondern mal 10 oder 15 Tage ausprobieren. Dann bekommt man häufiger etwas und kann dabei sogar noch sparen.

Die Reisewirtschaft sei gut vorbereitet. Sicherheitskonzepte seien umgesetzt, um möglichst sicheres Reisen zu ermöglich.

Eigenverantwortung ist hier aber auch gefragt. Jeder sollte sich im Eigeninteresse und im Interesse der Gemeinschaft an all die Vorschriften, an die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen halten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 07. Juli 2021 | 15:45 Uhr

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