Corona-Pflichttests, mehr Geld für Studenten und Azubis: Das ist neu ab August

Alles neu macht der August. Naja fast: Kreuzfahrten werden wieder erlaubt, es gibt mehr BAföG für Schüler und Studenten, aber auch verpflichtende Coronatests. Was sich alles ändert, haben wir hier zusammengefasst.

Urlauber warten am Flughafen Frankfurt/Main auf den Check-in
Bildrechte: imago images / Reichwein

Verpflichtende Corona-Tests

Rückkehrer aus Coronavirus-Risikogebieten müssen sich künftig einem Pflichttest unterziehen. Diese Maßnahme soll schon in den ersten Augustwochen umgesetzt werden. Die Tests sollen für die Reisenden kostenfrei sein und von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Sachsen will ab 3. August mit den Pflichttests starten. Die Risikogebiete werden vom Robert-Koch-Institut benannt. Die entsprechende Verordnung wird voraussichtlich in der nächsten Woche in Kraft treten. Getestet werden soll dann nicht nur an Flughäfen, sondern auch an Bahnhöfen und Autobahnraststätten.

Nach aktuellem Stand soll am 31. August auch die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung enden. Allerdings könnte sie auch weiter verlängert werden.

Das Corona-Arbeitszeitgesetz gilt nicht mehr

Im April wurde die sogenannte "COVID-19-Arbeitszeitverordnung" eingeführt. Die Regelung ermöglichte es Arbeitgebern, die Arbeitszeiten von Mitarbeitern zu verlängern, wenn dies in Folge der Corona-Pandemie nötig geworden war.

So durften die Einsätze im Bedarfsfall bis zu zwölf Stunden umfassen und der Wochenumfang bis zu 60 Stunden betragen. Ebenso war eine Verkürzung der Mindestruhezeiten auf bis zu neun Stunden möglich, soweit diese innerhalb von vier Wochen ausgeglichen wurde. Auch die Arbeit an Sonn- und Feiertagen wurde so grundsätzlich erlaubt - so weit die Mehrarbeit nicht anderweitig verteilt werden konnte. Diese Regelung fällt ab 1. August weg.

Letzte Chance für Anträge auf Überbrückungshilfe

Nur noch bis 31. August können die Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen beantragt werden, die die finanziellen Folgen der Coronavirus-Pandemie abfedern sollen. Insgesamt hat die Bundesregierung dafür 25 Milliarden Euro bereitgestellt.

Die Hilfe ist für Unternehmen, aber auch Solo-Selbstständige- und Organisationen aller Branchen gedacht, deren Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 in der Summe um mindestens 60 Prozent zum Vorjahr zurückgegangen ist. Erstattet werden fixe Betriebskosten wie etwa Mieten und Pachten bis zu einem Beitrag von 50.000 Euro pro Monat, für den Zeitraum Juni bis August. Die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden.

Mehr Geld für Azubis und Studenten

Ausbilder Carsten Pohle (l) erläutert Auszubildenden im 2. Lehrjahr die Funktionsweise eines Hybridantriebes.
Bildrechte: dpa

Gute Nachrichten: Ab 1. August gibt es mehr BAföG. Der Höchstbetrag bei der Ausbildungsförderung wird von 853 auf 861 Euro pro Monat angehoben. Wer eine schulische Ausbildung absolviert, kann bis zu 832 Euro bekommen (statt bisher 825 Euro).

Der Freibetrag auf das Einkommen der Eltern, der Grundlage für die Berechnung der Ausbildungsförderung ist, wird ebenfalls wieder angehoben. Dadurch erhöht sich auch die Gruppe derer, die BAföG beantragen können. Eine weitere Anhebung ist für das kommende Jahr geplant.

Und auch die Berufsausbildungsbeihilfe (kurz BAB) steigt. Zum 1. August wird sie von 716 Euro auf 723 Euro angehoben. Und auch junge Menschen mit Behinderung bekommen mehr Ausbildungsgeld.

Auch beim "Aufstiegs-BAföG" ändert sich was

Vormals unter dem Namen "Meister-BAföG" bekannt, ist das Aufstiegs-BAföG vor allem für Menschen gedacht, die sich beruflich weiterbilden möchten und zum Beispiel ihren Meister machen wollen. Mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse sind förderfähig.

Und auch hier gibt es mehr Geld: Ab 1. August wird beispielsweise der einkommensabhängige Zuschuss zum Unterhalt zum Vollzuschuss ausgebaut. Zudem kann die Förderung nun für bis zu drei - statt bisher eine - Fortbildungsstufen in Anspruch genommen werden. Und es gibt auch höhere Zuschüsse für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren. Die Förderung teilweise ein Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, teils ein zinsgünstiges Darlehen.

Kreuzfahrtschiffe stechen wieder in See

Ab 1. August heißt es wieder "Leinen los!". Dann sind wieder Kreuzfahrten erlaubt. Allerdings gibt es auch hier Einschränkungen: Es muss ein Hygienekonzept geben. Geplant sind außerdem lediglich Kurzreisen ohne Zwischenstopps und ohne Landgänge. Die Kapazitäten der Schiffe sollen nur zur Hälfte ausgelastet werden.

Das neue Ausbildungsjahr beginnt

Es sind denkbar schwierige Bedingungen, unter denen viele Azubis jetzt ihre Ausbildung anfangen dürfen. In elf Berufen ist dieses Jahr die Ausbildungsordnung angepasst worden. Sie sollen damit den Anforderungen der zunehmenden Digitalisierung gerecht werden. Dazu zählen etwa die Ausbildung zur Bankkauffrau/-mann, Fachinformatiker/-in oder Kauffrau/-mann für Digitalisierungsmanagment. Insgesamt haben Jugendliche und junge Erwachsene die Wahl zwischen 326 anerkannten dualen Ausbildungsberufen.

Das ist sonst noch neu ab August

  • Die Bundesregierung weist nochmal explizit darauf hin, dass Corona-Infektionen bei Haustieren meldepflichtig sind.
  • In Krankenhäusern gilt in vielen Bereichen wieder die vorgeschriebene Mindestbesetzung mit Pflegekräften. Ausgenommen sind die Bereiche Kardiologie, Unfallchirurgie, Herzchirurgie und Neurologie.
  • Entsandte Arbeiter aus der EU haben zukünftig mehr Rechte, unter anderem haben sie Anspruch auf Tariflohn, Weihnachts- und Urlaubsgeld und Gefahrenzulagen. Mehr dazu hier.
  • Urlauber, die mit dem Auto durch Tirol fahren dürfen in einigen Bezirken ab 1. August nicht ohne guten Grund von der Autobahn abfahren. Das Abfahrverbot soll bis 13. September gelten.
  • Das Pflanzenschutzmittel Biscaya von Bayer mit dem Wirkstoff Thiacloprid hat ab 3. August keine Zulassungspflicht mehr. Reste müssen bis 3. Februar 2021 abverkauft und aufgebraucht sein.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 01. August 2020 | 10:45 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP