Urlaub mit Kindern ohne Impfung - kann das funktionieren?

Kinder müssen draußen bleiben? Weil Kinder ja aktuell noch nicht gegen Corona geimpft werden können, sah es in Bezug auf den Urlaub kurzzeitig so aus. Doch das Problem scheint gelöst.

Kinder beim Zelten
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Wandern in den Alpen, Sandburgen bauen auf Rügen oder in Dänemark, Paddeln in Polen – jeder von uns hat ein paar Ideen für den Sommerurlaub. Und während es noch bis vor ziemlich kurzer Zeit so aussah, als könnten wir uns das alles wegen der dritten Corona-Welle ein weiteres Mal in die Haare schmieren, mehrten sich in den vergangenen Tagen die guten Signale.

Das Go aus der Politik

Da ließ zum Beispiel Gesundheitsminister Jens Spahn wissen, er halte Sommerurlaub in der EU für möglich, auch ohne Impfung. Viele klassische Urlaubsziele bemühen sich derzeit, die Einreiseregeln möglichst touristenfreundlich zu gestalten.
Wirtschaftsminister Peter Altmaier sagte mit Blick auf Urlaub im eigenen Land:

Wenn sich alle Mühe geben und vorsichtig sind bei den nächsten Öffnungen, werden wir erleben, dass Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen öffnen und die Menschen hier in Deutschland Urlaub machen können.

Großer Unsicherheitsfaktor

Doch gab es immer einen großen Unsicherheitsfaktor: Wenn von solchen Reisen die Rede war, ging es dann womöglich nur um Geimpfte? Das würde ja Kinder de facto ausschließen, weil für sie noch gar kein Corona-Impfstoff zugelassen ist. So hatte es zwischendrin Mecklenburg-Vorpommern gehalten, wo laut Verordnung nur vollständig Geimpfte für Tagesausflüge einreisen durften.

Das Thema hat euch bewegt, das haben wir an euren Nachrichten an uns gesehen:

Ist ja schön, wenn vollständig Geimpfte dann wieder in den Urlaub fahren können – die Kinder können wir ja schlecht zu Hause lassen.

Das schreibt uns etwa eine Userin. Und das ist ja tatsächlich so – selbst wenn die Idee eines Urlaubs nur zu zweit für das eine oder andere Elternpaar ja auch für eine Sekunde attraktiv sein könnte… Aber eben doch ziemlich unpraktikabel.

Also, wie sieht es da nun aus? Um es kurz zu sagen: mittlerweile eigentlich ziemlich entspannt. Das hat, wenn wir erst einmal auf Urlaub im Ausland schauen, vor allem mit der am Mittwoch verabschiedeten neuen Coronavirus-Einreiseverordnung zu tun. Die macht das Reisen in Europa deutlich einfacher. Zunächst besagt sie, dass Geimpfte, Genesene und negativ Getestete nach Deutschland zurückreisen können, also nach dem Urlaub, und nicht mehr in Quarantäne müssen – zumindest, wenn sie nicht in einem sogenannten Virusvariantengebiet waren.

Mecklenburg-Vorpommern mag jetzt auch wieder Kinder

Weiterhin wird es mit der Verordnung aber auch für Familien leichter zu reisen. Denn Eltern müssen zwar zum Beispiel geimpft sein, Kinder aber nicht. Nachweise für Test, Genesung oder Impfung sind für Kinder unter sechs Jahren generell nicht notwendig. Womit auch dieses Problem eigentlich gelöst wäre.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern, wenn wir jetzt mal zum Urlaub im Inland kommen, hat sich die Sache mit den Kindern inzwischen auf gute Weise geklärt. Die Landesregierung hat nämlich ihre ursprüngliche Verordnung korrigiert. Wer einreisen darf, kann jetzt auch seine nicht geimpften Kinder bis zum Alter von 18 Jahren mitbringen – unter Bedingungen. So ist ab einem Alter von sechs Jahren ein negativer Schnelltest nötig. Allerdings genügt auch ein negatives Selbsttest-Ergebnis. Und die typischen Covid-Symptome darf niemand in der Familie haben.

Zunächst dürfen doppelt Geimpfte und Genesene nach Mecklenburg-Vorpommern reisen. Ab 7. Juni können zunächst alle Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper wiederkommen. Andere Gäste aus ganz Deutschland dürfen dann ab 14. Juni Urlaub im Land machen. Dies gelte auch für Menschen ohne Corona-Impfung und für Kinder, so Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

Selbstverständlich gilt Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern für alle, insbesondere für Kinder.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 15. Mai 2021 | 10:10 Uhr

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