Reisewarnung oder Reisehinweis? - Was du für den Urlaub in Zeiten von Corona wissen musst

Ein Strandurlaub in Europa könnte diesen Sommer doch drin sein. Die Bundesregierung will für 31 Länder die Reisewarnung aufheben. Doch was passiert, wenn doch der Fall der Fälle eintritt?

Strand von Mallorca.
Bildrechte: imago/Eibner

Die Sommerferien am Strand könnten vielleicht doch nicht ganz ins Wasser fallen. Die Bundesregierung überlegt, die Reisewarnung für alle EU-Länder und Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein aufzuheben. Das sind gute Nachrichten für alle, die im Sommer in den Süden fahren wollten.

Doch wer sich in ein Land wagen will, für das noch eine Reisewarnung gilt, sollte aufpassen, meint Rechtsanwalt Hermann Gloistein:

Die Auslandskrankenversicherung erlischt, wenn man in ein Gebiet reist, für das eine Reisewarnung besteht.

Bei einem Reisehinweis sei das nicht der Fall. Generell sei die weltweite Reisewarnung, die die Bundesregierung zu Beginn der Corona-Krise ausgesprochen hat, wohl eher als Schutzschirm für die Versicherungsbranche zu sehen.

Im Gegensatz zur Reisewarnung kann das Außenministerium auch Reisehinweise aussprechen. Die haben meistens wenige bis gar keine Folgen, erklärt Herman Gloistein. Es seien eben nur Hinweise, die man beachten sollte.

Reisewarnung oder Reisehinweis? Ein wichtiger Unterschied

Neben der Auslandskrankenversicherung betrifft die Unterscheidung zwischen Reisewarnung und Reisehinweis auch andere Bereiche. Zum Beispiel das Recht auf Storno der Reise. Zwar kann man eine Reise grundsätzlich immer stornieren, sagt Hermann Gloistein, oft muss man dann aber auch Gebühren in Kauf nehmen.

Die Zahlung einer Vergütung im Fall eines Stornos entfällt immer nur dann, wenn besondere Umstände vorliegen, die der Reise entgegenstehen. Solche besonderen Umstände erkennt man im allgemeinen an einer Reisewarnung.

Außerdem können mit so einer Warnung auch Rückholaktionen für deutsche im Ausland legitimiert werden. Liegt ein Notfall vor, ist der Staat nämlich zu Schutzmaßnahmen für seine Bürger im Ausland verpflichtet.

Die große Frage ist natürlich, wann der Notfall eintritt. Herman Gloistein gibt sich vorsichtig:

Das wird sicherlich nicht der Fall sein, wenn an einem Urlaubsort auf einmal doch eine etwas höhere Erkrankungsrate auftritt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 26. Mai 2020 | 12:45 Uhr

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