Blitze schlagen während eines Gewitters am Abend in die historische Altstadtkulisse mit der Frauenkirche (l-r), dem Ständehaus, der Hofkirche und dem Hausmannsturm ein.
Blitze schlagen während eines Gewitters am Abend in Dresden in die historische Altstadtkulisse mit der Frauenkirche (l-r), dem Ständehaus, der Hofkirche und dem Hausmannsturm ein. Bildrechte: dpa

Unwetter Erneut schwere Gewitter mit Starkregen und Hagel

In der Nacht zum Mittwoch sind schwere Unwetter vor allem über den Osten Deutschlands gezogen. Die Rettungskräfte mussten wegen Blitzschlägen, Schlammlawinen, Überflutungen und Unfällen ausrücken. In einigen Regionen Thüringens und Sachsen-Anhalts fiel das Telefonnetz aus. Besonders stark waren die Niederschläge in der Region Bautzen.

Blitze schlagen während eines Gewitters am Abend in die historische Altstadtkulisse mit der Frauenkirche (l-r), dem Ständehaus, der Hofkirche und dem Hausmannsturm ein.
Blitze schlagen während eines Gewitters am Abend in Dresden in die historische Altstadtkulisse mit der Frauenkirche (l-r), dem Ständehaus, der Hofkirche und dem Hausmannsturm ein. Bildrechte: dpa

In der Nacht zum Mittwoch sind erneut starke Gewitter mit erheblichen Windstärken über Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gezogen. In Sachsen, in der Region um Leisnig, ereigneten sich durch den Starkregen mehrere Schlammlawinen. Sie führten laut Polizei teils entwurzelte Bäume mit sich. Ein Fahrradfahrer sei schwer verletzt worden, als er in eine solche Lawine geriet. Zwischenzeitlich musste die Polizei Straßen sperren, inzwischen seien diese aber wieder frei.

Auch im Raum Wurzen hat es Reportern zufolge Schlammlawinen gegeben. Außerdem soll in Leipzig-Volkmarsdorf eine S-Bahn-Unterführung voll Wasser gelaufen sein.

Das Blaulicht eines Feuerwehrautos leuchtet an einem Einsatzort. 1 min
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Heftige Gewitter haben in einigen Dörfern zu Schlammlawinen geführt, so in Wagelwitz bei Grimma. Jens Mehnert von der örtlichen Feuerwehr schildert seine Eindrücke.

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Mi 12.06.2019 07:56Uhr 00:21 min

https://www.mdr.de/sachsen/leipzig/grimma-oschatz-wurzen/audio-1079734.html

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Eine Verletzte und ausgefallene Telefone in Thüringen

Aus Thüringen werden überflutete Straßen in Schmalkalden und Bad Salzungen gemeldet. Eine Frau wurde verletzt, als sie im Landkreis Gotha gegen einen umgestürzten Baum fuhr. Auch in und um Eisenach, Meiningen, Gotha und Friedrichroda standen nach MDR-Berichten Straßen unter Wasser  oder wurden mit Schlamm überzogen. In Immelborn im Wartburgkreis mussten eine Unterführung gesperrt und Keller leer gepumpt werden. Vereinzelt stürzten Bäume um.

In weiten Teilen des Eichsfeldes funktionierten die Telefone nicht mehr: Sowohl das Telekomnetz als auch die mehrerer Mobilfunkanbieter fielen aus.

Mehrfamilienhaus unbewohnbar, Probleme mit dem Telefonnetz

In Sachsen-Anhalt schlug der Blitz in ein Mehrfamilienhaus in Dessau-Roßlau ein. Laut Polizei ist es nach den Löscharbeiten nicht mehr bewohnbar, elf Bewohner mussten das Haus am frühen Morgen verlassen. Im Landkreis Börde und in der Altmark liefen Keller voll, Bäume stützten um. In Eimersleben schlug ein Blitz in eine Scheune ein und setzte sie in Brand. In Schneidlingen wurde ein Gehöft überflutet.

Im Landkreis Wittenberg fielen nach einem Bericht bei der Rettungsleitstelle die Telefone aus.

Flugverspätungen in Berlin

In Berlin führten die Gewitter zu stundenlangen Flugverspätungen auf den beiden Flughäfen der Stadt, weil Passagiere weder ein- noch aussteigen konnten. Auch in Brandenburg musste die Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Regen überflutete mehrere Straßen.

Autos fahren auf der überfluteten A100 in Berlin 1 min
Autos fahren auf der überfluteten A100 in Berlin Bildrechte: TNN

Am Mittwoch erneut Gewitter

Am Mittwoch soll das Wetter ähnlich werden. Im Westen ist es wolkig mit lokalen Regenschauern bei 19 bis 23 Grad. Im Osten scheint die Sonne intensiver, bei Temperaturen zwischen 25 und 33 Grad. Deswegen werden dort auch wieder Schauer und Gewitter entstehen.

Erst am Donnerstag und Freitag sinkt die Gewitterwahrscheinlichkeit in ganz Deutschland. Die Temperaturen steigen bei einem freundlichen Mix aus Sonne und Wolken. Am Donnerstag werden deutschlandweit zwischen 22 bis 27 Grad erwartet, am Freitag soll es zwischen 25 und 32 Grad warm sein.

Thomas Globig 3 min
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Bayern und Sachsen stark betroffen

Am Pfingstmontag waren vor allem Teile Bayerns und Sachsens von heftigen Unwettern getroffen worden. Im Süden Sachsens fielen 30 bis 50 Liter Regen pro Stunde. Der DWD registrierte Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu vier Zentimetern. Im Erzgebirgskreis meldete die Polizei mehrere überflutete Straße. Im Kirnitzschtal in der Sächsischen Schweiz wurden mehrere kleine Erdrutsche gemeldet. Die Kirnitzschtalbahn muss bis voraussichtlich Mittwoch den Betrieb einstellen.

Dieses Thema im Programm MDR AKTUELL RADIO | 11. Juni 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2019, 13:41 Uhr

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