Serie „New Girl“: Unterscheiden sich Männer- und Frauenfreundschaften?

Die beliebte Serie „New Girl“ feiert ihr zehnjähriges Jubiläum. Für ihre Darstellung von Männern, die sich auch mal verletzlich zeigen, wurde sie von vielen gefeiert. Aber sind Freundschaften zwischen Männern eigentlich so anders als Freundschaften zwischen Frauen?

Die Serie "New Girl" feiert Jubiläum.
Bildrechte: IMAGO / Everett Collection

Freundschaften zwischen Männern sind klischeebelastet: Bier trinken, Fußball gucken, wenig reden. Lange Zeit gehörte es für Männer zum guten Ton, ihre Emotionen möglichst zu unterdrücken. Doch die Welt verändert sich, Männer zeigen sich immer häufiger auch von ihrer verletzlichen Seite. Die Serie „New Girl“ veröffentlichte vor rund zehn Jahren ihre Pilotfolge und zeigte in den folgenden sieben Staffeln, wie Freundschaften zwischen Männern unabhängig von Stereotypen aussehen können.

Einer der Charaktere ist Nick. Sein Freund Schmidt ist ihm zu gefühlsduselig, er macht Dinge lieber mit sich selbst aus. In vielen Folgen lernt er aber immer wieder, dass es vollkommen in Ordnung ist, über seine Gefühle zu sprechen. Dazu gehört auch, seinen Freunden ab und an mitzuteilen, dass man sie gerne hat. Auch diese Lektion lernt Nick und das bereits in den ersten Folgen.

Weniger Verurteilung, offene Diskussionen

Eine Studie der University of Winchester in England hat sich mit dem Thema Männerfreundschaften beschäftigt. Die Befragten erklärten, dass ihnen eine innige Freundschaft mit dem gleichen Geschlecht eher dabei helfe, sich emotional zu öffnen und diene der Lösung von Konflikten in ihrem Leben. Einer der Co-Autoren, Adam White, sah im Gespräch mit dem „Live Science“ Magazin einige Unterschiede zwischen Liebesbeziehungen und Freundschaften von Männern. So gebe es untereinander offenbar weniger Verurteilung, offenere Diskussionen und einen direkten Ausdruck ihrer Gefühle.

Eine weitere Studie der Universität of Waikato in Neuseeland fand heraus, dass Frauen intimer und emotionaler in ihren gleichgeschlechtlichen Freundschaften sind. Im Fokus stehen dabei vor allem Gespräche über persönliche Probleme. Währenddessen geht es bei Freundschaften zwischen Männern häufiger um gemeinsame Aktivitäten, so die Studie.

Emotionen sollten kein Tabuthema sein

Egal, wie man diese Ergebnisse interpretieren möchte: Der Blick auf Männer in der Gesellschaft hat sich verändert. Serien wie New Girl zeigen, dass emotionale Themen kein Tabu sind, ganz unabhängig vom Gegenüber. Emotionen zu unterdrücken, gehörte vielleicht vor hundert Jahren noch zum guten Ton. Heutzutage profitieren alle Freundschaften, unabhängig vom Geschlecht, davon, offen anzusprechen, was im Kopf gerade passiert.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 24. September 2021 | 11:27 Uhr

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