Glühende Holzkohle
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Diese Holzkohle kaufen Grillfans mit gutem Gewissen

24.05.2019 | 11:34 Uhr

Holzkohle in den Grill, anheizen, Steaks und Würstchen drauf: Das macht für viele den Nachmittag mit Freunden oder Familie perfekt. In vielen Holzkohlesäcken vom Baumarkt oder Supermarkt ist laut einem aktuellen Test aber Holz aus abgeholzten Urwäldern drin. Wer das nicht will, geht mit zwei Umweltsiegeln auf Nummer sicher.

Glühende Holzkohle
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Nach echtem Grillspaß klingt das nicht, was die Tester von Stiftung Warentest mit insgesamt 17 Säcken Holzkohle gemacht haben. Die Experten haben sich unter einem Spezialmikroskop genauer angesehen, was die Anbieter in die Säcke gepackt haben. In fünf Holzkohlesäcken war demnach Holz aus dem Raubbau an Urwäldern. Die Untersuchung bestätigt frühere Tests von Umweltschützern, die in Grillkohle hohe Anteile von Tropenholz gefunden haben.

"Steht nichts auf dem Sack, ist sicher Tropenholz drin"

Grundsätzlich müssen die Hersteller nicht angeben, was sie in die Holzkohle packen. In der EU gibt es zwar eine Vorschrift, nach der nur legales Holz importiert werden darf. Für die Grillkohle und auch für Briketts gilt die Verordnung aber nicht. Importeure müssen also auch nicht die Herkunft nachweisen. Das wird offenbar ausgenutzt, wie der aktuelle Test zeigt. Reiner Metzger von Stiftung Warentest sagte MDR JUMP:

Reiner Metzger von Stiftung Warentest
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Wir haben auf dem Markt ziemlich viel Tropenholzkohle und die stammt ganz oft aus Raubbau in Afrika und Südamerika. Da wird Regenwald oder geschützter Wald dafür gerodet. Die kommt trotzdem bei uns auf den Markt und wenn sie einen Sack haben, wo nicht drauf steht, welches Holz das ist und wo es herkommt, dann sind die Chancen sehr hoch, dass sie genau solches Holz in ihren Grill reinlegen.

Der Preis eines Holzkohlesacks sage nichts darüber aus, ob Tropenholz drin sei. Sowohl sehr günstige Kohle als auch teure sei im Test frei von Holz aus Raubbau gewesen.

Grillfans können auf zwei Siegel achten

FSC-Logo
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Wer Holzkohle ohne Raubbau möchte, sollte Produkte mit klarer Herkunftsangabe und mit Umweltsiegel kaufen. Damit gehe man auch nicht immer auf Nummer sicher, sagen die Tester. Aber es sei eben besser als gar nichts, wie der Test zeigt. Auf dem Sack steht dann beispielsweise "aus europäischen Laubbäumen". Das kann auch heißen, dass die Holzkohle aus der Ukraine stammt. Dort gibt es aktuell viele illegalen Holzeinschlag und Korruption, heißt es von Stiftung Warentest. Die rät zu zwei Siegeln: Das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) darf nur Kohle bekommen, für die das Holz überprüfbar aus "verantwortungsvoller Waldwirtschaft kommt". Auf die Einhaltung der Regeln für das Siegel achtet unter anderem Greenpeace.

Reiner Metzger sagte:

Zudem gibt es noch ein Siegel von der Holzwirtschaft selber, das enthält die Buchstaben PEFC. Das ist ganz in Ordnung und immer noch besser als wenn nichts auf dem Sack steht.

PEFC-Siegel
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PEFC steht für "Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes". Laut der Organisation kontrollieren "unabhängige Organisationen" die Einhaltung der Regeln in den Wäldern, deren Holz das Siegel tragen dürfen.

So erkennt man qualitativ hochwertige Holzkohle

Die Tester von Stiftung Warentest haben nicht untersucht, wie gut die geprüfte Holzkohle Glut entwickelt und wie lange die sie hält. Wer beim Kauf etwas aufmerksam sei, könne aber qualitativ hochwertige Holzkohle von schlechter unterscheiden. Das sagt Andreas Bräuer von der 1. Deutschen Grill- und BBQ-Schule Erfurt:  

Bratwürste auf dem Grill.
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Man kann den Sack mit der Kohle in die Hand nehmen und den Unterboden leicht in der Hand tanzen lassen. Wenn man am Boden weniger das Gefühl von Zucker und mehr von Stücken hat, ist das erstmal gut verkohlte Holzkohle.

Grillprofi Andreas Bräuer rät zudem zur „Klangprobe“. Dabei schüttelt man die Holzkohle im Sack neben dem Ohr und lässt sie kullern. Wenn es dabei einen hellen Klang gibt, handelt es sich um gute Holzkohle für gleichmäßige Hitze.

Dieses Thema im Programm Die MDR JUMP Feierabendshow | 24. Mai 2019 | 14:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Mai 2019, 11:33 Uhr

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