Trockenheit in Mitteldeutschland – Einwohner sollen Straßenbäume wässern

17.07.2018 | 11:33 Uhr

Wegen der anhaltenden Trockenheit haben viele Städte und Gemeinden in Mitteldeutschland ihre Einwohner aufgerufen, Straßenbäume und das Grün in Parks zu gießen. Hier erfährst Du, ob Deine Gemeinde auch dabei ist, worauf beim Gießen zu achten ist und welche Probleme Wildtiere mit der Hitze haben.

Die Rasenflächen werden braun, Bäume und Büsche lassen traurig die Blätter hängen - die anhaltende Trockenheit setzt der Natur auch in den mitteldeutschen Städten und Gemeinden zu. Michael Reif, Sprecher der Stadt Magdeburg im Gespräch mit MDR JUMP:

Wer aktiv werden möchte, kann einem Jung- oder Straßenbaum vor der eigenen Haustür mit einem Eimer Wasser sicher einen kleinen Gefallen tun und die Stadtgärtner etwas unterstützen. Es kann also jeder mit kleinen Maßnahmen helfen, das Grün weitestgehend unbeschadet durch die Trockenperiode zu begleiten.

Auch die Stadt Leipzig hat ihre Einwohner aufgerufen, die Straßenbäume zu gießen. Auf der Website der Stadt Leipzig heißt es:

Eine flächendeckende zusätzliche Bewässerung ist nicht möglich. Deshalb hilft jede Wasserspende von Anwohnern für das öffentliche Grün des Wohnumfeldes und trägt dazu bei, Trockenschäden zu verhindern. Wer selbst mit anpacken möchte, kann dem Baum vor der Haustür mit einem Eimer Wasser etwas Gutes tun!

Wichtig ist den Verantwortlichen in Magdeburg auch noch: "Die Stadtverwaltung bittet in diesem Zusammenhang erneut darum, bis zu den nächsten ergiebigen Niederschlägen auf das Grillen auf den öffentlichen Grillwiesen zu verzichten." Auch Dresdens Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen weiß, wie schwer es ist, die rund 50.000 Straßenbäume über die Trockenheit zu bringen:

Tatsächlich können wir als Stadt nicht alle Bäume wässern. Wir freuen uns deswegen, wenn die Dresdnerinnen und Dresdner mithelfen und diese Bäume gießen, am besten natürlich  mit – so noch vorhanden – gesammeltem Regenwasser.

Der NABU empfielt übrigens, die Bäume einmal in der Woche mit acht bis zehn Eimern Wasser zu gießen. Die Bäume in den Städten zu erhalten, hat auch ganz praktischen Nutzen für die Stadtbewohner. Schließlich sorgt das Grün auch für Kühlung und spendet Schatten. Dresdens Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen:

Bäume sind gerade an diesen heißen Tagen enorm wichtig für die Kühlung der Stadt. Sie spenden Schatten und verdunsten über ihre Blätter Feuchtigkeit. Gerade in besonders überwärmten Stadtgebieten müssen wir deshalb alte Bäume erhalten und jungen helfen, groß zu werden

Wildtiere leiden weniger unter der Hitze

Die Tiere im Wald leiden weniger unter der Hitze. Außerdem haben sie Strategien entwickelt, den hohen Termperaturen zu entgehen. Entweder passen sie ihren Tagesablauf an oder sie sitzen die Hitze einfach aus. Teresa Brose, Sprecherin Sachsenforst im MDR JUMP-Interview:

Tiere wie der Fuchs oder der Dachs bleiben bei großer Hitze einfach länger in ihrem kühlen Bau. Andere meiden die Tageszeiten mit hohen Temperaturen und versuchen Energie zu sparen. Wildschwein und Rotwild sucht einen kühleren Bereich im Wald, zum Beispiel legen sie sich in Tümpel oder Matschlöcher.

Fakt ist auch: An Wasser mangelt es den Tieren im sächsischen Forst noch nicht, meint Brose.

Auch Stadttiere brauchen Wasser

Angesichts der anhaltenden Trockenheit hat der Naturschutzbund NABU aufgerufen, durstige Vögel und Insekten mit Tränken zu unterstützen. Kathrin Koch, Naturschutzreferentin und Leiterin des Wildtiertelefons beim NABU Berlin:

Die Lage ist bedrohlich und die Tiere leiden fürchterlich unter dem Wassermangel.

Wichtig sei es, den Tieren saubere Vogeltränken anzubieten, etwa im Garten, auf dem Balkon oder auf der Baumscheibe vor der Haustür. Das Wasser sollte demnach täglich gewechselt werden. Außerdem empfehlen die Naturschützer, das Gefäß täglich mit kochendem Wasser zu reinigen, um Keimen vorzubeugen. Als Tränke eigne sich ein einfacher Untersetzer für Blumentöpfe.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 20. Juli 2018 | 16:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2018, 11:33 Uhr

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