Alles was du über Trinkgeld im Restaurant wissen musst

zuletzt aktualisiert: 02.01.2020 | 11:03 Uhr

Wenn man schön mit der Familie essen geht, dann kommt meist eine ordentliche Rechnung zusammen. Und dann noch das Trinkgeld. Wie viel soll man geben? Und muss man überhaupt?

Geld unter einer Tasse
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Trinkgeld geben gehört in deutschen Restaurants zum guten Ton. Viele Servicekräfte in der Gastronomie sind sogar darauf angewiesen und bessern damit ihr Gehalt auf. Aber wie viel soll man geben? Lisa Kaiser von der deutschen Kniggegesellschaft kennt die Antwort:

Dafür gibt es eine Faustregel in Deutschland und die lautet: fünf bis zehn Prozent des Rechnungsbetrags.

Die fünf Prozent, sagt Lisa Kaiser, sollten dann aber die Untergrenze sein, die man gibt, wenn der Service nicht so toll war.

Trinkgeld wird weniger

Es habe sich so eingebürgert, dass man am Trinkgeld spart, sagt die Benimmexpertin weiter. "Man macht sich keine Gedanken darüber, dass mit einem Trinkgeld eine Dienstleistung auch honoriert wird." Stattdessen ist oft zu beobachten, dass Gäste einfach auf den nächsten vollen Betrag aufrunden. Also 17.90 auf 18 Euro zum Beispiel.

Das wird als großzügig Empfunden, aber für den Kellner ist das eigentlich eine Beleidigung.

Woher kommt Trinkgeld?

Trinkgeld gibt es in Deutschland schon seit dem Mittelalter. Die Gebrüder Grimm haben es in ihrem Wörterbuch der deutschen Sprache von 1854 so definiert:

Kleinere Geldsumme für außer der Regel geleistete Dienstverrichtung, ursprünglich zum Vertrinken (bibale), auch Biergeld genannt.

Lisa Kaiser erklärt, dass das Trinkgeld damals vor allem für Leute gedacht war, die mit ihrem Geschäft von Ort zu Ort gefahren sind und dort ihre Dienstleistungen angeboten haben.

Andere Länder andere Sitten

Trinkgeld ist wahrscheinlich eines der größten Fettnäpfchen, in die man im Urlaub treten kann. Denn die Trinkgeld-Sitten unterscheiden sich einigen Ländern massiv voneinander. In den USA und Großbritannien werden zum Beispiel 15 bis 20 Prozent Trinkgeld erwartet.

In Italien und Griechenland ist das Trinkgeld wiederum eher unüblich. Reiseführer empfehlen, höchstens ein bis zwei Euro zusätzlich dazulassen. In asiatischen Ländern wie China und Japan ist es dagegen vollkommen unüblich, Trinkgeld zu geben. Dort wird es sogar als Beleidigung empfunden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 03. Januar 2020 | 10:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Dezember 2019, 11:03 Uhr

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