Ups, schon wieder vergessen... Warum Vergesslichkeit normal ist und wie wir unser Gedächtnis verbessern

05.06.2018 | 07:52 Uhr

"Wo sind nur die Autoschlüssel?“ "Und wie heißt der neue Freund der Nachbarin nochmal?“ Diese oder ähnliche Fragen haben wir uns sicher alle schon mal gestellt. Ist das die Vorstufe zur Demenz? Wie viel Vergesslichkeit ist normal? Wir haben die Antworten und ein paar Tipps fürs Gedächtnistraining!

Dass wir Dinge vergessen, ist völlig normal. Damit schützt sich das Gehirn vor zu vielen Reizen. Im Bild denkt ein Mann mit Brille nach mit dem Finger an den Mund gelegt. Über seinem Kopf sind Fragezeichen.
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Die gute Nachricht: Vergesslichkeit ist normal. Denn schon zu unserem 30. Lebensjahr hat unser Gedächtnis seinen Höhepunkt erreicht. Von da an beginnen wir, vergesslicher zu werden. Ab dem 50. werden außerdem die Zellstrukturen im Gehirn abgebaut. Dann kann unser Kurzzeitgedächtnis Informationen, die wir hören, sehen oder erleben nicht mehr so gut aufnehmen. Das ist aber notwendig, um Dinge auch für lange Zeit zu speichern. Das Kurzzeitgedächtnis ist sozusagen der "Arbeitsspeicher“ für das Langzeitgedächtnis. Nur Informationen, die das Kurzzeitgedächtnis als "wichtig“ eingestuft hat, schaffen es auch ins Langzeitgedächtnis. Damit schützt sich das Gehirn vor zu vielen Reizen.

Normales Vergessen oder Demenz?

Es ist im Alltag also ganz normal, wenn wir Dinge vergessen, weil unser Gehirn sie nicht als wichtig eingestuft hat. Informationen, die das Gehirn öfter bekommt, zum Beispiel Dinge, die wir immer wieder tun oder mehrmals lesen, stuft es eher als wichtig ein, als neue Informationen.

Zettel an Pinnwand: heute: Nichts!
Wenn wir uns einfache Dinge nicht mehr merken können, ist das ein Hinweis auf eine mögliche Demenzerkrankung. Bildrechte: Colourbox.de

Wenn wir aber Dinge vergessen, die wir uns früher problemlos merken konnten oder die Gedächtnislücken immer häufiger auftreten, sollten wir zum Arzt. Der kann dann testen, ob es sich um eine Demenz handelt oder um "normales“ Vergessen. Denn Demenz kann gut behandelt werden, wenn sie früh erkannt wird. Demenzerkrankungen haben außerdem oft Begleiterscheinungen wie Orientierungslosigkeit oder Probleme beim Lernen und bei alltäglichen Aufgaben.

Tipps für den Alltag

Unser Gedächtnis wird aber auch von unserem Lebensstil beeinflusst. Alkohol und Drogen können es sogar nachhaltig schädigen. Mit diesen Tipps hilfst du deinem Gehirn beim Erinnern.

Frau malt
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Tipp 1: Umgebung und Emotionen nutzen

Tipp 1: Umgebung und Emotionen nutzen

Unser Gedächtnis wird von unserer aktuellen Umgebung und unseren Gefühlen beeinflusst. Wir erinnern uns zum Beispiel leichter an den Namen eines Arbeitskollegen, wenn wir auf der Arbeit sind, als zu Hause. Das können wir nutzen, in dem wir uns "Brücken" bauen: Wenn uns also der Name einer Person nicht einfällt, können wir versuchen, uns daran zu erinnern, woher wir sie kennen und kommen so leichter auf den Namen.
Beim Lernen hilft es außerdem, Dinge aufzuschreiben oder sich eine Geschichte auszudenken.

Yoga Entspannung - gegen Stress
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Tipp 2: Auf Ausgeglichenheit achten

Tipp 2: Auf Ausgeglichenheit achten

Stress und Müdigkeit sind nicht nur schlecht für die Konzentration, sondern auch fürs Gedächtnis. Du solltest also ausreichend schlafen und dich immer nur auf eine Sache konzentrieren. Dann fällt dir das Erinnern leichter. Um Stress zu reduzieren, kannst du Yoga oder Entspannungsübungen machen.

Essen auf Tisch: Obst, Gemüse, Brot
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Tipp 3: Richtig essen und trinken

Tipp 3: Richtig essen und trinken

Das Gehirn besteht zu 75% aus Wasser. Deshalb solltest du genügend Flüssigkeit zu dir nehmen, um im Kopf fit zu bleiben. 1,5 bis 2 Liter täglich sind ideal, am besten Wasser oder ungesüßte Tees. Außerdem solltest du nicht zu viel Fett und Zucker essen. Bluthochdruck und Diabetes können das Risiko für Demenz erhöhen. Die gute Nachricht bei der Ernährung: Schokolade soll gut fürs Gedächtnis sein! Italienische Forscher haben herausgefunden, dass die in Schokolade enthaltenen Flavonoide die Durchblutung verbessern und dadurch gerade ältere Menschen auch ihre Denkfähigkeit fördern können.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Mittag | 05. Juni 2018 | 10:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Juni 2018, 07:52 Uhr

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