Reparaturbonus in Thüringen extrem begehrt: Warum man jetzt schnell sein sollte

100 Euro vom Freistaat: In Thüringen wird der Reparaturbonus so gut angenommen, dass die Verbraucherzentrale mit der Bearbeitung nicht hinterherkommt. Das Projekt könnte bald auslaufen, weil das Budget erschöpft ist.

Kaputtes Handy
Bildrechte: imago images/Photothek/Thomas Trutschel

Der Reparaturbonus der Thüringer Landesregierung wird gut angenommen. Insgesamt sind seit Anfang Juni rund 1.900 Anträge eingegangen, teilte die Verbraucherzentrale Thüringen mit. Sie ist für die Vergabe des Bonus zuständig. Bisher seien insgesamt knapp 60.000 Euro ausgezahlt worden, so die Verbraucherzentrale. Für die Umweltministerin Anja Siegesmund ein voller Erfolg:

Wir freuen uns Wahnsinnig über die Resonanz.

Am häufigsten wurde der Bonus laut Verbraucherzentrale für die Reparatur von Mobiltelefonen beantragt. Aber auch Waschmaschinen und Geschirrspüler sowie Kaffeemaschinen wurden vermehrt angefragt, gefolgt von Elektroherden.

"Die enorme Zahl an Anträgen freut uns natürlich sehr, führt aber leider auch dazu, dass wir die Anträge nicht so schnell bearbeiten können, wie wir uns das selbst wünschen", sagte eine Sprecherin der Verbraucherzentrale. Die Umstellung auf eine elektronische Antragstellung soll hier Abhilfe schaffen. Bisher muss das Antragsformular per Post mit der Originalrechnung und einem Zahlungsnachweis der Reparaturkosten an die Verbraucherzentrale gesendet werden.

Das enorme Interesse könnte allerdings auch dazu führen, dass die Regelung schneller wieder ausläuft, als gedacht. Der Reparaturbonus ist vom Umweltministerium vorerst als Modellprojekt auf den Weg gebracht worden. Bisher gibt es ein Budget von 150.000 Euro dafür.

Wenn die 150.000 Euro abgeschöpft sind, werden wir das Modellprojekt erst einmal schließen und eine Auswertung machen.

kündigte Siegesmund an. Sie hofft allerdings, dass der Bonus nach der Auswertung wieder eingeführt wird und dass das Beispiel Schule macht. Berlin, Sachsen, Baden-Württemberg und Hessen hätten schon Interesse angemeldet, einen ähnlichen Bonus bei sich einzuführen.

Siegesmund sagte bei der Einführung des Bonus, Europa könne etwa vier Millionen Tonnen CO2 einsparen, wenn die Lebensdauer von Elektrogeräten verlängert werde. Wie viel CO2 durch den Reparaturbonus in Thüringen bereits eingespart wurde, ließ sich bisher nicht sagen. "Das müsste im Rahmen einer wissenschaftlichen Evaluierung des Projekts kalkuliert werden", hieß es aus der Verbraucherzentrale.

Mit Material von dpa

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 28. Juli 2021 | 10:00 Uhr

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