Pflegebonus wird ausgezahlt: Auch in Mitteldeutschland wird aufgestockt

Der Pflegebonus von 1.000 Euro kann von den Bundesländern um 500 Euro aufgestockt werden. In Thüringen wird das Geld jetzt ausgezahlt. Aber nicht alle Pflegeberufe profitieren.

Eine junge Frau bindet sich einen Mundschutz um
Mitarbeiter in der Kraenkenpflege profitieren nicht vom Pflegebonus. Bildrechte: imago images/Independent Photo Agency Int.

Die AOK in Thüringen teilte mit, dass 850 Pflegeeinrichtungen in den kommenden Tagen den größten Teil des Coronabonus erhalten sollen. Die Krankenkasse teilte mit, dass ambulante und stationäre Einrichtungen in Thüringen das Geld erhalten sollen. Gezahlt wird ein Betrag von bis zu 1.000 Euro. Das Geld kommt von allen gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen.

Länder stocken auf

Das Geld wird steuerfrei überwiesen, damit die Pflegekräfte mehr davon haben. Deshalb soll es „zum Zweck der Wertschätzung für die besonderen Anforderungen während der Coronavirus-SARS-CoV-2-Pandemie eine für jeden Beschäftigten einmalige Sonderleistung" geben, steht im Gesetz. Die zusätzlichen 500 Euro der Länder sollen auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ausgezahlt werden.

Wieso nur die Altenpflege?

Wir haben die Kritik von MDR JUMP-Hörerin Sandra aufgenommen und beim Bundesgesundheitsministerium nachgefragt, weshalb nur Beschäftigte in der Altenpflege von einer Bonuszahlung profitieren. Aus der Pressestelle bekommen wir eine Erklärung, weshalb der Pflegebonus nicht für Krankenhausmitarbeiter gilt:

Die Finanzstrukturen im Bereich der stationären Krankenpflege sind grundsätzlich anders aufgebaut als die in der Pflege. Seit Anfang 2020 werden die Pflegepersonalkosten für die "Pflege am Bett" durch die Einführung des sog. Pflegebudgets unabhängig von den Fallpauschalen finanziert. [...] Auch tarifvertraglich vereinbarte Einmalzahlungen oder Boni, die Krankenhäuser ihrem Pflegepersonal [...] zahlen, werden von den Kostenträgern im Rahmen des Pflegebudgets refinanziert.

Schuld an den unterschiedlichen Entscheidungen zu Bonuszahlungen ist also die Abrechnung und Finanzierung der Leistungen. Das bestätigt auch Ivonne Köhler-Roth vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe. Sie nennt noch weitere Gründe, weshalb der Bonus nur für eine Berufsgruppe bestimmt ist:

Zwei der Argumente in der Diskussion waren, dass man vielen Berufsgruppen, die auch ein Risiko haben, keine Prämie zahlt und vor allem, dass in der Pflege im Krankenhaus deutlich besser verdient wird als in der Langzeitpflege.

Ivonne Köhler-Roth, Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe

Eine Pflegerin betreut einen älteren Mann
Bildrechte: Colourbox.de

Kritik: Regelung ist ungerecht

Für den Berufsverband ist der Pflegebonus nicht umfassend genug:

In quasi allen Versorgungsbereichen besteht ein erhöhtes Risiko. Und die betroffenen Berufe sind als typische Frauenberufe in der Regel schlecht bezahlt.

Ivonne Köhler-Roth, Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe

Deshalb fordert der DBfK, die Prämie an alle Pflegerinnen und Pfleger auszuzahlen. Dazu gehören auch Reha- und Behinderteneinrichtungen.

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