Benzin so teuer wie seit sieben Jahren nicht mehr - Wie geht es weiter?

Die Preise für Benzin und Diesel sind so hoch wie seit sieben Jahren nicht mehr. Und das, obwohl der Rohölpreis mittlerweile sogar etwas gesunken ist. Wie geht es an der Zapfsäule weiter?

Blick auf einen Zapfhahn mit Bio-Kraftstoff E10.
Blick auf ein Zapfsäulen an einer Tankstelle. Bildrechte: imago/Gerhard Leber

Mit dem Auto an die Tankstelle zu fahren sorgt in den vergangenen Wochen immer wieder für frustrierte Blicke. Denn so teuer wie jetzt war Benzin seit sieben Jahren nicht mehr. Das zeigt eine regelmäßige Analyse des ADAC. Im Juli 2021 hat ein Liter E10 im Durchschnitt 1,547 Euro gekostet. Einen so hohen Durchschnittspreis gab es zuletzt im Juli 2014 - also vor sieben Jahren.

Beim Diesel ist der derzeitig hohe Preis (Durchschnitt im Juli: 1,389 Euro) nicht ganz so lange her. Vor etwa drei Jahren haben Autofahrende bereits ähnlich viel gezahlt.

Verschiedene Gründe für hohe Preise

Dass die Preise für Benzin so hochgestiegen sind, hat verschiedene Gründe. Die Ölpreise sind so hoch, wie lange nicht mehr. Auch wenn der Preis laut ADAC wieder etwas gesunken ist: Die Tankstellen geben den Nachlass noch nicht an die Kundinnen und Kunden weiter.

Ein weiterer Grund für die hohen Preise ist, dass seit Januar die Mehrwertsteuer wieder auf 19 Prozent angestiegen ist. Außerdem wird seit Beginn des Jahres auf jeden Liter Benzin eine CO2-Abgabe in Höhe von etwa sieben Cent aufgeschlagen.

Wird es noch teurer?

Auch in den kommenden Jahren wird Benzin immer teurer werden. Denn die jetzt schon gesetzlich festgelegte CO2-Abgabe steigt weiter an. Insgesamt wird der Preis für Benzin bis 2025 dadurch insgesamt um 15,4 Cent und für Diesel um 17,6 Cent nach oben klettern. Die Grünen forderten jetzt, dass diese Erhöhung schrittweise schon bis zum Jahr 2023 umgesetzt und noch höher ausfallen sollte.

In Zukunft könnte der Liter Benzin 2 Euro und der Liter Diesel 1,50 Euro kosten. Das sagt ein Analyst der Commerzbank gegenüber der Bild-Zeitung. Er nennt den CO2-Preis und den steigenden Rohölpreis als Auslöser für diese Einschätzung.

Wie fahre ich günstiger?

Wenn das Tanken immer teurer wird, lässt sich sparen, indem spritsparend gefahren wird. Der ADAC sagt, dass so bis zu 20 Prozent weniger Kraftstoff verbraucht werden könnte, wenn zum Beispiel vorausschauend gefahren wird.

Außerdem lässt sich sparen, wenn zu bestimmten Zeiten getankt wird. Das hat eine neue Untersuchung des Bundeskartellamts bestätigt. Die Kraftstoffpreise sind im Schnitt meistens am Morgen, zwischen 5:00 Uhr und 8:00 Uhr am höchsten und am Abend zwischen 18:00 Uhr und 22:00 Uhr am niedrigsten.

Mit Material von dpa und Reuters.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 11. August 2021 | 06:40 Uhr

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