Tanken
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Zu diesen Zeiten ist Tanken günstig - oder nicht

zuletzt aktualisiert: 29.05.2019 | 15:35 Uhr

Kurz vor Himmelfahrt müssen Autofahrer an den Tankstellen richtig tief in die Tasche greifen. Die Preise für Diesel und Benzin sind im letzten Monat deutlich angestiegen. Preissprünge um bis 20 Cent mehrfach am Tag machen es für Autofahrer zudem schwieriger, Zeiten mit günstigen Preisen zu erwischen.

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Diesel über 1,30 Euro, Super bei über 1,60 Euro: Die Preise an den Tankstellen kurz vor dem Feiertag sorgen bei vielen Auto- und Motorradfahrer für Ärger. Mit dem Öl-Lieferstopp für Raffinerien in Ostdeutschland hat das Preishoch laut Mineralölverband aber nichts zu tun.

Trotz Öl-Lieferstopp noch keine Engpässe

Seit Wochen bekommen die Raffinerien nicht wie gewohnt russisches Rohöl durch die "Druschba"-Pipeline. Die Öllieferungen mussten Ende April gestoppt werden, weil die Behörden im Rohöl zu hohe Mengen der Chemikalie Chlorid gefunden hatten. Erst am 9. Juni soll der Öltransport wieder aufgenommen werden. Bisher ist es laut Mineralölverband gelungen, alle Tankstellen trotzdem Öl-Lieferstopp zu versorgen.

"Preise an Tankstellen sind deutlich zu hoch"

Der Preis für Superbenzin ist seit Anfang des Jahres um satte 22 Cent gestiegen. Laut Mineralölverband sind unter anderem gestiegene Preise für Rohöl die Ursache. Das Argument kann Andreas Hölzel vom ADAC im MDR JUMP-Interview nicht ganz nachvollziehen:

ADAC-Sprecher Andreas Hölzel
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Wenn man sich mal anschaut: Benzin kostet aktuell etwa 20 Cent mehr als Mitte Februar. Das Rohöl kostete damals fast genauso viel wie jetzt. Auch Diesel ist zu teuer. Das ist tatsächlich Spielraum.

Muster bei Preiserhöhungen an Tankstellen

Für Autofahrer ist es manchmal frustrierend: Sie tanken und stellen an der nächsten Tankstelle fest, dass sie dort mal fünf, mal zehn und manchmal sogar zwanzig Cent pro Liter günstiger hätten tanken können. Die Preise an den Tankstellen werden mehrmals am Tag geändert und können dabei extrem steigen oder fallen. Das wirkt sehr chaotisch. Forscher von der Uni Frankfurt haben aber ein Muster in diesen Sprüngen festgestellt. Forscher Steffen Eibelshäuser sagte MDR JUMP:

Wenn man sich das Ganze genauer anschaut, sieht es gar nicht mehr so chaotisch aus. Jeden Tag kommt es zu etwa fünf Preiserhöhungen an jeder Tankstelle: morgens, vormittags, mittags, nachmittags und abends. Dann erhöhen alle Tankstellen relativ synchron ihre Preise. Und danach unterbieten sie sich wieder. Es geht wie ein Zick-Zack auf und ab.

Der Forscher Steffen Eibelshäuser vermutet, dass auch Tank-Apps für diese Schwankungen verantwortlich sind. Denn die Tankstellen versuchen, sich gegenseitig die Kunden wegzuschnappen, indem sie um ein oder zwei Cent günstiger sind. Die Forscher haben auch die Zeiten gefunden, in denen Autofahrer eher günstiger tanken.

Was seit Jahren der Fall ist, auch wenn sich die Muster tagsüber ändern: abends, bevor einige Tankstellen schließen, ist es generell am günstigsten zu tanken. Das ist typischerweise zwischen 19:00 und 21:00 Uhr. Dann gibt es konsistent die günstigsten Preise. Aber auch am Tag gibt es günstige Zeiten: Meist vor den Preis-Erhöhungen. Also aktuell zwischen 9:00 und 10:00 Uhr, zwischen 12:00 und 13:00 Uhr, und zwischen 15:00 und 16:00 Uhr.

Nachts und am frühen Morgen tanken vermeiden

Doch es gibt auch Zeitspannen, in denen man besser nicht tanken sollte. Steffen Eibelshäuser sagte:

Tankstelle bei Nacht
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Ich würde vermeiden nachts zu tanken oder in den frühen Morgenstunden. Dann ist es immer besonders teuer. Und nach den Preiserhöhungsrunden um 10:00 Uhr, 13:00 Uhr und 16:00 Uhr. Dann sind die Preise ganz besonders hoch. Teilweise ist es an derselben Tankstelle mehr als zehn Cent teurer.

Denn nachts haben nur wenige Tankstellen geöffnet. Es gibt also weniger Konkurrenz mit niedrigeren Preisen. Morgens tanken viele Menschen noch, bevor sie zur Arbeit fahren.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Themen des Tages | 29. Mai 2019 | 19:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2019, 15:35 Uhr

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