Eine Studie hat herausgefunden, dass es immer weniger traurige Musik gibt. Im Bild ist eine brünette Frau zu sehen, die traurig in Richtung Sonne blickt und Kopfhörer auf hat.
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Schluss mit dem Geheule Wir wollen immer weniger traurige Musik hören

Musik überträgt Emotionen. Fröhliche und Traurige. Und gerade wenn es uns schlecht geht, hören wir oft Musik. Die einen fröhliche, um wieder gute Laune zu bekommen, die anderen traurige, um die traurige Stimmung loszuwerden. Dabei gibt es aber immer weniger traurige Musik. Das hat eine Studie jetzt ergeben.

Eine Studie hat herausgefunden, dass es immer weniger traurige Musik gibt. Im Bild ist eine brünette Frau zu sehen, die traurig in Richtung Sonne blickt und Kopfhörer auf hat.
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Musik begleitet uns durch viele Stationen unseres Alltags. Ob es der Song ist, der lief, als wir das erste Mal jemanden geküsst haben, unser Hochzeitslied oder der Sommerhit des Jahres - Musik ist wichtig. Vor allem ist sie aber immer öfter fröhlich! Das hat eine Studie der Indiana University Bloomington, USA, herausgefunden.

Jede Menge Songs

90.000 Songs haben die Forscher untersucht. Und zwar aus allen Genres: Rock, Pop, Klassik, HipHop, Punk, Metal und R'n'B. Verglichen haben sie die Musik seit 1950 aus Asien, Australien, Nordamerika, Skandinavien und Europa. Die Wissenschaftler haben sich dazu die Akkordfolgen der Songs angesehen und die Songtexte untersucht. Dass Musik in Dur eher positiv klingt und Moll eher schwermütig, können die Forscher bestätigen. Die Texte wurden nach einem Schlüssel, den auch Sozialwissenschaftler benutzen, in Kategorien eingeteilt. Dabei werden die Worte danach bewertet, wie emotional positiv sie sind: "Liebe" gibt neun Punkte, "Schmerz" nur einen.

Ab 2010: Traurig war gestern

HIM
Entsprechen dem Klischee der skandinavischen Musik: Die finnischen Düsterrocker HIM. Bildrechte: Universal Music

Zwischen 1950 und 2010 nahm die Zahl der traurigen Songs noch stetig zu. Seit 2010 aber scheinen wir eher auf gute Laune zu stehen. Eine Erklärung dafür haben die US-Wissenschaftler nicht gefunden, dafür müsste es noch mehr Forschung geben.

Einige Klischees konnte die Studie auch noch bestätigen: In Skandinavien gibt es die meisten traurigen Songs - kein Wunder, werden Metal-Fans sagen - und die fröhlichste Musik gibt es in Asien oder Australien - K-Pop lässt grüßen. Metal- und Punksongs sind außerdem am Negativsten. Dort kommen am häufigsten Worte wie "pain" und "death" vor.

Der glücklichste Song der Welt?

Auch den glücklichsten Song wollte ein Wissenschaftler finden. Jacob Jolij von der Universität Groningen in den Niederlanden hat dafür die Popsongs der letzten 50 Jahre untersucht. Dabei herausgekommen ist eine Formel - quasi die Musik-Glücksformel. Die besagt, dass die Geschwindigkeit von 150 Schlägen pro Sekunde, positive Songtexte und eine großartige Aufführung die Zutaten für einen glücklichen Song sind. Und welcher Song nach dieser Formel der glücklichste ist, hat Jolij auch festgelegt: "Don't Stop Me Now" von Queen.

Die MDR JUMP Musikredaktion hat gewählt

Wenn es um Musik geht, liegt es natürlich nahe, auch in unserer Musikredaktion vorbeizuschauen. Für Musikredakteur Felix Heklau kommt es bei einem traurigen Song vor allem auf den Text an:

Der Text mit einer berührenden Geschichte macht es in erster Linie aus. Tod und Trennung geht immer, aber es muss musikalisch entsprechend umgesetzt sein. Das heißt: Moll-Tonleiter, oft langsames Tempo und entweder eine ganz sperrige oder bombastische, orchestrale Instrumentalisierung.

Band Mando Diao mit Musikredakteur Felix Heklau
Musikredakteur Felix Heklau mit Mando Diao. Bildrechte: MDR JUMP

Nach diesen Kriterien hat er auch sein Ranking erstellt. Denn „Der Weg“ hat Herbert Grönemeyer zum Beispiel für seine verstorbene Frau geschrieben. „Nothing Compares 2U“ ist auch ein sehr berührendes Lied. Sinéad O'Connor weint im Video echte Tränen, weil sie an ihre verstorbene Mutter denken musste.

Die fünf traurigsten Songs:

Die fröhlichsten Songs zeichnen sich natürlich durch das Gegenteil aus:

Fröhliche Songs haben eher ein flotteres tempo, Durtonleiter. Und wo es bei den Traurigen eher die Streicher sind, sind es bei fröhlicheren eher die Bläser und die Beats.

Insgesamt hat er aber nicht das Gefühl, dass es weniger traurige Songs gibt. Die meisten Songs seien ja Beziehungssongs und das sind meistens keine glücklichen Lieder.

Und die Top 5 der fröhlichsten Songs:

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 04. Dezember 2017 | 16:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2017, 15:00 Uhr