Strengere Regeln für Hundehalter geplant

Keine Kettenhaltung mehr, bessere Aufklärung und mehr Zeit für die Welpen: Landwirtschaftsministerin Klöckner plant strengere Regeln für die Hundehaltung und den Zoofachhandel.

Mann geht mit Hund im Wald spazieren,
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Einsamkeit und Homeoffice haben viele im letzten Jahr zur Anschaffung eines Vierbeiners verleitet. Tierheime in ganz Deutschland blickten bereits im Juni voller Sorge in die Zukunft: Was passiert mit den ganzen Tieren, wenn die Normalität komplett einkehrt? Auch die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner mahnt: Die Tiere dürfen nicht vernachlässigt werden. Deshalb will sie nun die Vorschriften für die Hundehaltung und den Zoofachhandel in Deutschland verschärfen.

Anbindehaltung verboten

Besonders in der Hundezucht müsse sich dringend etwas ändern. Bereits Ende Juni hatte der Bundesrat die entsprechende Änderung der Tierschutz-Hundeverordnung beschlossen. Seitdem ist die sogenannte Anbindehaltung, bei der die Hunde an einer Kette gehalten werden, grundsätzlich verboten. Hunde, die Qualzuchtmerkmale aufweisen dürfen außerdem nicht mehr bei Zuchtleistungsprüfungen und Hundesportveranstaltungen mitmachen. Für sie gilt ein Ausstellungsverbot. Bei gewerbsmäßigen Züchtern darf eine einzelne Person nur noch maximal drei Würfe betreuen. Die Welpen sollen zukünftig mehr Aufmerksamkeit bekommen, sagte Klöckner der Rheinischen Post.

Eine Mindestzeit von vier Stunden für den täglichen Umgang mit den Welpen wird dann zum Beispiel vorgegeben.

Das gilt dann für private als auch gewerbliche Züchter.

Bessere Schulungen für Fachhändler

Mitarbeiter in Zoofachgeschäften und Tierhandlungen sollen künftig an regelmäßigen Schulungen teilnehmen. Sie seien oft die ersten Ansprechpartner für Käufer.

Deshalb werde ich hier per Verordnung für mehr Sachkunde sorgen: Das Personal muss geschult sein und sich regelmäßig fortbilden. Damit sorgen wir für eine Verbesserung des Tierschutzes.

Zum Beraten kann dann auch mal das Abraten gehören. Denn wer ein Haustier halten wolle, trage eine besondere Verantwortung.

Tiere sind nicht irgendeine Ware, die man sich mal eben so anschafft.

Wer sich vor einem Kauf nicht sicher ist, kann das Portal "Haustierberater" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft nutzen.

Mit Material von RP, WDR

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 22. August 2021 | 13:45 Uhr

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