Stiftung Warentest: Hilft eine Mundspülung gegen Corona?

Wer beim Zähneputzen alles richtig machen will, der nutzt nicht nur Zahnseide, sondern hinterher auch noch eine Mundspülung oder ein Mundwasser. Zwischen beiden bestehen aber fundamentale Unterschiede.

Ein Junge im Bademantel hält eine Flasche Mundspülung in der Hand.
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Die Stiftung Warentest hat Mundspülungen und Mundwässern auf den Zahn gefühlt. Von den 13 Spülungen und sieben Mundwässern sind alle Mundwässer durgefallen. Sie schützen nicht ausreichend vor Karies, heißt es in dem Test.

Der Grund dafür ist die fehlende Kariesprophylaxe. Damit eine Mundspülung oder ein Mundwasser gegen Karies helfen kann, muss Fluorid enthalten sein. Weil man Mundwässer aber mit Wasser verdünnen muss, müsste so viel Fluorid darin enthalten sein, dass Grenzwerte nicht mehr eingehalten würden. Dementsprechend verzichten die Hersteller auf Fluorid, versprechen aber auch keine Vorbeugung vor Karies.

Doch noch ein zweiter Punkt führt zu dem desaströsen Urteil für Mundwässer: Sie beugen weder Zahnbelag, noch Zahnfleischentzündungen, noch Mundgeruch vor. Deshalb finden sie sich im Test durchweg auf den hinteren Plätzen.

Eigenmarken: top, Naturkosmetik: flop

Testsieger sind einmal mehr die Eigenmarken verschiedener Supermarkt- und Drogerieketten. Sieger ist die Edeka Eigenmarke Elkos "Dentamax", gefolgt von der Kaufland Eigenmarke "Bevola", gefolgt von der Rossman Eigenmarke "dentalux". Der Test bestätigt also auch einmal mehr, die Weisheit, dass Gutes nicht teuer sein muss. Die teuerste Mundspülung des Naturkosmetikherstellers Dr. Hauschka landete gar auf dem letzten Platz, allerdings immer noch vor den Mundwässern.

Auch wenn die meisten Mundspülungen laut Test einen guten Schutz vor Karies bieten, sind sie nicht für alle geeignet. Einige enthalten Alkohol und sind deswegen bespielsweise nichts für Schwangere. Kinder und Jugendliche sollten dagegen vor allem auf Mundspülungen verzichten, die Zink enthalten. Zink kann bei Heranwachsenden nämlich das Immunsystem schädigen.

Mundspülungen gegen Corona?

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Mundspülungen auch gegen Corona helfen könnten und die Zahl der Viren im Rachen reduzieren könnten. Studien belegen tatsächlich, dass Spülungen mit ätherischen Ölen oder dem Wirkstoff Cetylpyridiniumchlorid Corona-Viren im Rachenraum zum Teil deutlich reduzieren können. So könne man das Risiko, andere anzustecken durchaus reduzieren, schätzen die Tester.

Allerdings sei der Test mit künstlichem Speichel durchgeführt worden und so nur bedingt auf Menschen übertragbar. Entsprechende Hygienemaßnahmen können also auch Mundspülungen nicht ersetzen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 26. Januar 2021 | 08:00 Uhr

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