Steuererklärung für 2020 – Corona sorgt für einige Änderungen

Homeoffice, Kurzarbeitergeld, Kinderbonus – einiges, was uns Corona beschert hat, wirkt sich jetzt auch auf die Steuererklärung aus. Wir fassen die wichtigsten Punkte zusammen.

Junge Frau sortiert zuhause, am Schreibtisch, diverse Belege, Unterlagen, Rechnungen, Kassenbons für die Steuererklärung.
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Die Corona-Pandemie hat unseren Alltag verändert. Viele sitzen im Homeoffice oder bekommen Kurzarbeitergeld. Eltern haben einen Kinderbonus erhalten, viele Pflegekräfte wurden ebenfalls finanziell für ihren Einsatz belohnt. All das hat Auswirkungen auf die Steuererklärung für 2020. Einfach so die Kreuzchen vom Vorjahr übernehmen klappt diesmal nicht. Man sollte sich etwas intensiver mit den Formularen auseinandersetzen – dazu rät die Stiftung Warentest.

Steuern sparen durch Homeoffice-Pauschale

Er arbeitet, sie puzzelt: Vater und Tochter im Homeoffice in Berlin
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Weil so viele von uns jetzt von zu Hause aus arbeiten, wurde die Homeoffice-Pauschale eingeführt. Damit können entstandene Mehrkosten durch Strom, Heizung und Telefon geltend gemacht werden. Fünf Euro pro Arbeitstag können abgerechnet werden - bis zu maximal 600 Euro. Dafür spielt es keine Rolle, ob du in einem Extra-Arbeitszimmer oder am Küchentisch gearbeitet hast. Die Pauschale gehört zu den Werbungskosten. Steuerliche Auswirkungen hat die Pauschale erst dann, wenn du Gesamt-Werbungskosten von über 1.000 Euro hast.

Kurzarbeitergeld schraubt Steuersatz nach oben

Eigentlich ist Kurzarbeitergeld steuer- und sozialabgabenfrei. Allerdings unterliegt diese Lohnersatzleistung dem sogenannten Progressionsvorbehalt – das heißt das erhaltene Geld wird zum Gesamteinkommen dazugerechnet. Und je mehr Geld man verdient, desto höher der Steuersatz. Auch wer 2020 nur wenig Kurzarbeitergeld bekommen hat, muss dieses Jahr eine Steuererklärung machen. Die Grenze liegt bei 410 Euro.

Gutverdiener büßen Kinderbonus ein

Schnuller auf Geld
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Im Herbst 2020 gab es pro Kind 300 Euro Kinderbonus zusätzlich zum Kindergeld. Bei der Steuererklärung werden nun beide Posten mit den Steuerfreibeträgen verrechnet. Eltern mit höherem Einkommen kann es passieren, dass sie über die Freibetragsgrenze kommen. Dann büßen sie den Bonus ganz oder teilweise wieder ein. Die Einkommensgrenzen liegen für Paare bei 67.800 Euro, für Alleinerziehende bei 33.900 Euro.

Sonderzahlungen und Corona-Hilfen

Wer beispielsweise als Pflegekraft einen Corona-Bonus vom Arbeitgeber bekommen hat, muss darauf keine Steuern zahlen – vorausgesetzt der Bonus ist nicht höher als 1.500 Euro. Auch darf das Geld erst nach dem 1. März 2020 gezahlt worden sein und muss ein Zusatz zum eigentlichen Lohn sein. Wer Soforthilfen bekommen hat, muss diese in der Steuererklärung abrechnen. Es kann sein, dass ein Teil des erhaltenen Geldes wieder verloren geht. So müssen Selbstständige die Soforthilfen als Betriebseinnahmen abrechnen und im Zweifel Steuern darauf zahlen.

Bis wann muss die Steuererklärung abgegeben werden?

Wer eine Steuererklärung für 2020 machen muss, hat dafür bis Ende Juli 2021 Zeit. Weil der 31. aber ein Samstag ist, gilt ausnahmsweise der 2. August als Stichtag. Wer einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragt, hat bis zum 28. Februar 2022 Zeit. Noch eine Änderung gibt es wegen Corona: Wer immer noch nicht die Steuererklärung 2019 abgegeben hat, darf sich ausnahmsweise noch bis August damit Zeit lassen. Die Frist wurde um ein halbes Jahr verlängert, aber nur für diejenigen, die die Erklärung von einem Berater machen lassen.

Dieses Thema im Programm Die MDR JUMP Feierabendshow | 18. Februar 2021 | 15:10 Uhr

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