Steuererklärung 2020: Drohende Nachzahlungen bei Kurzarbeitergeld

Die Steuererklärung macht so schon keinen Spaß. Aber das Ausfüllen der Formulare für 2020 könnte dank Corona noch komplizierter werden. Wir haben nachgefragt, womit du rechnen musst.

Eine Frau nimmt aufgrund der Ausbreitung des Coronaviruses aus ihrem Wohnzimmer an einer Telefonkonferenz teil.
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Dieses Jahr ist jetzt schon kein sonderlich schönes. Die Steuererklärung für 2020 könnte aber noch die Kirsche auf der Torte werden, denn vielen Arbeitnehmern könnten Steuernachzahlungen drohen. Schuld ist der sogenannte Progressionsvorbehalt, erklärt Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine.

Der Durchschnittsteuersatz steigt, wenn man neben steuerpflichtigem Lohn auch steuerfreie Leistungen wie Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld bekommen hat.

Der Gedanke dahinter ist, dass Menschen mit höherem Einkommen auch prozentual stärker belastet werden können, erklärt Rauhöft weiter. So ganz unumstritten ist dieser Progressionsvorbehalt aber nicht. Die FDP forderte kürzlich im Bundestag, den Mechanismus für ein Jahr auszusetzen, aber nur für alle, die Kurzarbeitergeld bekommen haben.

Das müsse dann aber auch für Menschen gelten, die Arbeitslosen- oder Krankengeld bekommen haben, sagt Uwe Rauhöft.

Es wäre nicht gerecht, dass jemand, der in Kurzarbeit war und seine Tätigkeit danach wieder voll aufnehmen konnte weniger besteuert wird, als jemand, der seinen Job verloren hat.

Außerdem würde das nicht unbedingt weniger Arbeit für die Finanzämter bedeuten. Die müssen sich sowieso schon auf mehr Aufwand einrichten. Denn grundsätzlich muss jeder, der im selben Jahr Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld und steuerpflichtigen Lohn bezogen hat, eine Steuererklärung einreichen.

Immerhin, die Corona-Prämien, die in manchen Branchen gezahlt werden, sind steuerfrei:

Das kann brutto wie netto einkassiert werden.

Anerkennung für das Home Office?

Viele Menschen waren allerdings nicht von Kurzarbeit betroffen, sondern durften von zu Hause aus arbeiten. Auch hier gibt es ein paar Fallstricke bei der Steuererklärung. Allen voran das Arbeitszimmer. Das kann nämlich nur unter bestimmten Bedingungen von der Steuer abgesetzt werden:

Es muss ein separater Raum sein, kein Durchgangszimmer und es muss nahezu ausschließlich beruflich genutzt werden.

Wer nur einen Tisch im Wohnzimmer hat, der fällt dort leider raus. Aber auch dafür gibt es kleines Trostpflaster: Arbeitsmittel können auch von solchen Leuten abgesetzt werden. Wer sich also einen neuen Stuhl oder ähnliches angeschafft, kann den auf jeden Fall geltend machen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 22. Juli 2020 | 17:00 Uhr

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