Das erwartet dich im Oktober am Sternenhimmel

Die Tage werden kürzer, die Nächte länger – und für Astro-Fans ist das eine gute Nachricht. Wir haben für Euch die besten Beobachtungstipps zusammengestellt. Diesmal auch mit einem Hinweis auf die vielleicht größte Nerd-Party Mitteldeutschlands.

Vollmond über Leipzig
Bildrechte: MDR/Patrick Klapetz

Egal ob an der Astronomischen Station „Gerhard Eschenhagen“ in Magdeburg, der Sternwarte Hartha oder auch in Greiz: Am 24. Oktober laden Sternwarten und Astronomievereine in unserer Region zu „Langen Nacht der Planeten“ ein. Das Ganze ist Teil einer deutschlandweiten Aktion. Es geht darum, Menschen für die Welt der Himmelsbeobachtung zu begeistern. Es gibt Vorträge, zum Teil Planetariums-Shows - und vor allem kann man mit Teleskopen selbst in den Himmel schauen.

Es ist der ideale Termin für Nerds. Und er ist mit Bedacht gewählt: In dieser Nacht werden die Uhren von Sommer- auf Winterzeit umgestellt. Wer an dem Samstagabend also besonders lange in die Sterne geschaut hat, kann zumindest am Sonntag dann ein bisschen länger ausschlafen.

Mars ganz in unserer Nähe

Im Oktober werden die Nächte länger und die Tage kürzer. Die Sonne steigt nicht mehr so hoch am Himmel, ihr Weg über das Firmament wird immer kürzer. Nach Einbruch der Dunkelheit bieten sich am Himmel im kommenden Monat einige interessante Beobachtungsziele. Der Vollmond ist am 1. und am 31. Oktober zu sehen.

Vollmond über dem Schloss Bernburg.
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Gibt es zweimal in einem Monat einen Vollmond, dann spricht man zumindest in den USA vom "blue moon". Das liegt aber nicht etwa daran, dass da wirklich etwas blau leuchtet, sondern an der Farbe einer entsprechenden Eintragung in einem alten Bauernkalender.

Von den Planeten zeigen sich fast alle, zum Beispiel die Gasriesen Saturn und Jupiter. Zum Start der Nacht stehen sie tief am Südwesthimmel. Jupiter ist dabei heller als der etwas östlich von ihm stehende Saturn. Beide kommen sich am Himmel nach und nach immer näher. Anfang Oktober gehen beide Planeten gegen Mitternacht unter, Ende des Monats ist das dann fast zwei Stunden früher der Fall.

Doch der Star ist in diesem Monat der Mars mit seiner charakteristischen rötlichen Farbe. Er ist uns im Oktober recht nah – „nur“ 62 Millionen Kilometer von der Erde entfernt – und ist besonders mit einem Teleskop sehr gut zu beobachten.

Venus tritt als Morgenstern auf

Erde und Venus ohne ihre Athmosphären
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Aktuell steht der Mars im Sternbild Fische, seine Helligkeit übertrifft sogar den Jupiter. Bis Jahresende bleibt er am Abendhimmel beobachtbar. Besonders interessant: Am 14. Oktober steht er in Opposition zur Sonne – das heißt Sonne, Erde und Mars stehen auf einer geraden Linie - und ist die gesamte Nacht über sichtbar.

Wer den Mars suchen will: Wenn die Sonne untergeht, erscheint er am Osthimmel. Um Mitternacht steht er dann hoch am Südhimmel. Gegen Morgen geht er dann im Westen unter.

Zwei andere Planeten am Nachthimmel - Neptun und Uranus - sind dagegen traditionell recht lichtschwach und nur mit Fernglas oder Fernrohr zu erkennen.

Am Ende des Oktobers ist auch die Venus gut zu sehen - als Morgenstern über dem Osthorizont und dann noch heller als der Mars. Wer sie am Himmel bestaunen möchte, muss zum Ende der Nacht zum östlichen Horizont schauen.

Einzig der Merkur fehlt von den Planeten des Sonnensystems. Er wird Anfang November wieder am Morgenhimmel zu sehen sein. 

Sternschnuppen gibt es auch

Und was die Sternbilder angeht: Da wird es Ende des Monats Zeit, sich abends langsam von den Sommersternbildern Schwan, Leier und Adler zu verabschieden. Deren drei Hauptsterne Deneb, Wega und Atair bilden ja das sogenannte Sommerdreieck. Im Südosten kommt jetzt allerdings das Herbstviereck zum Vorschein, aus drei Sternen des Sternbildes Pegasus und einem Stern der Andromeda besteht.

Unterhalb des Planeten Mars ist das Sternbild Walfisch zu sehen. Dort gibt es einen Stern, der nur alle elf Monate so hell wird, dass man ihn mit bloßem Auge sehen kann. Er heißt Mira, die Wundersame. Und Ende Oktober sollte er gut zu erkennen sein. Im Zenit, ganz hoch am Himmel, steht die Kassiopeia, das Himmels-W.

Eine Sternschnuppe leuchtet am Nachthimmel
Bildrechte: dpa

Sternschnuppenfans sollten ihr Glück in der zweiten Monatshälfte probieren. Vor allem in den Morgenstunden zwischen dem 19. und 23. Oktober sollte dann der Meteorstrom der Orioniden für interessante Beobachtungen sorgen. Die Orioniden gehören zu den fünf aktivsten Meteorströmen. Am Himmel scheinen sie aus dem nördlichen Teil des Sternbildes Orion zu kommen.

Die Sternschnuppen entstehen, wenn die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne mit wenigen Millimetern kleinen und wenigen Milligramm leichten Staubteilchen kollidiert. Durch deren hohe Geschwindigkeit ionisieren sie die Luftteilchen in der hohen Atmosphäre – und wir haben was zum Staunen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 27. September 2020 | 18:40 Uhr

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