Der britische Astrophysiker Stephen Hawking.
Der britische Astrophysiker Stephen Hawking. Bildrechte: dpa

"Eine kurze Geschichte der Zeit" Stephen Hawking ist tot

Der Astrophysiker, der seit Jahrzehnten im Rollstuhl saß, ist nach Angaben seiner Familie mit 76 Jahren friedlich eingeschlafen. Berühmt wurde er mit dem populärwissenschaftlichen Bestseller "Eine kurze Geschichte der Zeit."

Der britische Astrophysiker Stephen Hawking.
Der britische Astrophysiker Stephen Hawking. Bildrechte: dpa

Der britische Astrophysiker Stephen Hawking ist tot. Er starb am frühen Mittwochmorgen mit 76 Jahren in seinem Haus in Cambridge. Wie die Familie mitteilte, sei er "friedlich eingeschlafen". Bereits seit Jahrzehnten saß Hawking wegen eines Nervenleidens im Rollstuhl und konnte sich nur mit Hilfe eines Sprachcomputers verständigen. Weltruhm erlangte Hawking durch sein Sachbuch "Eine kurze Geschichte der Zeit", das zum Bestseller wurde.

"Wir sind tief betrübt, dass unser geliebter Vater heute gestorben ist", zitierte die britische Nachrichtenagentur Press Association eine Mitteilung seiner Kinder Lucy, Robert und Tim. "Er war ein großartiger Wissenschaftler und ein außergewöhnlicher Mann, dessen Arbeit und Vermächtnis viele Jahre weiterleben werden." Mit seinem Mut und seiner Ausdauer, Brillianz und Humor habe er Menschen in aller Welt inspiriert.

Abschied 2018 Diese Prominenten starben in diesem Jahr

Von diesen Politikern, Künstlern, Sportlern und anderen Prominenten hieß es in diesem Jahr bereits Abschied nehmen.

Der damalige Parlamentspräsident Philipp Jenniger hält am 08.09.1986 den originellen Schlüssel in Form eines Wasserabsperrrades, den der Bundesbauminister ihm als dem «Hausherrn im Wasserwerksplenum» überreicht hatte
Philipp Jenninger: 10. Juni 1932 - 4. Januar 2018 Deutscher Politiker (CDU), ehemaliger Bundestagspräsident. Bildrechte: dpa
Der damalige Parlamentspräsident Philipp Jenniger hält am 08.09.1986 den originellen Schlüssel in Form eines Wasserabsperrrades, den der Bundesbauminister ihm als dem «Hausherrn im Wasserwerksplenum» überreicht hatte
Philipp Jenninger: 10. Juni 1932 - 4. Januar 2018 Deutscher Politiker (CDU), ehemaliger Bundestagspräsident. Bildrechte: dpa
Der Brandenburger Künstler Herbert Sander
Herbert Sander: 28. Oktober 1938 - 4. Januar 2018 Deutscher Künstler, er war der Schöpfer des Emblems "Schwerter zu Pflugscharen", welches das Symbol der Friedensbewegung in der DDR war. Bildrechte: dpa
Johannes K. Engel
Johannes K. Engel : 29. April 1927 - 4. Januar 2018 Deutscher Journalist, er war von 1962 bis 1987 Chefredakteur des "Spiegel". Bildrechte: IMAGO
Aharon Appelfeld
Aharon Appelfeld: 16. Februar 1932 - 4. Januar 2018 Israelischer Autor und Holocaust-Überlebender. Bildrechte: IMAGO
US-Astronaut John Young
John Young: 24. September 1930 - 5. Januar 2018 Ehemaliger US-Astronaut, war sechs Mal im All und landete 1972 auf dem Mond. 1981 kommandierte er die erste Mission eines US-Space-Shuttle. Bildrechte: dpa
France Gall
France Gall : 9. Oktober 1947 - 7. Januar 2018 Französische Sängerin, bekannt für ihren Song "Ella, elle l’a". Sie war Eurovision-Siegerin von 1965. Bildrechte: dpa
Der ehemalige Motörhead-Gitarrist "Fast" Eddie Clarke steht mit seiner Band Fastway am 09.06.2007 beim Sweden Rock Festival in Sölvesborg (Schweden) auf der Bühne.
Eddie Clarke: 5. Oktober 1950 - 10. Januar 2018 Ehemaliger "Motörhead"-Gitarrist, letztes noch  lebendes Mitglied der als klassisch geltenden Besetzung, die auf allen Motörhead-Alben von 1976 bis 1982 zusammenspielte. Bildrechte: dpa
Edgar Ray Killen, aufgenommen am 20.06.2005 in Philadelphia (USA).
Edgar Ray Killen: 17. Januar 1925 - 11. Januar 2018 Berüchtigter Ku-Klux-Klan-Anführer, Drahtzieher der Ermordung von drei US-Bürgerrechtlern im Jahr 1964. Der Fall wurde in "Mississippi Burning" verfilmt. Bildrechte: dpa
US-Autorennfahrer Dan Gurney (1962)
Dan Gurney: 13. April 1931 - 14. Januar 2018 US-Automobilrennfahrer, u.a. Formel 1 und Nascar, gilt als Erfinder der "Champagnerdusche", nachdem er 1967 auf diese Weise seinen Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans gefeiert hatte. Bildrechte: dpa
Die Sängerin Dolores O'Riordan (The Cranberries)
Dolores O'Riordan: 6. September 1971 - 15. Januar 2018 Die irische Sängerin und Songwriterin war Leadsängerin der Cranberries. Bekannt wurde die Gruppe mit ihrem Hit "Zombie". Bildrechte: IMAGO
Edwin Hawkins
Edwin Hawkins: 18. August 1943 - 15. Januar 2018 US-Sänger, Mitbegründer der neuen Gospelmusik, landete 1969 den Welthit "Oh Happy Day". Bildrechte: dpa
Peter Groeger im Hörspielstudio
Peter Groeger: 1. Juni 1933 - 16. Januar 2018 Deutscher Schauspieler, Regisseur und Synchronsprecher. Bildrechte: MDR/Marco Prosch
Der französische Spitzenkoch Paul Bocuse probiert am 29.01.2013 in Lyon beim Welt-Kochwettbewerb "Bocuse d'Or" ein Gericht.
Paul Bocuse: 11. Februar 1926 - 20. Januar 2018 Französischer Starkoch, Vater der Nouvelle Cuisine. Bildrechte: dpa
Der südafrikanische Musiker Hugh Masekela spielt am 23.05.2014 beim Elbjazz Festival in Hamburg.
Hugh Masekela: 4. April 1939 - 23. Januar 2018 Südafrikanische Jazzlegende, gilt als Vater des Jazz in Südafrika. Bildrechte: dpa
MDR Garten-Moderatorin Claudia Look-Hirnschal
Claudia Look-Hirnschal: 27. Januar 1962 - 28. Januar 2018 MDR-Moderatorin, moderierte 16 Jahre lang den "MDR Garten". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Der Ikea-Gründer Ingvar Kamprad spricht anläßlich der Verleihung des Weltwirtschaftlichen Preises 2007 im Institut für Weltwirschaft (IfW) in Kiel.
Ikea-Gründer Ingvar Kamprad: 30. März 1926 - 28. Januar 2018 Der Schwede gründete 1943 das berühmte Möbelhaus und gehörte zu den reichsten Menschen der Welt. Bildrechte: dpa
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Mehr als 50 Jahre lang ALS

Hawking litt jahrzehntelang an Amyotropher Lateralsklerose ( ALS ), einer Nervenkrankheit, bei der die Muskeln nach und nach absterben. Als bei ihm im Alter von 21 Jahren eine Erkrankung des motorischen Nervensystems diagnostiziert wurde, gaben die Ärzte ihm nur wenige Jahre zu leben.

Geboren worden war Hawking am 8. Januar 1942 - und damit 300 Jahre nach dem Tod von Galileo Galileo, dem Vater der modernen Wissenschaft. Sein Tod wurde nun am 139. Geburtstag von Albert Einstein mitgeteilt. Hawking sah seinen Geburtstermin als Bestimmung und widmete sein Leben der Erforschung des Universums. Unter anderem wurde er durch seine Theorie über schwarze Löcher weltberühmt. "Mein Ziel ist einfach", sagte er einmal. Er wolle das Universum ganz verstehen, "warum es so ist wie es ist und warum es überhaupt existiert".

Hawking war Brexit-Gegner

Hawking lehrte viele Jahrzehnte an der Universität von Cambridge. 1974 wurde er im Alter von nur 32 Jahren zum jüngsten Mitglied der britischen Royal Society ernannt. Fünf Jahre später erhielt er in Cambridge die Lucasian Professur für Mathematik, die einst Isaac Newton innehatte. Dort erforschte Hawking theoretische Astronomie und Kosmologie.

Hawking mischte sich auch in politische Debatten ein. Vor dem Brexit-Referendum warnte er seine Landsleute vor einem Austritt aus der Europäischen Union: "Die Zeiten sind vorbei, in denen wir noch alleine gegen die Welt bestehen konnten", sagte er. Nach dem US-Präsidentschaftswahlkampf befragt, sagte der Wissenschaftler, auch er könne sich das Phänomen Donald Trump nicht erklären. "Er ist ein Demagoge, der einfach an die niedrigsten Instinkte zu appellieren scheint."

Dieses Thema im Programm MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 14. März 2018 | 05:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2018, 13:01 Uhr