Zorn-Autor Stephan Ludwig "Da muss ich schon aufpassen, dass ich mit den Leichen nicht durcheinander komme"

Stephan Ludwig ist der Autor der Bestseller-Krimireihe "Zorn". Diese Woche erscheint ein neues Buch aus der Reihe. Die passende Gelegenheit also, den Autor mal zu Fragen, was seine Mutter eigentlich von den blutigen Geschichten hält.

Stephan Ludwig ist mittlerweile eine feste größe unter den deutschen Krimiautoren. Mit den Büchern um Hauptkommissar Claudius "Ich hasse diesen Vornamen" Zorn und seinem Kollegen Schröder hat er sich fast schon Kultstatus erarbeitet. Da mag man kaum glauben, dass die Krimis allesamt in Halle spielen. Aber wie das eben so ist, lauert gerade hinter den beschaulichsten Fassaden das Böse. Auch im sechsten Band der Reihe, der am Donnerstag erscheint, geht es wieder blutig und finster zu.

Im MDR JUMP Interview haben wir Stephan Ludwig gefragt, woher eigentlich diese Ideen kommen und, was Ludwig vom Tatort hält.

Sonntagabend, klassische Tatortzeit, wie ist das denn bei Ihnen, gucken Sie noch Tatort?

Das ist unterschiedlich. Manchmal ja, manchmal nein. Es gibt so Sachen, die mich interessieren. Auf der anderen Seite ist es bei mir so ähnlich, wie mit Büchern: Ich kann eigentlich keine Filme mehr schauen, ohne sie zu analysieren. Manchmal ärgere ich mich dann, weil's mir selbst nicht eingefallen ist. Manchmal ärgere ich mich, weil ich's einfach blöd finde, wenn ich ehrlich bin, aber so richtig entspannt Tatort gucken, das klappt bei mir leider nicht mehr so gut.

Was braucht denn ein guter Krimi? Gibt's da ein spezielles Rezept, das immer funktioniert?

Ich glaube nicht. Das wichtigste ist Überraschung. Also dass unvorhergesehene Dinge passieren und dass der Zuschauer im Sessel sitzt und sagt "Huch, was ist denn jetzt passiert". Mir gefällt das immer ganz gut, wenn gewisse Konventionen aufgebrochen werden oder unvorhersehbare Dinge geschehen.

In den Zorn-Romanen tun sich ja teilweise Abgründe auf, wie entstehen die Ideen bei dir? Schlummert in dir eine gewisse kriminelle Ader?

Naja, nein. Also meine Mutter hat mich vor ein paar Jahren, als sie das erste Buch gelesen hat angerufen und gesagt: "Junge, hab ich irgendwas bei deiner Erziehung falsch gemacht?" Also ich lebe da nichts aus und da schlummert auch nichts in mir. Es macht mir eigentlich nur Spaß rumzuspinnen und wenn das manchmal ein bisschen blutiger wird, naja, das passiert halt.

Am Donnerstag erscheint der sechste Teil aus der Zorn-Reihe. "Wie du mir" heißt das Buch...

Da muss ich selber nochmal nachzählen... Ich glaube es ist der Sechste.

Schon soviel geschrieben, dass man das nicht mehr im Kopf hat?

Naja, das ist nicht so einfach. Der fünfte wird ab November verfilmt. Das sechste Buch kommt jetzt raus, ich schreibe aktuell am siebten. Da muss ich schon öfter mal aufpassen, dass ich mit den Leichen nicht durcheinander komme.

Was kannst du über den sechsten Band schon verraten, außer den Mörder?

Es geht natürlich um Zorn, es geht um Schröder, es geht um die Figuren, die da mitspielen. Es geht auch um Leichen. Und ein bisschen Blut. (lacht)

Cover Zorn "Wie du mir"
Bildrechte: S.Fischer Verlag

Stephan Ludwig: "Zorn - Wie du mir";
Fischer Taschenbuch;
416 Seiten
Ab 28. Oktober im Handel

Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2016, 12:03 Uhr

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