Gewalt auf dem Schulhof: Warnung vor Netflix-Serie „Squid Game“

Die neue und äußerst beliebte Netflix-Serie „Squid Game“ sorgt gerade für Diskussionen. Das Thüringer Bildungsministerium hat nun davor gewarnt, dass Kinder die brutalen Serieninhalte nachspielen könnten. An einigen Schulen ist das bereits geschehen.

Mitarbeiter des Kostümhändlers Deiters posieren in Kostümen aus der Serie "Squid Game" des Streaming-Anbieters Netflix. Wenn Karnevalisten den Elften Elften und damit den Auftakt der jecken Jahreszeit feiern, wird sich der Einfluss von Streaming-Serien auf die Kostümwahl wohl auch diesmal bemerkbar machen. Die Nachfrage nach Kostümen aus der südkoreanischen Netflix-Serie "The Squid Game" sei groߟ, sagte der Geschäftsführer des Kostümhändlers der dpa.
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Die südkoreanische Serie „Squid Game“ ist die bisher erfolgreichste Netflix-Produktion. Nun hat das Thüringer Bildungsministerium Eltern vor der Serie gewarnt. Ein Sprecher teilte auf Anfrage von MDR THÜRINGEN mit, dass „Squid Game“ für Kinder und Jugendliche nicht geeignet sei. Obwohl die Serie erst ab 16 Jahren freigegeben ist, entwickelt sie sich zum Trend in den sozialen Netzwerken, auch bei jüngeren Kindern.

Worum geht es in der brutalen Serie?

In neun Folgen lernen die Zuschauer Menschen kennen, die sich hoch verschuldet haben und einen scheinbaren Ausweg aus ihrer Misere finden. Um ein hohes Preisgeld zu gewinnen, treten sie in scheinbar harmlosen Kinderspielen, wie Tauziehen, gegeneinander an. Wer verliert, wird in „Squid Game“ getötet – und das oft äußerst brutal. Das Thüringer Bildungsministerium warnt aufgrund dieser explizit dargestellten Gewalt davor, dass Kinder verrohen und in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden könnten.

Mittlerweile auch auf den Schulhöfen angekommen

Die Beliebtheit der Serie spiegelt sich mittlerweile auch auf Schulhöfen wider. In einigen Bundesländern sind laut Medienberichten bereits die Spiele auf „Squid Game“ nachgestellt und Kinder geschlagen, bespuckt und gedemütigt worden. Laut dem Bildungsministerium in Thüringen nehme man aus dem privaten Umfeld wahr, dass Kinder und Jugendliche auch im Freistaat selbst die Spiele der Serie nachempfinden, so der Sprecher. Extreme Vorfälle habe es aber noch nicht gegeben. Anders sieht es beispielsweise im Schleswig-Holsteinischen Pinneberg aus, wo sich der zuständige Ansprechpartner der Kita mit angeschlossenem Hort an die Eltern wandte. Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag zitiert den Brief, in dem auch von „seelischen Schäden“ die Rede ist.

Deshalb unser dringender Aufruf: Lasst eure Kinder nicht diese Serie sehen. Auch nicht, wenn ihr dabei seid.

Wie können Eltern ihre Kinder schützen?

Die Serie sollte laut dem Ministerium erst ab 16 Jahren für Kinder zugänglich sein, so wie es auch Netflix vorgesehen hat. Um die Kinder zu sensibilisieren, sollten Eltern und Erzieher dem Phänomen problembewusst begegnen. Wenn Kinder doch mit den Inhalten der Serie in Kontakt kommen, sollte das aufgearbeitet und auch kritisch diskutiert werden, so der Ministeriumssprecher. Eltern können außerdem eine „Kindersicherung“ in den Accounts einrichten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 01. November 2021 | 21:20 Uhr

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